Archiv der Kategorie: Texte
Sommer in der Stadt
Fotos Brigitte Fuchs: Solothurn
Es gibt viel Grünzeug in der Stadt,
die müde wirkt und etwas matt.
Die Hektik ist zurzeit verflogen,
dafür ist Stille eingezogen.
Der Wind weht durch die Häuserzeilen,
wo Brunnen kühles Nass verteilen.
Man wählt gezielt die Schattenorte,
schnappt Silben auf und ein paar Worte.
Das Leben wechselt einen Gang
herunter und scheint ziemlich lang
im Ruhemodus zu verbleiben.
Die Lust kommt auf, das zu beschreiben.
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs: Solothurn
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Wandern
Foto Brigitte Fuchs: auf dem Horben
1
Bin auf das Rägeflühli gewandert und trocken geblieben.
(…)
3
Letzten Sommer kürzte ich die Wanderung durch eine Kuhweide ab, um das Postauto nicht zu verpassen. Kaum waren wir abgefahren, sah mich das Paar auf dem Sitz vis-à-vis vorwurfsvoll an.
Viktor Steinhauser, *1956, Schweizer Geologe und Gymnasiallehrer
Aus „Abtauchen“ Kürzestgeschichten & Miniaturen, pamal-verlag Ebikon 2019
Mit Erlaubnis des Autors

Foto Brigitte Fuchs
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Beschützer
Foto Brigitte Fuchs
Es sei daran erinnert, dass das Kind, dessen zeitweiliger Beschützer wir sind, eine viel grössere Seele sein kann als wir selbst (…) so dass Kontrolle und Schutz auf die Bedürfnisse der jungen Persönlichkeit begrenzt werden sollten.
Edward Bach (1886-1936) englischer Arzt (Begründer der Bachblüten-Therapie)
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Wer bin ich?
Foto Brigitte Fuchs
Einfach bin ich, und von nirgendwo wird mir Weisheit zuteil; aber mit einem Schritt, den jeder kluge Mensch nachtut, erreiche ich jeden Punkt der Erde und laufe den himmlischen Horizont der Formen entlang. Ganz weiss bin ich, eine schwarze Spur aber lasse ich zurück. Wer bin ich?
Rätsel aus dem 8. Jh. n. Chr.
Antwort: Der Federkiel natürlich, ein Schreibgerät, hergestellt aus den Schwungfedern eines Vogels.
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Am Waldsee
Ein solcher sonniger Vorfrühlingstag im Walde ist von unnennbarem Reiz. Mehr als je ist man empfänglich, Lebendiges zu betrachten; jede Ameise, die die warme Witterung bereits aus ihrem Bau herausgelockt, und die nun wieder ihre alte Strasse in geschäftiger Eile wandelt, bald hier, bald da einer ihrer kleinen Genossinnen ausweichend, erlabt das Auge und Gemüt. Zu vollendetem Gesang werden die einzelnen Zwitschertöne der überwinterten Vöglein, und mit angehaltenem Atem lauscht man dem Klopfen des Spechtes, der dann mit weithin gellendem Pfeifen zum nächsten morschen Stamme fliegt, um dort sein Zimmerhandwerk fortzusetzen. Aber auch verschiedenes Wasser- und Strandgeflügel ist bereits rege.
Edmund Guido Hammer (1821-1898) deutscher Zeichner und Maler
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Meditieren für Anfänger
Foto Brigitte Fuchs
Ein Schüler fragt den Meister:
„Kann ich irgendetwas tun, um erleuchtet zu werden?“
„Genauso wenig, wie du dazu beitragen kannst, dass die Sonne aufgeht.“
„Wozu dann geistige Übungen praktizieren?“
„Damit du wach bist, wenn die Sonne aufgeht.“
Text von Unbekannt
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Zuweilen
Foto Brigitte Fuchs: Plakatwände in Solothurn vor dem Landhaus, wo alljährlich am Auffahrtswochenende die Literaturtage stattfinden
Zuweilen überfällt mich mitten im tätigen Leben, in welchem ich selbstverständlich so bestimmt über mich verfüge wie alle übrigen, eine sonderbare Empfindung des Zweifels; ich weiss dann nicht, ob ich existiere, ich halte es durchaus für möglich, der Traum eines anderen Wesens zu sein; fast körperlich steht mir vor Augen, dass ich eine Romanfigur sein und mich in den weiten Wellen eines Stils, in der erschaffenen Wahrheit einer grossen Erzählkunst bewegen könnte.
Fernando Pessoa (1888-1935) portugiesischer Schriftsteller
Auszug aus „Das Buch der Unruhe“, Originaltitel: „Livro do Desassossego“
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Gäbe es keinen Winter
Foto Brigitte Fuchs: Solothurn
Gäbe es keinen Winter, wäre der Frühling nicht so angenehm; erlebten wir nicht manchmal Widrigkeiten,
wäre das Wohlgefühl nicht so gross.
Anne Bradstreet (1612-1672) amerikanische Schriftstellerin

Foto Brigitte Fuchs: Solothurn
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Willst du mit mir gehn?
(…)
Willst du mit mir gehn
Licht und Schatten versteh’n
Dich mit Windrosen dreh’n
Willst du mit mir gehn
Willst du mit mir gehn
Man nennt es Liebe
Man nennt es Glücklichsein
Keine Sprache hat mehr als Worte

Willst du mit mir gehn
Licht und Schatten versteh’n
Dich mit Windrosen dreh’n
Willst du mit mir gehn

Der bekannte Schlager „Willst du mit mir gehn“ von Daliah Lavi (aus den 70er Jahren) ist eine romantische Ballade über bedingungslose Liebe, Vertrauen und das gemeinsame Durchstehen von Höhen und Tiefen. (Dieses hier ist ein Text-Auszug daraus.)

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Willst du mit mir gehn?
(…)
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Kälte
Foto Brigitte Fuchs
Solange die Sonne scheint und der Regen regnet, die Kälte beisst, ist’s mir gleichgültig, wie unverschämt und frech das Menschenvolk ist. Ich bin es auch und lasse mich ruhig bescheinen oder nassregnen.
Wilhelm Raabe 1831-1910), Pseudonym Jakob Corvinus, deutscher Schriftsteller
Aus „Auf dunklem Grunde. Eine Skizze“
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