Archiv der Kategorie: Bilder

Immer und überall

Fotos Brigitte Fuchs

 

Dringe tief zu Berges Grüften,
Wolken folge hoch in Lüften;
Muse ruft zu Bach und Tale
Tausend aber tausend Male.

Sobald ein frisches Kelchlein blüht,
Es fordert neue Lieder;
Und wenn die Zeit verrauschend flieht,
Jahrszeiten kommen wieder

 

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) deutscher Dichter und Universalgelehrter

 

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Schüttelreim 65

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Die Kürbisfrau bescheinigt ihrem

Gatten meist

zu wenig inneren Wert und einen

matten Geist.

 

 

Brigitte Fuchs

 

Foto Brigitte Fuchs

 

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In Zyklamenrot

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

In Zyklamenrot

leuchten meine Tagträume

durch den November

 

 

Brigitte Fuchs

 

 

Foto Brigitte Fuchs

 

 

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Anagramm-Zweizeiler 565

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

NOCH BLUEHT ES RINGS.

ERLEBNIS, GUNST: HOCH!

 

Brigitte Fuchs

 

 

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Alles eitel

 

Die güldenen Dukaten,
die waren mir zu schwer;
wohin sie all geraten,
das weiss ich schon nicht mehr.

 

 

Die goldnen Lieder streute
ich aus mit leichtem Sinn,
es nahm als flüchtge Beute
Vergessenheit sie hin.

 

 

Und meiner Lieb Geschmeide,
der Treue funkelnd Erz,
zerbrach mit seinem Eide
ein falsches Mädchenherz.

 

 

So blieb mir in dem Leben
von allem Gold allein
das Feuergold der Reben,
der goldne Feuerwein.

 

 

Und bleibt mir bis zum Grabe
gewisslich treu und hold;
so lang ich Silber habe,
ist dies das beste Gold.

 

Friedrich Hornfeck (1822-1882) deutscher Jurist, Journalist, Redakteur und Schriftsteller

 

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Loch Ness

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

Ach, dieses Loch ist nur für Ness,
sagt Erdmann Jo zu Erdfrau Bess.

Wir kennen ihn, den blauen Wicht,
er schiebt hier täglich seine Schicht.

Er will das Loch für sich allein
und uns bleibt nichts als dieser Stein.

Wärs nicht gerecht und fair indes,
es gäb «Loch Jo» und auch «Loch Bess»?

 

Brigitte Fuchs

 

Foto Brigitte Fuchs

 

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Allerseelen

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Stell‘ auf den Tisch die duftenden Reseden,
Die letzten roten Astern trag‘ herbei
Und lass uns wieder von der Liebe reden
Wie einst im Mai.

Gib mir die Hand, dass ich sie heimlich drücke,
Und wenn man’s sieht, mir ist es einerlei;
Gib mir nur einen deiner süssen Blicke
Wie einst im Mai.

Es blüht und funkelt heut‘ auf jedem Grabe,
Ein Tag im Jahre ist den Toten frei;
Komm‘ an mein Herz, dass ich dich wieder habe,
Wie einst im Mai.

 

Hermann von Gilm zu Rosenegg (1812-1864) österreichischer Jurist und Dichter

 

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November

Fotos: Brigitte Fuchs: Der historische Au-Friedhof in Bad Säckingen

 

 

Bin heut im erstarrten Garten gewesen,
Wo ich in deinem Auge einst Lieder gelesen;
Wo die Biene den Tropfen Seligkeit sog,
Und wie ein Stückchen Himmel der Schmetterling flog.
Wo der Mond aufstieg wie der Liebe Lob,
Wie ein Herz, das sich von der Erde hob,
Und wo jetzt die Wurzeln der Blumen verwesen,
Hab ich in toten Blättern noch Lieder gelesen.

 

 

Max Dauthendey (1867-1918) deutscher Dichter und Maler

 

Fotos: Brigitte Fuchs: Der historische Au-Friedhof in Bad Säckingen

 

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Gespenster

Foto Brigitte Fuchs: Wandmalerei beim Flösserplatz Aarau

 

 

Wir lächeln mitleidig über den Gespensteraberglauben und ahnen gar nicht, wie viele Gespenster wir uns selbst geschaffen haben, um uns vor ihnen gruseln zu können.

 

 

Karl May (1842-1912) deutscher Schriftsteller
Aus der Sammlung „Himmelsgedanken“, Gedichte und Gedanken, 1900

 

Foto Brigitte Fuchs: Wandmalerei beim Flösserplatz Aarau

 

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Trost für das Alter

Fotos Brigitte Fuchs

 

Komm, dass ich dein teures Haupt
Kränzen mag mit roten Eichen;
Schön, o Liebling, dich umlaubt
Dieses Herbstesabschiedszeichen.
Veilchen auch, obgleich bescheiden,
Mehr noch stehn dir Rosen an:
Wie wird dich, geliebter Mann,
Erst der Schnee des Alters kleiden!

 

Ricarda Huch (1864-1947) deutsche Dichterin, Philosophin und Historikerin

 

 

Fotos Fuchs

 

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