Lyrikseite Brigitte Fuchs
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Betörende Sätze mit langem Glücksflimmern

Das Entscheidende kommt so schnell, dass man die Schnittstellen verpasst und sich unversehens woanders befindet. Wir tasten uns mit leichtem Schwindel auf dem neuen doppelten Wortboden zurecht, und in den verbleibenden Zeilen wird uns auch dieser unter den Füssen weggezogen. Manchmal sind es einfach betörende Sätze, die mit einem langen Glücksflimmern nachklingen:" Jeden Abend waschen wir den Geruch der Kindheit von den Füssen" oder, "es genügt vollauf das unerregte Glück der Wolkenschafherde ins Auge zu fassen die Hände zu füllen mit leichterer Luft." Leichtfüssig und augenzwinkernd werden Worte, Punkte und Auslassungen gesetzt.


Anspruch auf ein (halbes) Zimmer für sich allein

Oft wird das Handwerk des Dichtens zum Thema, der Anspruch auf ein Zimmer für sich allein verliert sich im halben Zimmer, wo alle (Frauen-)Bewegungen zusammenfallen: "faltet sie die Wäsche die Tageszeitung schreibt sie über die eine Hälfte des Zimmers." Alles hat nebeneinander Platz "in diesem poesieangefülltem Zimmer mit Blick auf das Rasenviereck". Die Poesie steht und entsteht unter den alltäglichen Gegenständen, die einfach da sind, die verschoben und ausgewechselt werden und doch eine auratische Präsenz erhalten.

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