Archiv der Kategorie: Bilder

Blickfänge

Fotos Brigitte Fuchs

 

Mit einem Blick ein Weltbild erfassen, ist Kunst. Wie viel doch in ein Auge hineingeht!

 

 

Karl Kraus (1874-1936) österreichischer Schriftsteller, Publizist und Satiriker

 

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Beim Anblick eines Baumes

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Die Vöglein sind zu beneiden,
sie meiden,
an Stamm und Wurzeln zu denken,
und selbstzufrieden schaukeln den ganzen Tag die behenden
und singen auf letztverzweigten Enden.

.

 

 

Paul Klee (1879-1940) deutscher Maler und Grafiker

 

 

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Menageriebesitzer

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Menageriebesitzer: Dieser Zwerg spricht siebzehn Sprachen.

Schade, dass er stumm geboren und daher ausserstande ist,

dieses seltene Talent zu produzieren.

 

 

Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862) österreichischer Dramatiker, Schauspieler und Schriftsteller
Aus „Der Affe und der Bräutigam“ aus dem Jahre 1836

 

 

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Frühlingswehen

Fotos Brigitte Fuchs

 

Im Sturmeswüten
trat Lenz herfür,
und junge Blüten
erblickten wir.

In Sturmestosen
ward alles grün,
und junge Rosen
sind im Erglühn.

In Sturmeswetter
keimt stille Saat,
und gute Götter
sind ernst genaht.

 

 

Martin Greif (1839-1911), eigentlich Hermann Frey, deutscher Bühnenautor und Dichter

 

 

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Bücher

Foto Brigitte Fuchs

 

Von allen Schöpfungen des Menschen sind uns die Bücher am nächsten, denn sie enthalten unsere Gedanken, unsere Begierden, unsere Empörung, unsere Illusionen, unsere Treue zur Wahrheit und unseren hartnäckigen Hang zu Fehlern. Am meisten aber ähneln sie uns in ihrem unsicheren Halt im Leben.

 

Joseph Conrad (1857-1924) polnisch-britischer Schriftsteller

 

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Der Strohhalm…

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Der Strohhalm, mit dem ich mich an die Lebensfreude klammere, ist augenblicklich das Bicycle.

 

 

Arthur Schnitzler (1862-1931) österreichischer Erzähler und Dramatiker

 

 

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Übung

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Es war denn auch ganz leicht

die Schlittschuhe anzuziehen

schwieriger wars die Bögen der

Kindheit aufs Eis zu ziehen

rückwärts mit ausgebreiteten Armen

am schwierigsten die Augen zu schliessen

im Fahrtwind so lange bis die Kufen

den Boden nicht mehr berührten

 

 

Brigitte Fuchs
Aus «Handbuch des Fliegens», Gedichte, edition 8, Zürich 2008

 

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Die Amseln haben Sonne getrunken

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

Die Amseln haben Sonne getrunken,
aus allen Gärten strahlen die Lieder,
in allen Herzen nisten die Amseln,
und alle Herzen werden zu Gärten
und blühen wieder.

Nun wachsen der Erde die grossen Flügel
und allen Träumen neues Gefieder;
alle Menschen werden wie Vögel
und bauen Nester im Blauen.

(…)

 

Max Dauthendey (1867-1918) deutscher Dichter und Maler
Erste zwei von drei Strophen seines Gedichtes „Die Amseln haben Sonne getrunken“

 

 

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Der Mensch ist wie die Blume…

Fotos Brigitte Fuchs

 

(…)

Wenn du vom Freunde scheidest,
Schau tief ihm ins Gesicht.
„Ich seh‘ ihn morgen wieder“,
Ach, denke, denk‘ es nicht.

Denn zwischen heut und morgen
Kommt noch die lange Nacht,
Die aller deiner Freude
Gar leicht ein Ende macht.

Des Menschen Glück und Liebe
Geht her, geht hin geschwind,
Der Mensch ist wie die Blume,
Und ihn verweht ein Wind.

 

Ernst von Wildenbruch (1845-1909) deutscher Dramatiker, Dichter, Erzähler und Diplomat
Die letzten drei Strophen seines sechsstrophigen Gedichts „Abnehmender Mond“

 

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Etwas fürchten und hoffen und sorgen

Fotos Brigitte Fuchs

 

Etwas fürchten und hoffen und sorgen
Muss der Mensch für den kommenden Morgen,
Dass er die Schwere des Daseins ertrage,
Und das ermüdende Gleichmass der Tage,
Und mit erfrischendem Windesweben
Kräuselnd bewege das stockende Leben.

 

Friedrich Schiller (1759-1805) deutscher Dichter, Dramatiker, Philosoph und Historiker
Aus „Die Braut von Messina“ in „Dein Glück ist heute gut gelaunt“ Schiller-Aphorismen (mit humoristischen Zeichnungen von Friedrich Schiller); Sanssouci im Carl Hanser Verlag, München 2008

 

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