Endspiel

Foto Brigitte Fuchs

 

 

So ist er. Spielt weiter noch immer versteckt

unter dem Strohhut wo ihn keiner mehr sucht.

Und während Rauch einhellig aufsteigt aus

unseren Kaminen nimmt seiner die andere

Richtung. Streicht unentwegt hinwärts über die

Dächer der Glücklosen. Da endlich erhebt er

sich. Schiebt den verwandelten Hut aus der

Stirn. Ich muss es zu Ende bringen sagt er und

setzt Wolken auf in seiner Pfanne aus Nichts.

 

 

Brigitte Fuchs
Aus „Solange ihr Knie wippt“, Gedichte, edition 8, Zürich 2002

 

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8 Antworten auf Endspiel

  1. merlin sagt:

    heute müsste dein mister kurzärmelig auf den dach wohl frieren…
    vielleicht sucht er dann die wärme des kamins oder aber er zieht sich tatsächlich in seine wetterküche zurück. auf alle fälle verkörpert er das widerborstige, welches du in die zeilen gelegt hast 😉
    einen frohen sonntag dir / euch! hier immer noch schneeflocken 🙂 glg.

    • quersatzein sagt:

      Das sind Gedanken, die gut zu diesem Finalspiel mit Spielleiter (Wettergott, Schöpfer oder Spielverderber) passen, Merlin.
      Dankeschön und einen freudigen Sonntag auch euch, der auch hier noch mit einer weissen Schicht und ein paar zaghaften Sonnenstrahlen aufwartet.

  2. Hausfrau Hanna sagt:

    Das kommt mir,
    liebe Frau Quersatzein,
    bekannt vor: Eine andere Person hatte sich ebenfalls einen Hut über die Stirn gezogen, um sich vor Blicken zu schützen. Ein Jahr ist das her…
    Manchmal, finde ich, braucht es einen solchen ‚Hut‘ der Aufmüpfigkeit und der Abgrenzung.
    Ein beeindruckendes Gedicht!
    Mit lieben Grüssen in den Sonntag
    Hausfrau Hanna

  3. quersatzein sagt:

    Ihre Argumentation kann ich gut nachvollziehen, werte Hausfrau Hanna, auch wenn ich keine Ahnung habe von der Person, die Ihnen vorschwebt. :–)

    Haben Sie lieben Dank fürs Lob und seien Sie herzlich und sonntäglich gegrüsst!

  4. Sonja sagt:

    Für mich ein wenig geheimnisvoll, habe an Winterende gedacht, ist aber wohl nicht gemeint!?
    Grüße von Sonja

  5. quersatzein sagt:

    Vielleicht eher Weltende. :–)
    Danke, Sonja und lieben Gruss zu dir.

  6. Syntaxia sagt:

    Ein passendes Bild zu deinen geheimnisvollen Versen.
    „In einer Pfanne aus Nichts“ – so könnte man hoffen, dass er aus dem Nichts etwas macht. Das soll schon manchem bescheidenen Menschen geglückt sein.

    Liebe Grüße,
    SyntaxiaSophie

  7. quersatzein sagt:

    Das wäre in der Tat wünschenswert.

    Einen lieben Nachmittagsgruss zu dir, SyntaxiaSophie.

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