Perfekt! Alles lief wie am Schnürchen. Sämtliche Vorbereitungen waren getroffen, das Wetter liess sich geradezu ideal an für den Flug und die Kollegen warteten gespannt auf den grossen Moment.
Seit frühester Kindheit interessierte sich Herr Köppel für Flugzeuge. Da er aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst Pilot werden konnte, baute er Modellflugzeuge, die er mit seinen Modellbaukollegen an den Wochenenden auf einer stillgelegten Strasse startete, per Fernbedienung ein paar Runden drehen und dann wieder auf dem Übungsplatz landen liess.
Selbstverständlich ging manchmal eines der Modelle zu Bruch, doch solche Rückschläge konnten Herrn Köppel nicht entmutigen. Immer grösser und imposanter baute er seine Maschinen, bis eine davon - er gab ihr den Namen "Die Welt" - beinahe die Ausmasse eines Sportflugzeugs erreichte.
Und nun war es also soweit. Der Jungfernflug stand an. Der Start, den sein Kollege Anghern fotografisch festhielt, gelang problemlos wie auch die rasante Fahrt auf dem Asphalt. Betäubend laut, aber majestätisch, erhob sich die Propellermaschine in die Luft.
Herr Köppel war überglücklich. Ruhig und konzentriert steuerte er "Die Welt" und sah ihr zu, wie sie himmelwärts zog, weiter, immer weiter. Als sie klein und kleiner wurde und schliesslich ganz aus seinem Gesichtsfeld verschwand, lächelte er verklärt, schloss die Augen und liess die Hand mit der Fernsteuerung langsam, fast andächtig, sinken.
Brigitte Fuchs
Als Beitrag zu Donnas Schreibprojekt: http://www.donnaschreibt.com/
die Welt als Modellfugzeug und insbesondere die Welt von Herrn Köppel (bis zum bitteren Ende?): so klein kann sie sein und doch so groß! Die Idee gefällt mir.
LG
Anguane
Liebe Grüße, Petra
Merke: Lass niemals von deiner Welt ab.
Liebe Grüße
Doris
Und der Merkspruch passt wunderbar, Chinomso!
Liebe Grüße von
Beate
Danke für deinen Besuch und nichts für ungut, dass es nicht direkt geklappt hat.
Ich hoffe, ein andermal kommst du problemlos durch.
ich kann Herrn Köppel auch gut verstehn..er entlässt seine Welt in die große Welt..vielleicht hatte er ja seine weiteren Träume mit hineingepackt als Botschaft für alle…
gerne gelesen
diese gut gelungene Geschichte
Sterntalerchen
Lieben Gruß von Clara
Eine kurze Geschichte mit offenem Ende.
Gefällt mir, Brigitte!
Jorge D.R.
Ja, ja, Jede und Jeder legt oder zimmert sich so seine eigene Welt zurecht.
Ein Dankeschön auch dir, Jorge. Ja, eine Erklärung gibt es im Text ganz bewusst nicht. Man darf sich die näheren Umstände selbst zusammenreimen.
Liebe Grüsse in den regennassen Sonntag,
Brigitte
Schön!
Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag! Carola
Hab auch du einen freien, leichten Sonntag inmitten der spriessenden Sonnenblumen.
Eine seltsame Geschichte, ein bisschen rätselhaft und geheimnisvoll, Fragen aufwerfend, gedankenanregend ...
P.S. Ja, das Kommentieren war gestern reine Glücksache, leider.
Liebe Grüße,
gori
Wieder einmal diese undurchdringlichen Zentralverwirbelungen bei deiner Kommentarfunktion - gut, heute funktioniert es.
Aber heute hat sich der Wortlaut meines gestrigen Spontan-Kommentars verflüchtigt.
Deshalb schlicht und ergreifend: Danke für eine kleine, feine Geschichte!
Wer weiß, aus welchem Modellbaukasten wir sind und wer unsere Welt aus der Ferne steuert...
Liebe Sonntagsgrüße - Donna
Dennoch lieben Dank für den schönen Kommentar.
Und auch dir, Gori, ein Dankeschön für den indirekten Zuspruch.
Ich mag den Gedanken auch, dass er sein Meisterwerk einfach entlässt, loslässt! Sehr schön - ich find sie toll!