Moritat

2015-05-03_Garten_Blumen

Foto-Collage Brigitte Fuchs

 

Die Spinne und die Fliege können keinen Kompromiss schliessen.

 

Redewendung aus Jamaika, gefunden auf Aphorismen.de

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Lockruf zwischen grünen Blättern

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Foto Brigitte Fuchs

 

Eben noch zog sie die Gummistiefel aus
um sie zornig gegeneinander zu schlagen

Jetzt schaut sie zur Einfahrt Lavendel Kraut
und Katzenminze wirr ein ungefährer Garten
Der Flieder stützt sich auf der nassen
Holzbank ab

Er geht dem Leben nach mein Liebster…  

Sie lacht ein neues Lachen:
Mein lieber Schwan! –
Schon fast vergnügt zieht sie die Nadeln
aus dem hochgesteckten Haar

Durchs Spalier von Farn und rotem Fingerhut
schreitet ein Entenpaar (sie ganz in Weiss)
den Weg entlang zum Teich

 

Brigitte Fuchs
Aus “Handbuch des Fliegens” Gedichte, Edition 8, Zürich 2008

P.S. Das Gedicht kann man auch hören, z. B. hier:

http://www.podcast.de/episode/141815/Brigitte+Fuchs%3A+Lockruf+zwischen+gruenen+Blaettern/

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Foto Brigitte Fuchs

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Meine schöne Blumenwiese

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Foto Brigitte Fuchs

(…)

Lobt der Fischer seinen Strand,
lobt der Schneider sein Gewand,
lobt der Gärtner seinen Kohl und sein Gemüse,
lobe ich bei Tag und Nacht,
was mir grössre Freude macht:
Meine Wiese, meine wunderschöne Wiese!

Löwenzahn, Massliebchen
Klee und Fingerhütchen
blühen auf der wunderschönen Wiese!

(…)

Mittlere Strophe eines irischen Volksliedes

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Foto Brigitte Fuchs

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In eigener Sache:

Initiiert von Anton G. Leitner startete am 21. März, dem Welttag der Poesie, das Lyrikprojekt zur Lutherdekade im Themenjahr 2015: Pausenpoesie zum Neustarten. http://www.luther2017-bayern.de in Kooperation mit DAS GEDICHT http://www.dasgedichtblog.de

An 100 Tagen wird jeweils ein Gedicht von 80 Autorinnen und Autoren aus 12 Nationen aufgeschaltet. Das heutige Pausen-Poem Nr. 44 ist folgendes:


Vorschlag zur Güte

Bei aller Duldsamkeit und Liebe,
uns passt das alte Weltgetriebe
schon lang nicht mehr, drum, im Vertrauen:
Lasst uns ein völlig neues bauen!

Brigitte Fuchs

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Der Mai

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Foto Brigitte Fuchs

Der Nachtigall reizende Lieder
Ertönen und locken schon wieder
Die fröhlichsten Stunden ins Jahr.
Nun singet die steigende Lerche,
Nun klappern die reisenden Störche,
Nun schwatzet der gaukelnde Star.

Wie munter sind Schäfer und Herde!
Wie lieblich beblümt sich die Erde!
Wie lebhaft ist jetzo die Welt!
Die Tauben verdoppeln die Küsse,
Der Entrich besuchet die Flüsse,
Der lustige Sperling sein Feld.

(…)

Friedrich von Hagedorn (1708-1754) deutscher Dichter
Die zwei ersten der sieben Strophen im Gedicht “Der Mai”
Aus “Frühlingsgedichte”, Philipp Reclam jun. GmbH & Co. Stuttgart 2001/2013

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Ein uraltes Hoftor (Anagramm)

 

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Foto Brigitte Fuchs

 

EIN URALTES HOFTOR. -

FORTUNAS HOTELIER

HIELT ROSENROT AUF

REALHOFTOUR, EINST…

 

Brigitte Fuchs

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Wehende Alleen anlegen…

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Foto Brigitte Fuchs

 

Wehende Alleen anlegen
nicht Gärten der Vernunft

 

Werner Lutz, *1930, Schweizer Schriftsteller und Maler
Aus “Kussnester”, Gedichte, Waldgut Verlag, Frauenfeld 2009

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Walpurgisnacht

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Foto Brigitte Fuchs

 

“Die Walpurgisnacht ist nach der Heiligen Walburga benannt, einer Äbtissin aus England (710-779), deren Gedenktag der 1. Mai ist. Als Tanz in den Mai hat das traditionelle, europäische Fest am 30. April wegen der Gelegenheit zu Tanz und Geselligkeit am Vorabend des Maifeiertags auch als urbanes, modernes Festereignis Eingang in private und kommerzielle Veranstaltungen gefunden.

Mythologisch findet die Walpurgisnacht (ähnlich dem keltischen Fest Beltane) als Mondfest in der Nacht des ersten Vollmondes zwischen der Frühjahrstagundnachtgleiche und der Sommersonnenwende statt. Traditionell gilt jedoch die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai als die Nacht, in der angeblich die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg (Brocken) in Deutschland, aber auch an anderen erhöhten Orten ein grosses Fest abhalten.” (Text aus dem Internet)

 

Hexentanz

Es tanzt das wilde Hexenvolk
Um einen alten Baum.
Die Elfen sind den Weibern hold
Und schützen ihren Raum.
Die Mondin fügt ihr Licht dazu,
Erhellt die dunkle Nacht.
Der Tanz im Kreis gibt dann im Nu
Den Frauen Zaubermacht.

 

Unbekannter Verfasser

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Heute

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Foto Brigitte Fuchs

 

Am jährlichen Fahnenmast
wurde der Frühling gehisst.
Übermütig
lodert sein gelbes Panier
in der blauen Brise.

 

Hans Werthmüller (1912-2005) Schweizer Schriftsteller
Aus “Zwischen Nochnicht und Nichtmehr”, Gedichte aus drei Jahrzehnten, Janus Verlag Basel 1994

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Quisquilien eines Eremiten im Wald

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Foto Brigitte Fuchs

 

(…)

das Moos wächst
dank der Vokale, die meine Stimme
darüber verteilt

trotzdem ist jeder See der Tee
des Herrn
in seiner Betrachtung

(…)

 

Ron Winkler, *1973, deutscher Lyriker, Schriftsteller, Übersetzer und Literaturvermittler
Sequenz aus dem Gedicht “Quisquilien eines Eremiten im Wald”
Aus dem Lyrikband “Prachtvolle Mitternacht”, Gedichte, Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH, Frankfurt am Main 2013

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