Besprechung in der Mittelland Zeitung vom 12.10.02
Und dabei wird es nicht bleiben. Menschen suchen sich immer neue Inseln, voller Hoffnung, einen Rest an Kultur zu finden. Jäger dieser Zeit. Das Jagdgebiet ist unendlich weit, flugweit, flugsicher zu erreichen ohne die Proteste der Ökogemeinden. An die Standardisierung jener Lebensformen, wo Freunde so leicht, ach so leicht, vom Himmel springen, haben wir uns gewöhnt. Kulturverlust, leichthin akzeptiert wie die Dopingsünden des Sportlers.
Bilder. Brigitte Fuchs schreibt mit Bildern, die randlos Eingang suchen. Früher waren es die "Herzschlagzeilen", heute ist es die Konstruktion von Atmosphäre, die in unsere Köpfe dringt, die Fragen aufwirft. Aber dabei wird es nicht bleiben, natürlich nicht. Fragen haben kaum je zu endgültigen Antworten gefunden und "DerTraum vom menschlich Gemässen ist nirgends zage ...", lässt die Autorin den Philosophen Ernst Bloch zum Auftakt ihres Gedichtbandes sagen.
Im neuen Bändchen "Solange ihr Knie wippt" sind nicht die lyrischen Elemente vorherrschend. Es sind hier knappe, in Prosa gehaltene Texte, die uns zwar heiter begegnen, aber letztlich doch ganz schön im Schatten sitzen lassen. Die Aargauerin Brigitte Fuchs schreibt seit vielen Jahren Gedichte und ist mehrmals ausgezeichnet worden. Und auch in diesem Band finden wir wieder sehr viel Tiefe, die in diesen Texten wohnt, so etwa im letzten Gedicht des Bändchens, das sie wohl auch aus Ironie und wenig Zufälligkeit mit "Endspiel" betitelt.
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