Archiv der Kategorie: Bilder
Reflexion
Foto Brigitte Fuchs
Denke über deine gegenwärtigen Segnungen nach, von denen jeder Mensch viele hat; nicht über deine vergangenen Unglücke, von denen jeder Mensch einige hat.
Charles Dickens (1812-1870) englischer Schriftsteller
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Oktoberbummeln

Im späten Herbst beim Bummeln
sieht Hilde all die Hummeln,
die sich auf Blüten tummeln.
Die Sonne mag heut scheinen
auf sie und diese kleinen
Geschöpfe mit sechs Beinen.

Sie sieht auch Honigbienen,
die sich nochmal bedienen
und freut sich sehr mit ihnen.

Und Hilde bleibt beim Gehen
drum immer wieder stehen.
um mehr davon zu sehen.
Wie liebt sie dieses Bummeln
im Herbst mit all den Hummeln
und Bienen, die sich tummeln.
Brigitte Fuchs

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Anagramm-Zweizeiler 609 und 610
ENDE SOMMERZEIT
MOMENTES ZIERDE
Foto Brigitte Fuchs
ANFANG WINTERZEIT
FIAT: GANZEN WINTER?
Brigitte Fuchs
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Alles in Dir
Fotos Brigitte Fuchs
(…)
In Dir, o Mensch, ist Alles:
Das trinkende Ohr
Und der Antworten speiende Mund.
Der nehmende Mund
Und der scheidende Darm –
Der bohrende Keim
Und der schwellende Schoss:
Der aufsaugende Anfang,
Das ausbrechende Sein.
Ist Beides in Dir:
Der schäumende Anfang,
Das reifende Ende,
Das Ende,
Das wieder nur Anfang,
Ist Alles, o Alles in Dir!
Gerrit Engelke (1890-1918) deutscher Schriftstellerund Arbeiterdichter, im 1. Weltkrieg gefallen.
Dritte Strophe des dreistrophigen Gedichtes „Alles in Dir“
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Sprich nicht immer
Fotos Brigitte Fuchs
Sprich nicht immer
Von dem laub .
Windes raub .
Vom zerschellen
Reifer quitten .
Von den tritten
Der vernichter
Spät im jahr .
Von dem zittern
Der libellen
In gewittern
Und der lichter
Deren flimmer
Wandelbar .
Stefan George (1868-1933) deutscher Dichter
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Farbenrausch
Fotos Brigitte Fuchs
Sooft ich in die wunderbare Welt hineinblicke und mir vorstelle, ich schaute sie zum erstenmale an, so verwundre ich mich jedesmal über die unendliche Mannigfaltigkeit der Formen, über die verschiedenartigen Gebärden, die jedes Wesen unter den übrigen macht. (…)
Aber noch seltsamer fällt es mir auf, wenn ich die unterschiedlichen Farben betrachte, wodurch alle Gegenstände noch mehr getrennt, und denn gleichsam wieder verwandt und befreundet werden.
Wilhelm Heinrich Wackenroder (1773-1798) deutscher Schriftsteller
Aus „Phantasien über die Kunst für Freunde der Kunst“, posthum herausgegeben von Ludwig Tieck 1799 (gelesen bei Aphorismen.de)

Fotos Brigitte Fuchs
Es sind Harmonien und Kontraste in den Farben verborgen, die ganz von selbst zusammenwirken.
Vincent van Gogh (1853-1890) holländischer Künstler

Fotos Brigitte Fuchs
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Pilzkragen
Fotos Brigitte Fuchs
Wie weich ist der Wald!
Jeder vermooste Stamm trägt
einen Pilzkragen.
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs
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Herbst
Fotos Brigitte Fuchs
1.
Nun kommen die letzten klaren Tage
Einer müderen Sonne.
Bunttaumelnde Pracht,
Blatt bei Blatt.
So heimisch raschelt
Der Fuss durchs Laub.
O du liebes, weitstilles Farbendlied!
Du zarte, umrissreine Wonne!
Komm!
Ein letztes Sonneblickchen
Wärmt unser Heim.
Da wollen wir sitzen,
Still im Stillen,
Und in die müden Abendfarben sehn.
Da wollen wir beieinander sitzen
In Herbstmonddämmer hinein
Und leise
Verlorene Worte plaudern. —
Johannes Schlaf (1892-1941) deutscher Dramatiker, Erzähler und Übersetzer
Erster von zwei Zyklen seines Gedichtes „Herbst“
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Drei Grazien
Foto Brigitte Fuchs
Die Spannung steigt und auch der Neid:
Beim Nachbarn steht im Festtagskleid
ein Hahn, ein prächtiger, ein neuer.
Und dieser facht das Liebesfeuer
bei den drei Hühnerdamen an,
bis jede denkt: Das wär mein Mann!
Brigitte Fuchs
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Wenn man nur …
Fotos Brigitte Fuchs
Wenn man nur die wahre von der falschen Liebe unterscheiden könnte, so, wie man essbare von giftigen Pilzen unterscheidet! Mit Pilzen ist es so einfach – man salzt sie gut ein, legt sie zur Seite und wartet geduldig. Aber bei der Liebe – sobald man auf etwas gestossen ist, das auch nur die entfernteste Ähnlichkeit damit aufweist, ist man vollkommen sicher, dass es nicht nur ein echtes Exemplar ist, sondern vielleicht der einzige noch nicht gepflückte echte Pilz. Es braucht eine schreckliche Menge giftiger Pilze, bis man einsieht, dass das Leben nicht ein grosser, essbarer Pilz ist.
Katherine Mansfield (1888-1923) neuseeländische Schriftstellerin
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