Archiv der Kategorie: Bilder
Füge dich drein
Fotos Brigitte Fuchs
Füge dich drein, geh’s wie es geh‘:
Vormittag Sonne, Nachmittag Schnee!
Lass dich von Liedern nicht betören,
draus nur das Schreiten von festlichen Chören,
Mädchenstimmen und Flöten zu hören.
Scheint es vom Süden, bläst es vom Ost,
lach‘ in die Sonne, wehr‘ dich im Frost!
Lustig gemischt den Juli und Jänner. —
So erzieh‘ ich mir rüstige Männer,
feste, freie Lebensbekenner.
Füge dich drein, geh’s wie es geh‘:
Vormittag Sonne, Nachmittag Schnee!
Friedrich Adler (1878-1942) deutscher Architekt, Möbelgestalter und Keramiker (ermordet in Auschwitz)
Gedicht mit dem Titel „April“ – was ja auch für den momentanen März gilt.

Fotos Brigitte Fuchs
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Raufbolde
Fotos Brigitte Fuchs: zwei Kattas raufen sich in „Tonis Zoo“, Rothenburg
(…)
»Fluch dir o Sonnenlicht, das diesen Tag beschienen,
Sollt ich denn diese Schmach und diesen Schimpf verdienen?
Doch Rache schwör ich dir, wart, alter Schwabe, wart!
Ja, Rache schwör ich dir bei meinem Knebelbart.«
Der Schwabe, ungerührt von Fäberleins Gefühlen,
Lacht höhnisch und fährt fort, das Belle auszuspielen,
Doch endlich bricht er los und spricht: »Es ist genung,
Kurzum, du bist ein dummer, naseweiser Jung!«
Da weiss sich Fäberlein vor Wut nicht mehr zu halten:
»Hätt ich ein Schwert nur hier, den Schädel ihm zu spalten.
O Höllenschwerenot, Blitz, Himmelsackerlot,
tf-tf-tf-tf-tf-tf, das ist gewiss mein Tod!
(…)
Wilhelm Hauff (1802-1827) deutscher Schriftsteller und Märchendichter
Kurzer Auszug aus seinem Langgedicht „Die Seniade“
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Anagramm-Zweizeiler 633
Foto Brigitte Fuchs
WAS GIBT’S DA ZU SEHEN, IHR MAEDCHEN?
DEMNACH GIBT’S DA WAS ZU SEHEN: HIER!
Brigitte Fuchs
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Von Bibern und Bäumen
Fotos Brigitte Fuchs
Es können Biber in den Auen
grossmeisterlich verdichtet bauen.
Sie fällen Bäume reihenweise
und hau’n ins Ried so manche Schneise.
Uns macht es traurig, denn es waren
gesunde Bäume, reich an Jahren,
die nun, gefällt, am Boden liegen
und nie mehr neue Blätter kriegen.
Was hier der Biber tüchtig tut,
ist für den Baumbestand nicht gut.
Doch ist seit je Ambivalenz
Naturgesetz – nicht bloss im Lenz.
Brigitte Fuchs
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Hellgrüne Tannenschösslinge
Foto Brigitte Fuchs
Hellgrüne Tannenschösslinge im Wald sind
jedes Jahr Ermutigungsgeschichten.
Viktor Steinhauser, geb. 1956, Schweizer Geologe, Lehrer und Schriftsteller
Texteintrag mit Erlaubnis des Autors
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Liebesgeständnis
Foto Brigitte Fuchs, gesehen in Tonis Zoo, Rothenburg/LU
Storch und Störchin sind ein Paar
wohl seit einem guten Jahr.
Glücklich wohnen sie im Nest,
rings herum das Frühlingsfest.
«Schatz», fragt sie ihn, «liebst du mich?»
«Ja», sagt er, «ich steh auf dich!»
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
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Die Weidenkätzchen
Fotos Brigitte Fuchs
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grüner Seide,
wie aus grauem Samt!
Oh, ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt!
Wollens gern dir sagen:
wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.
(…)
Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Dichter und Schriftsteller
Die ersten beiden der 6 Strophen des gleichnamigen Gedichtes

Fotos Brigitte Fuchs
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Welttag der Poesie
Die Sätze die Gärten das Salz
Ihre Sätze sind Eimer bis zum Rand gefüllt
sie spricht Brücken über den Fluss
redet in weiten Landstrichen ihre Winterworte
nehmen den Frühling voraus
Grün ist nicht grün erklärt sie
wenn sie Meer in den Morgen kippt
In ihren Nesselgärten spielt das Licht
während sie fortfährt zu sprechen trifft
mich die Helle auf der Zunge brennt Salz
zu früh sagt sie plötzlich schreib nicht zu früh
Brigitte Fuchs
Aus „Suchbild mit Garten“ Gedichte, Kukuruz Verlag Lüchingen 1998


Gleichnis vom Schreiben
Nicht immer fällt Zauber
von der Stirne aufs Blatt und
immer ist nur eines da die
Blösse zu bedecken: grün
oder weiss
Aber man kann Schiffe
falten und sie durch die Luft
segeln lassen beladen mit Efeu
und Rosenbäumen und
bei auffrischendem Wind
fahren die Schiffe ein
im Garten des blinden Gärtners
und er legt hellblühende
Reihen an und seine Hand
geht von Blatt zu Blatt
Brigitte Fuchs
Aus „Suchbild mit Garten“ Gedichte, Kukuruz Verlag Lüchingen 1998

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Gefunden
Foto Brigitte Fuchs: Buschwindröschen
Ich ging im Walde
so für mich hin,
und nichts zu suchen,
das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
ein Blümchen steh’n,
wie Sterne leuchtend,
wie Äuglein schön.
Ich wollt‘ es brechen,
da sagt‘ es fein:
Soll ich zum Welken
gebrochen sein?
Ich grub’s mit allen
den Würzlein aus,
zum Garten trug ich’s,
am hübschen Haus,
Und pflanzt es wieder
am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
und blüht so fort.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) deutscher Dichter und Universalgelehrter

Foto Brigitte Fuchs
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Die Spuren im Sand
Fotos Brigitte Fuchs
Die Spuren im Sand
Wir lesen und erfahren
von früher und jetzt
Brigitte Fuchs
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