Monatsarchive: Juli 2021

Anagramm-Zweizeiler 339

Fotos Brigitte Fuchs: Vogelmoos in Neudorf

 

 

MUSIKERS WIESE ALS

LEISE WASSER-MUSIK

 

Brigitte Fuchs

 

 

Fotos Brigitte Fuchs

 

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Ausgleich

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Wie des Sees Silberspiegel

Leis bei halbbedecktem Himmel

Jene mattverhüllte Sonne

Schattenblinkend wiederscheint …

Zittert meine Seele sacht –

Schwebend zwischen Licht und Dunkel –

Und die Blendung ist gebrochen

Und die Finsternis versöhnt.

 

Karl Friedrich Henckell (1864-1929) deutscher Lyriker und Schriftsteller

 

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Das stille Örtchen

Fotos Brigitte Fuchs: Toiletten-Häuschen von Kompotoi mit Sägemehl (-spülung), Mikroorganismen und Biokohle,
gesehen im Raum Lenzburg

 

Immerfort

Das Sonnenstäubchen fern im Raume,
Das Tröpfchen, das im Grase blinkt,
Das dürre Blättchen, das vom Baume
Im Hauch des Windes niedersinkt –

Ein jedes wirkt an seinem Örtchen
Still weiter, wie es muss und mag,
Ja, selbst ein leises Flüsterwörtchen
Klingt fort bis an den jüngsten Tag.

 

 

Wilhelm Busch (1832-1908) deutscher Dichter, Maler und Zeichner
Aus „Schein und Sein“

 

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Das bin ich (die Auflösung)

Fotos Brigitte Fuchs: Löwenköpfchen, Löwenkopf- oder Löwenmähnenkaninchen

 

 

Aus hundert Kaninchen wird niemals ein Pferd und aus hundert Verdachtsmomenten niemals ein Beweis.

 

 

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) russischer Schriftsteller

 

 

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Wer bin ich? Was bin ich?

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Auch was wir am meisten sind, sind wir nicht immer.

 

Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) österreichische Schriftstellerin

 

P.S. Die Auflösung des Rätsels folgt morgen…

 

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Das Spiegelbild

Foto Brigitte Fuchs: Plakat einer Theateraufführung mit der inzwischen
verstorbenen Schauspielerin Doris Schade

 

 

Schaust du mich an aus dem Kristall
Mit deiner Augen Nebelball,
Kometen gleich, die im Verbleichen;
Mit Zügen, worin wunderlich
Zwei Seelen wie Spione sich
Umschleichen, ja, dann flüstre ich:
Phantom, du bist nicht meinesgleichen!

Bist nur entschlüpft der Träume Hut,
Zu eisen mir das warme Blut,
Die dunkle Locke mir zu blassen;
Und dennoch, dämmerndes Gesicht,
Drin seltsam spielt ein Doppellicht,
Trätest du vor, ich weiss es nicht,
Würd‘ ich dich lieben oder hassen?

 

(…)

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) deutsche Dichterin und Komponistin
Erste zwei von sechs Strophen des Gedichtes „Das Spiegelbild“

 

 

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Die Schneckenbraut

Foto Brigitte Fuchs

 

Die Schnecke wollte Hochzeit feiern,
am liebsten unter weissen Schleiern.
Ihr blieb nicht sonderlich viel Zeit,
zur Kirche war es ziemlich weit.

Sie schaffte stramm die halbe Strecke
und sagte sich auf einer Hecke:

«Den ersten Besten auszuwählen
und überstürzt sich zu vermählen
wär unbedacht.» Ja, und deswegen
wollt sie’s noch einmal überlegen…

 

Brigitte Fuchs

 

Foto Brigitte Fuchs

 

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Oft pflücke ich auch keine Blumen…

Foto Brigitte Fuchs

 

»Habt ihr etwa ein Buch mit euch genommen, um auf dieser Bank zu lesen«, fragte ich, »oder habt ihr nicht Blumen gepflückt?«

»Ich habe kein Buch mitgenommen und habe keine Blumen gepflückt«, antwortete sie, »ich kann nicht lesen, wenn ich gehe, und kann auch nicht lesen, wenn ich im freien Felde auf einer Bank oder auf einem Steine sitze.«

Wirklich sah ich auch gar nichts neben ihr, sie hatte kein Körbchen oder sonst irgend etwas, das Frauen gerne mit sich zu tragen pflegen, um Gegenstände hinein legen zu können; sie sass müssig auf dem Bänklein, und ihr Strohhut, den sie von dem Haupte genommen hatte, lag neben ihr in dem Grase.

»Die Blumen pflücke ich«, fuhr sie nach einem Weilchen fort, »wenn sie bei Gelegenheit an dem Wege stehen. Hier herum ist meistens der Mohn, der aber wenig zu Sträussen passt, weil er gerne die Blätter fallen lässt, dann sind die Kornblumen, die Wegnelken, die Glocken und andere. Oft pflücke ich auch keine Blumen, wenn sie noch so reichlich vor mir stehen.«

 

 

Adalbert Stifter (1805-1868) österreichischer Schriftsteller, Pädagoge und Maler
Textauszug aus der Erzählung „Der Nachsommer“

 

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Linie

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Formel meines Glücks: Ein Ja, ein Nein, eine gerade Linie, ein Ziel…

 

Friedrich Nietzsche (1844-1900) deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller
Aus „Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert“ Sprüche und Pfeile 1889

 

 

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Grünes Marketing

Fotos Brigitte Fuchs: Fünfweiher in Lenzburg

 

Im Bereich der Fünfweiher in Lenzburg tifft man am Fusse einer mächtigen Buche ein paar Baumstecklinge sowie eine Infotafel mit folgendem Text an:

 

„Das ist NIKINs millionster Baum. Das Lenzburger Unternehmen pflanzt seit 2016 für jedes verkaufte Produkt einen Baum.
Am 19. Dezember 2020 wurde die Millionengrenze geknackt. Zur Feier dieses Meilensteins adoptierte NIKIN diese rund 100-jährige Buche (Fagus sylvatica). Sie steht symbolisch für eine Million Bäume auf der ganzen Welt.

Dies ist erst der Anfang einer wunderbaren Geschichte. NIKIN pflanzt weiter und macht so die Welt zu einem grüneren Ort – tree by tree.“

 

Mehr Infos bei: https://nikin.ch/pages/baeume-pflanzen

 

P.S. Was man über solches Marketing denkt, sei jeder und jedem selbst überlassen.
Aber ich finde, es ist ein Denkanstoss im Sinne von: „Tue Gutes und sprich darüber.“ Und wenn dadurch etwas mehr grün gedacht und realisiert wird, umso besser.

 

 

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