Fotos Brigitte Fuchs
Ziellos lungert das Licht durch schütteres Geäst.
In der Ferne ein vergebliches Hundegebell,
erfolgloses Hämmern des Spechts in Totholz.
Im Maisfeld feiern die Raben das Erntedankfest.
Schemenhaft aus dem Nebel ein Jogger,
flitzt anteilnahmslos vorbei.
Hinterher braut die Nacht
ein undurchdringliches Gewölk zusammen.
Kurt Haberstich, *1948, Autor, Lyriker, Aphoristiker und Fotograf
Aus „Auf Augenhöhe“ Gedichte, Privatdruck; mit Erlaubnis des Autors

Fotos Brigitte Fuchs

Besonders die Bilder von Stille und Vergeblichkeit wirken nach!
Herbstgrüße
Petros
Das finde ich auch, Petros.
Einen lieben Gruss in deinen frühen Tag.
stimmige und schöne zeilen passend zu deinen bildern.
du hast das herbstliche sehr poetisch mit deiner kamera eingefangen 🙂
einen frohen herbsttag dir und glg.
Das freut mich, Merlin.
Und Kurt Haberstich sicher auch.
Gerade jetzt wabert auch fast mystischer Nebel um die paar Strassenlaternen da draussen. (Wie dunkel es jetzt schon wieder am Morgen ist!)
Einen herzlichen Gruss in deinen Tag.
das ist ein gedicht, das mich in widersprüchlichkeit zurücklässt, nein, das (wie ich es lese) widersprüchlichkeit vermittelt, wie sie dem herbst ja auch innewohnt. denn da ist die eine bewegung zum ende hin, also der herbst als „vorspiel“ zum winter. „schütter, tod, nebel, schemen …“, da treibt nun (im herbst) alles hin, und doch ist da (noch!) soviel bewegung im gedicht, vor allem infolge der fast überschwenglichen verwendung von adjektiven. die bringen eine art „wirbel“ in diese ganzen abgangs-stimmung. der titel bringts auf den punkt: das licht (das ich hier mit leben asoziiere) wird als ziellos beschrieben (ja, weil eben der winter/die dunkelheit kommt), und sein tun als „lungern“. also ein zustand, der wenig konkretes hat, eine art herumwabern. eben ziellos-sein. eine rolle spielt da sicher auch die alliteration dieser ja recht ungewöhnlichen paarung von licht und lungern.
schön finde ich dazu deine bilder, die für mich ja viel ruhe ausstrahlen.
liebe grüße! andrea
Es ist spannend, deine Assoziationen zum Text zu lesen, Andrea.
Ja, diese Widersprüchlichkeit und Fahrigkeit, passend zum Herbst, erkenne ich auch darin.
Danke für deinen Kommentar und lieben Gruss zu dir.
Insgesamt recht melancholisch,
wenigstens die Raben haben etwas zu feiern …
Deine Bilder fangen herbstliche Impressionen ein, die mir gefallen.
Herzliche Grüße
Da stimme ich dir bei, Mona Lisa.
Der Grundton ist eingetrübt.
Nur die Raben kümmern sich nicht um Nebel und Tristesse. :–)
Lieben Dank und Gruss zu dir.
Eine gewisse Starre scheint über dieser Herbstszene zu liegen, selbst der Jogger scheint nicht wirklich bewusst dazusein und etwas wahrzunehmen. Nur die Raben sind ganz unbeeindruckt am Feiern.
Grüße in den Walle-Nebel schickt aus prallem Sonnenschein
Petra
Das ist gut beobachtet, Petra.
Und unterdessen hat sich der Bodennebel hier in Hochnebel verwandelt. Vielleicht drückt bald die Sonne. 🙂
Lieben Retourgruss zu dir.
Bei den,
liebe Frau Quersatzein,
das Erntedankfest feiernden Raben möchte ich am liebsten einen Halt einlegen und mitfeiern.
Ich mag jedoch auch die neblige Herbstmorgenstimmung.
Den Gruss an Sie und Kurt Haberstich schicke ich jedoch bei hellem Sonnenschein 🙂
Hausfrau Hanna
So geht es mir auch, liebe Hausfrau Hanna.
Feiern wir doch ungeniert mit. (Ich mache das heute Nachmittag mit dem willkommenen Besuch, der angemeldet ist.)
Einen lieben Gruss zurück zu Ihnen.
Der Autor scheint mit der Natur auf Augenhöhe zu sein und hat dafür zauberhafte Worte gefunden! Außerdem: wunderbar passende Fotos!
Gruß von Sonja
Das kann man so sagen. Er ist meines Wissens ein „Naturbursche“.
Hab Dank, Sonja, und sei lieb gegrüsst!
Ob ein Jogger flitzt?!
Eher trabt er vorbei.
Hoffentlich nicht erfolglos
wie Specht und Hund.
Liebe Grüße Gerhard
Traben ist das gängige Bild eines Joggers oder einer Joggerin.
Aber wenn der Hund kräftig zieht, kann das schon mal ins Flitzen übergehen. :–)
Lieben Mittagsgruss.
lungert – habs so lang nicht gehört. herumlungern ist ja per se ziellos. toll! und die fotos passen hervorragend dazu!
lieber gruß
Sylvia
Schön, dass du Text und Fotos magst, Sylvia.
Lieben Dank und Abendgruss.
Über solche Herbstmomente, wie Du sie so eindrucksvoll mit der Kamera eingefangen hast, bin ich jedes Mal wieder höchst erfreut.
Nebel gehört für mich in den stillen Monaten einfach dazu, ein mystischer Vorbote der Endlichkeit. Herbst reduziert auf Wesentliches und noch mehr gelingt das seinem Bruder, dem Winter.
Ich freue mich sehr auf diese Zeit,
herzliche Grüße, C Stern
Fein, dass du dich so sehr auf diese zwei Jahreszeiten freust, C Stern.
Beim Herbst bin ich voll dabei, aber beim Winter, so hübsch ein paar seiner Seiten auch sein können, bin ich immer froh, wenn er wieder vorüber ist. :–)
Aber natürlich hat auch er seine Berechtigung und vielleicht würde er mir doch fehlen, wenn er ausbliebe.
Dir einen lieben Gutenachtgruss.