Archiv der Kategorie: Bilder
Am Opferherd
Foto Brigitte Fuchs
Komm an mein Feuer, mein Weib,
es ist kalt in der Welt.
Komm an mein Feuer und lege
dein Ohr an mein Herz.
Komm an mein Feuer und mache aus meinen Händen
eine leuchtende Schale für die Wärme
die wir – o wir, mein Weib – verschwenden
an die Welt …
Richard Dehmel (1863-1920) deutscher Schriftsteller und Lyriker
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Anagramm-Zweizeiler 571
Foto Brigitte Fuchs
KAELTE, FROST UND EIS
EISKALTE DUFT-ROSEN
Brigitte Fuchs
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Frühlingsahnung

Foto Brigitte Fuchs
Nun steht daheim der Weissdornstrauch
In ersten Knospentrieben:
Und durch die Lüfte weht ein Hauch
Von leisem Lenz und Lieben.
Nun singt daheim im Abendrot
Die Amsel auf dem Flieder:
»Vergesst des Winters bange Not:
Bald büh’n die Veilchen wieder.«
Hier starrt noch ringsum Frost und Eis:
Und doch, mit Südlandstrieben,
Durch meine Seele wogt es leis,
Ganz leis, wie Lenz und Lieben.
Felix Dahn (1834-1912) deutscher Jurist, Schriftsteller und Historiker

Foto Brigitte Fuchs
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Frostige Zeiten

Foto Brigitte Fuchs
Frostige Zeiten
Ein Stoss Feuerholz im Wald
verspricht Herzwärme
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
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Im Seelischen wie im Körperlichen…
Foto Brigitte Fuchs
Im Seelischen wie im Körperlichen habe ich immer die Empfindung des Abgrundes gehabt, nicht allein des Abgrundes des Schlafes, des Traumes, der Erinnerung, der Begierde, des Bedauerns, der Reue, des Schönen, der Zahl usw.
Ich habe meine Hysterie mit Entzücken und Entsetzen gepflegt.
Jetzt bin ich immer dem Schwindel ausgeliefert, und heute, den 23. Januar 1862, ist mir ein seltsam vorbedeutendes Zeichen zuteil geworden. Ich spürte, wie ein Wehen von den Flügeln der Verblödung über mich hinstrich.
Charles Baudelaire (1821-1867) französischer Schriftsteller und Lyriker
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Winterlust

Fotos Brigitte Fuchs
Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiss;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift!
Doch meint er`s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker schämet euch,
kommt nur heraus, tut es uns gleich.
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an.
Robert Reinick (1805-1852) deutscher Maler und Dichter

Fotos Brigitte Fuchs: Schloss Hallwyl und Umgebung
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Anagramm-Zweizeiler 570
Fotos Brigitte Fuchs
…BISWEILEN HINWEISE.
WEIB WEISS: HINEILEN!
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs
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An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang
Foto Brigitte Fuchs
O flaumenleichte Zeit der dunkeln Frühe!
Welch neue Welt bewegest du in mir?
Was ists, dass ich auf einmal nun in dir
Von sanfter Wollust meines Daseins glühe?
Einem Kristall gleicht meine Seele nun,
Den noch kein falscher Strahl des Lichts getroffen;
Zu fluten scheint mein Geist, er scheint zu ruhn,
Dem Eindruck naher Wunderkräfte offen,
Die aus dem klaren Gürtel blauer Luft
Zuletzt ein Zauberwort vor meine Sinne ruft.
Bei hellen Augen glaub ich doch zu schwanken;
Ich schliesse sie, dass nicht der Traum entweiche.
Seh ich hinab in lichte Feenreiche?
Wer hat den bunten Schwarm von Bildern und Gedanken
Zur Pforte meines Herzens hergeladen,
Die glänzend sich in diesem Busen baden,
Goldfarbgen Fischlein gleich im Gartenteiche?
(…)
Eduard Mörike (1804-1875) deutscher Dichter
Erste drei von sieben Strophen des gleichnamigen Gedichtes
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Schnee

Fotos Brigitte Fuchs
Es schneit
Der erste Schnee, weich und dicht,
Die ersten wirbelnden Flocken.
Die Kinder drängen ihr Gesicht
Ans Fenster und frohlocken.
Da wird nun das letzte bisschen Grün
Leise, leise begraben.
Aber die jungen Wangen glühn,
Sie wollen den Winter haben.
Schlittenfahrt und Schellenklang
Und Schneebälle um die Ohren!
– Kinderglück, wo bist du? Lang,
Lang verschneit und erfroren.
Fallen die Flocken weich und dicht,
Stehen wir wohl erschrocken,
Aber die Kleinen begreifens nicht,
Glänzen vor Glück und frohlocken.
Gustav Falke (1853-1916) deutscher Schriftsteller
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Schiff 1931
Foto Brigitte Fuchs: Dachverzierungen in München, fotografiert 2012
Wir haben keinen günstigen Wind.
Indem wir die Richtung verlieren,
Wissen wir doch, wo wir sind.
Aber wir frieren.
Und die darüber erhaben sind,
Die sollten nicht allzuviel lachen.
Denn sie werden nicht lachen, wenn sie blind
Eines Morgens erwachen.
Das Schiff, auf dem ich heute bin,
Treibt jetzt in die uferlose,
In die offene See. — Fragt ihr: „Wohin?“
Ich bin nur ein Matrose.
Joachim Ringelnatz (1883-1934) deutscher Dichter, Kabarettist und Seefahrer

Foto Fuchs
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