Archiv des Autors: Quer
Die Schale
Foto Brigitte Fuchs
Ein Tier. Steht da. Mit keinem Satz
beschrieben in seinen Eigenschaften.
Ich stelle es mir vor: seinen Kreisflug
unter dem Flachdach der Wolken,
seine Sprünge, sein Äsen am Hang,
die auf alles gerichteten Augen. Da: –
Ich stelle eine Schale mit Wasser ins
Gedicht. Für das Tier. Für den
stillbaren Durst des Tiers.
Brigitte Fuchs
Aus „Handbuch des Fliegens“ Gedichte, edition 8, Zürich 2008
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Anagramm-Zweizeiler 641 & 642
Foto Brigitte Fuchs
DIESE BLUMEN-PRACHT:
MILDE, BUNTE SPRACHE.
Brigitte Fuchs
Foto Brigitte Fuchs
RHEINTALER STAUDEN:
DA STAUNTE LEHRERIN.
Brigitte Fuchs
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Limerick 174
Foto Brigitte Fuchs
Fred Wunderlich-Franke aus Thal
empfand Konventionen als Qual.
Bunt, barfuss, mit Hut
und innerer Glut:
Ihn gab’s nur als Original.
Brigitte Fuchs
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August.
Fotos Brigitte Fuchs: Landschaften im Baselbiet
August.
Zusammenstellung
von Pfirsich und Zucker
und die Sonne im Nachmittag
wie der Kern einer Frucht.
Unberührt hält
der Mais sein gelbes
und hartes Gelächter.
August.
Es essen die Kinder
Schwarzbrot und köstlichen Mond.
Federico García Lorca (1898-1936) spanischer Lyriker und Dramatiker
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National feiern
Fotos Brigitte Fuchs
Man denkt hier rational
und feiert national.
Man lässt die Fahnen weh’n
und bleibt ergriffen steh’n.
Gedenkt der Gründer auch
und diesem Landesbrauch.
Verschont vom Krieg bisher:
Was will und wünscht man mehr!
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs
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Das Wasser wird knapp
Foto Brigitte Fuchs
Schwapp, schwapp, sagt die Ente,
das Wasser wird knapp.
Der Teufel kriegt Flügel,
die Hauswurz macht schlapp.
Natur ist im Eimer,
der Lack blättert ab.
Schwapp, schwapp, sagt die Ente,
das Wasser wird knapp.
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs
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Ruhestunden
Fotos Brigitte Fuchs
Still-liegen und Wenig-denken ist das wohlfeilste Arzneimittel für alle Krankheiten der Seele und wird, bei gutem Willen, von Stunde zu Stunde seines Gebrauchs angenehmer.
Friedrich Nietzsche (1844-1900) deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller
Aus: Vermischte Meinungen und Sprüche in „Menschliches, Allzumenschliches.“ Ein Buch für freie Geister
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Nur eine Stunde von Menschen fern

Fotos Brigitte Fuchs: im Wald in Rothrist
(…)
Nur eine Stunde
im grünen Wald,
nur eine einzige Stunde!
Wo die Halme und Blumen
sich flüsternd neigen,
wo die Vögel sich wiegen
auf schwankenden Zweigen,
wo die Quelle rauscht
aus dem Felsenspalt,
nur eine Stunde
im grünen Wald!
Gedicht von Auguste Kurs (1815-1892) deutsche Dichterin
Letzte Strophe des gleichnamigen Gedichtes
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Unscheinbares
Fotos Brigitte Fuchs
„Die Dinge beobachten gilt mir beinah mehr als sie besitzen, und so hat man schliesslich seinen Glück- und Freudeertrag wie anscheinend Bevorzugtere.“
Theodor Fontane (1819-1898) deutscher Schriftsteller

Fotos Brigitte Fuchs
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Sommerfest im Weiher
Foto Brigitte Fuchs
Es lüftet sich der Schleier
zum Sommerfest im Weiher.
Der Frösche sind es viele
beim Ringelreihenspiele.
Sie tanzen in der Reihe
zur Frösche-Sommerweihe.
Schert einer jedoch aus,
holt ihn der Storch heraus –
und manchmal auch der Reiher:
Dann ist sie aus, die Feier.
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
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