Foto Brigitte Fuchs: Installation beim Sennhof in Vordemwald
Wer offene Türen einrennt, braucht nicht zu fürchten, dass ihm die Fenster eingeschlagen werden.
Karl Kraus (1874-1936) österreichischer Schriftsteller, Dramatiker, Publizist, Satiriker und Lyriker
Aus „Sprüche und Widersprüche“

Wenn ich diese Zeilen wörtlich nehme, hat Herr Kraus natürlich recht.
Es ist ein bekannter Spruch und meint wohl auch so manche Situation im Leben, wo für eine Sache nicht mehr gekämpft werden muss, weil ja die Weichen schon gestellt sind.
Gleich lasse ich die kühle Morgenluft zum Durchlüften durch die offenen Fenster, die Türen bleiben zu 😉
Ein lieber Morgengruß von C Stern
Deine Interpretation dieser Aussage gefällt mir, C Stern.
Durchlüften ist gut, aber das mit den offenen Türen ist in unserer Zeit problematischer. Vorsicht und Diebstahlschutz sind geboten. Man darf es den Gaunern nicht extra leicht machen. :–)
Dir ein fröhliches Wochenende und lieben Gruss.
Ein Sprichwort, dem ich heutzutage nicht folge. Wie schnell ist jemand im Haus, der nicht hingehört, ich habs erst kürzlich erlebt. Ich hatte die Tür angelehnt, weil die Nachbarin rüber kommen wollte, da stand auf einmal ein älterer Mann in der Tür zum Korridor, er käme vom Zirkus und sammelt spenden. Ich war vielleicht erschrocken, es hätte schlimmer sein können…
Liebe Grüße in deinen Samstag – hier regnet es –
herzlich, Edith
Stimmt schon, Edith.
Heutzutage kann man kaum vorsichtig genug sein, zumal man in Radio und Fernsehen sieht, was alles geschehen kann, sogar am helllichten Tag.
Lieben Gruss zu dir, hier heute noch mit Sonnenschein und ein paar harmlosen Wölkchen.
karl kraus habe ich immer schon für seine scharfsinnigkeit bewundert.
was mir an diesem satz gefällt, dass es darum geht, wie man mit anliegen, die man an einen anderem menschen hat, umgehen kann. am schönsten ist es, wenn man offene türen einrennt, denn dann sind beide erleichtert, vielleicht sogar erlöst.
einen frohen samstag dir/euch und herzliche grüsse.
Oh ja, Merlin, darin gebe ich dir absolut recht.
Es ist schön und wohltuend, wenn so etwas auf zwischenmenschlicher Ebene passiert.
Hab Dank und sei/d ebenfalls herzlich gegrüsst!
Ein Spruch und ein Bild, das mich zu einigen Gedanken am Morgen anregt.
Karl Kraus, sehr umstritten, sehr streitbar, hatte schon früh die Gefahren des Nationalsozialismus erkannt. Er stammte aus einer Familie jüdischen Glaubens, trat jedoch aus der Gemeinschaft aus, wie später auch aus der römisch-katholischen Kirche.
Mir würde folgende Interpretation des obigen Aphorismus‘ gefallen:
Tritt man dort ein, wo man offene Türen vorfindet, sollte man sehr vorsichtig sein, mit wem man sich einläßt. Auch wenn man sich dann in einem gefälligen Umfeld befindet, das verspricht, die eigenen Fenster nicht (mehr) einzuschlagen, ist man dort längst nicht sicher – und tritt auch nicht einer Gemeinschaft bei, die es gut mit Andersdenkenden meint.
Das war nicht nur damals gefährlich; selbst heute gibt es einige Gruppen, die solche Versprechungen bieten und dabei aktiv gegen demokratische Werte und Moralvorstellungen angehen.
Weiterhin nachdenkliche Grüße von
Christa
Das, liebe Christa, scheint mir die Kehrseite der Medaille zu sein, die Karl Kraus sicher am eigenen Leib und Geist miterleben musste.
Ein Dankeschön dir für diese andere Sicht auf das Gesagte. Sie gehört unbedingt auch mit dazu.
Nachdenkliche Grüsse zurück zu dir.
Der Karl Kraus hat es auf den Punkt gebracht!
Ein gutes Wochenende wünscht
Sonja
So ist es.
Danke, Sonja. Hab auch ein gutes Wochenende und sei lieb gegrüsst!
Warum sollte man offene Türen einrennen?
und nicht einfach das Haus, das Zimmer betreten?
Herzliche Grüße
Das kann man sich in der Tat fragen, Mona Lisa.
Aber es gibt diesen Ausspruch nun mal als Sprichwort. :–)
Einen herzlichen Gruss zu dir in den Abend.
Karl Kraus schätze ich sehr, aber den angeführten Ausspruch verstehe ich nicht. Was meint er damit?
Stimmt schon, werter Nömix: Je mehr man sich in diesen Satz vertieft, desto unverständlicher wird er.
Ich kann mir dennoch folgendes darunter vorstellen: Dort, wo man ein Anliegen vorbringt, das sowieso schon auf allgemeine Zustimmung und Akzeptanz trifft, hat man in der Regel keine weiteren negativen Konsequenzen oder Widerstände zu befürchten. Die Situation ist bereits so positiv und aufnahmebereit (offen), dass jegliche Sorge um Ablehnung oder feindselige Reaktionen unbegründet ist.
Na ja, in diese Richtung geht meine Vermutung. :–)
Ihnen ein frohes Wochenende und liebe Grüsse.