Alle Birken grünen

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Alle Birken grünen in Moor und Heid,
Jeder Brahmbusch leuchtet wie Gold,
Alle Heidlerchen dudeln vor Fröhlichkeit,
Jeder Birkhahn kullert und tollt.

Meine Augen, die gehen wohl hin und her
Auf dem schwarzen, weissflockigen Moor,
Auf dem braunen, grünschäumenden Heidemeer
Und schweben zum Himmel empor.

Zum Blauhimmel hin, wo ein Wölkchen zieht
Wie ein Wollgrasflöckchen so leicht,
Und mein Herz, es singt sein leises Lied,
Das auf zum Himmel steigt.

Ein leises Lied, ein stilles Lied
Ein Lied, so fein und lind,
Wie ein Wölkchen, das über die Bläue zieht,
Wie ein Wollgrasflöckchen im Wind.

 

 

Hermann Löns (1866-1914) deutscher Journalist und Schriftsteller

 

Foto Brigitte Fuchs

 

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22 Antworten auf Alle Birken grünen

  1. andrea sagt:

    Wunderbare Fotos, vor allem das erste fängt die Zartheit des frühen Frühlings so schön ein. Und die Birken sind ja nicht nur botanisch Pionierpflanzen, sondern auch auf die hellen, warmen Jahreszeiten bezogen!

    Liebe Grüße, Andrea

  2. quersatzein sagt:

    Vielen Dank, Andrea.
    Fein, wie du deine Eindrücke schilderst.
    Einen lieben Gruss in deinen Tag.

  3. merlin sagt:

    wow! tolle bilder!
    auch die zeilen passen sehr gut. den dichter kannte ich bis jetzt nicht.
    vor allem die letzte strophe gefällt mir.
    ja, und Birken liebe ich sowieso 🙂
    einen frohen gründonnerstag und glg.

  4. bruni8wortbehagen sagt:

    Das wollgrasflöckchen gefällt mir so gut, liebe brigitte❣️
    Einen lieben morgengruss von bruni

  5. Gerhard sagt:

    Jetzt bestellen gerade die Mauerbienenweibchen ihr Nest. Männchen, die jetzt noch vorbeikommen, haben Pech. Die sind zu spät. Aber sie haben ohnehin nicht gleiche Chancen. Geboren, um alsbald zu sterben. Ein bisschen Nektar können sie trinken.
    Liebe Grüße Gerhard

  6. quersatzein sagt:

    Tja, das Leben ist kein Ponyhof, so heisst es doch passend irgendwo. :–)
    Liebe Grüsse zu dir, Gerhard.

  7. PepeB sagt:

    Birken sind auch meine Lieblingsbäume, liebe Brigitte, und ihr Grünen ist besonders zart. Und wie der Dichter die lichte Freude des Frühlings beschreibt, ich möchte dieses Lied mitsingen.
    Dudelt vor Fröhlichkeit (einen Versuch ist’s wert)
    Petra

  8. quersatzein sagt:

    Das versuche auch ich, liebe Petra, obwohl ich sehr traurig bin, weil eine langjährige Freundin verstorben ist.
    Aber wie heisst es doch so schön bei Juan Ruíz Jiménez: „Und ich werde gehen
    Und die Vögel werden bleiben und singen“.
    Herzliche Grüsse zu dir.

    • PepeB sagt:

      Oh, liebe Brigitte, erst jetzt Deine Antwort gelesen: mein herzliches Beileid. Traurigkeit und Fröhlichkeit gehören ja beide zum Leben, sind miteinander verwoben – bei einem solchen Verlust schwingt eine Saite im Klanggewebe stärker in einem.
      Alles Liebe
      Petra

      • quersatzein sagt:

        Macht gar nichts, Petra.
        Und du hast ja so recht, beides gehört zum Leben dazu, das Traurige und das Fröhliche.
        Und manchmal überwiegt eben das Eine oder das Andere stärker.
        Sei nochmals herzlich gegrüsst!

  9. Hausfrau Hanna sagt:

    Ein wunderschönes Gedicht,
    liebe Frau Quersatzein,
    das danach ruft, vertont zu werden!
    Die nordischen Birken gehören auch zu meinen Lieblingsbäumen und lassen Sehnsuchtsgefühle aufkommen…
    Mit lieben Grüssen zu Ihnen in den heutigen Gründonnerstag
    Hausfrau Hanna

  10. quersatzein sagt:

    Danke, werte Hausfrau Hanna.
    Ja, die Birkenwälder sind vor allem im Norden heimisch.
    Mich begeistern sie auch sehr.
    Einen lieben Gründonnerstaggruss zurück zu Ihnen.

  11. nömix sagt:

    Seine Augen »schweben zum Himmel empor«,
    was ist das für eine Geschichte?
    Wie kam’s, dass Herr Löns seine Augen verlor –
    entfleuchten sie seinem Gesichte?

  12. quersatzein sagt:

    Des Dichters Freiheit geht halt vor,
    da schweben Wort‘ und Aug‘ empor,
    ganz losgelöst von Leib und Geist.
    (Und oben bleiben sie dann meist.)

    ;–)

  13. Bernhard Schmickt sagt:

    Liebe Brigitte,
    jetzt überholt ein Grün das andere 🙂

    LG Bernhard

  14. Sonja sagt:

    Meine Mutter liebte die Lönsgedichte wegen ihrer Nähe zur Natur und sie hätte heute Geburtstag gehabt!
    Traurige Grüße von Sonja

  15. quersatzein sagt:

    Ja, man wird traurig an solchen Tagen.
    Vielleicht hilft ja die Frühlingsnatur ein wenig über den Verlust hinweg.
    Einen lieben Gruss zu dir.

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