Monatsarchive: Februar 2020
Scherben
Foto Brigitte Fuchs
Und wird die Welt auch noch so alt,
der Mensch, er bleibt ein Kind!
Zerschlägt sein Spielzeug mit Gewalt,
wie eben Kinder sind!
Wann alles erst in klein zerstückt
und nichts mehr zu verderben,
so sucht er wieder – neubeglückt –
und spielt dann mit den Scherben.
Carl Spitzweg (1808-1885) deutscher Apotheker, Maler und Zeichner der Spätromantik und des Biedermeiers

Foto Brigitte Fuchs
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Eichelhäher
Foto Brigitte Fuchs: Eichelhäher zu Besuch
Letzthin riss der Sturm
das Vogelhaus um – Glück für
den Eichelhäher
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
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Grau
Foto Brigitte Fuchs: Sitzgelegenheit in Sursee/LU
Dieser Norden! Da wacht man in der verheissendsten Stimmung auf. Griesgrämig, grau, teilnahmslos ruhen die grossen Augen der Fenster auf dir, als wollten sie sagen: wozu regst du dich so auf? was willst du mit deinen törichten Idealen? Alles ist eitel.
Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Dichter, Schriftsteller, Journalist und Übersetzer
Text aus seinen Tagebuchnotizen
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Ein winterliches Gedicht

Erst gestern war es, denkst du daran?
Es ging der Tag zur Neige.
Ein böser Schneesturm da begann
und brach die dürren Zweige.

Der Sturmwind blies die Sterne weg,
die Lichter, die wir lieben.
Vom Monde gar war nur ein Fleck,
ein gelber Schein geblieben.

Und jetzt? So schau doch nur hinaus:
Die Welt ertrinkt in Wonne.
Ein weißer Teppich liegt jetzt aus.
Es strahlt und lacht die Sonne.

Wohin du siehst: Ganz puderweiß
geschmückt sind alle Felder.
Der Bach rauscht lustig unterm Eis.
Nur finster steh’n die Wälder.
Alexander Puschkin (1799 – 1837) russischer Dichter

Alle Fotos Brigitte Fuchs: gestern auf der Staffelegg
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Gleichnis
Fotos Brigitte Fuchs
Ich nehme die unbeständige Welt der Erscheinung als Gleichnis.
Die irdischen Güter acht‘ ich dem Trugbild des Wassers gleich.
Mi-la Ras-pa (ca. 1040-1123) tibetischer Dichter und Philosoph
Text gefunden bei Aphorismen.de
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Wald und überhaupt

Foto Brigitte Fuchs
Alles, was gegen die Natur ist,
hat auf Dauer keinen Bestand.
Charles Darwin (1809-1882) britischer Naturforscher
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Anagramm-Zweizeiler 298

Foto Brigitte Fuchs
WILLST DU BLAUES?
WILDES LUST-BLAU?
Brigitte Fuchs
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Das Festhalten

Foto Brigitte Fuchs
Das Festhalten ist die grosse Quelle der Täuschung. Die Wirklichkeit kann man
nur erreichen, wenn man loslässt.
Simone Weil (1909-1943) französische Philosophin, Dozentin und Lehrerin sowie Sozialrevolutionärin jüdischer Abstammung
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Scharf und sauer
Fotos Brigitte Fuchs
Dem einen Temperament ist es von Nutzen, seinen Verdruss in Worten auslassen zu können: im Reden versüsst es sich.
Ein anderes Temperament kommt erst durch Aussprechen zu seiner vollen Bitterkeit: ihm ist es rätlicher, etwas hinunterschlucken zu müssen: der Zwang, den Menschen solcher Art sich vor Feinden oder Vorgesetzten antun, verbessert ihren Charakter und verhütet, dass er allzu scharf und sauer wird.
Friedrich Nietzsche (1844-1900) deutscher Philosoph, Schriftsteller und Lyriker
Aus „Menschliches, Allzumenschliches“
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