Archiv der Kategorie: Gedichte
Grüne Lust
Fotos Brigitte Fuchs
Ich hab‘ meine Lust an dem frischen Grün,
An dem Flüstern und Rauschen der Blätter,
An der duftigen Blumen Sprossen und Blüh’n,
An der Lerche hellem Geschmetter.
(…)
Auguste Kurs (1815-1892) deutsche Dichterin
Erste von vier Strophen des Gedichtes „Meine Lust“
Griesgram sieht alles grau,
Freude malt grün und blau;
rings, wo der Himmel taut,
Frohsinn sein Nestchen baut.
Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766-1849) norddeutscher Dichter
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Die Tulpe
Foto Brigitte Fuchs
Andre mögen andre loben,
Mir behagt dein reich Gewand,
Durch sein eigen Lied erhoben
Pflückt dich eines Dichters Hand.
In des Regenbogens sieben
Farben wardst du eingeweiht,
Und wir sehen, was wir lieben,
An dir zu derselben Zeit.
(…)
August Graf von Platen (1796-1835) deutscher Dichter
Erste zwei von sechs Strophen seines Gedichtes „Die Tulpe“


Fotos Brigitte Fuchs
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Violett, lila, rosa
Fotos Brigitte Fuchs
Was ich dir hier singe,
Ist nur für dich gemacht.
Die violette Syringe,
Der Mond und das Ding der Dinge
Ist nur für dich gemacht.
(…)
Klabund (1890-1928) deutscher Schriftsteller, Dramatiker, Komödienschreiber und Lyiker
Erste von drei Strophen seines Gedichtes „Was ich dir hier singe“
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Ostern
Fotos Brigitte Fuchs: beim Schloss Hallwyl
Zärtlichkeiten
Ein paar Schritte gehen vom Wasserschloss
zum nahen See den aufgeweichten Moorwiesen
entlang der Frühling legt Blütenteppiche aus
für den Osterspaziergang – Buschwindröschen
Himmelsschlüssel und Dotterblumen – da und dort
platziert er Spaliere aus jungen Weiden es duftet
nach nassem Gehölz und Küchenkräutern
in den Büschen schwirren summen und krabbeln
Flügel und Beine und von den Bäumen tönt ein
Potpourri aus Verkündigung und Vogelhochzeit
Brigitte Fuchs
Das Gedicht ist auch zu finden in der Poesie Agenda 2025, hrsg. von Jolanda Fäh und Susanne Matthies, orte-Verlag Schwellbrunn

Fotos Brigitte Fuchs: beim Kloster St. Urban
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Karfreitag

Foto Brigitte Fuchs
(…)
O schweigt, ihr Vöglein auf den grünen Auen!
Es hallen rings die dumpfen Glockenklänge,
Die Engel singen leise Grabgesänge;
O still, ihr Vöglein hoch im Himmelblauen!
(…)
Eduard Möike (1804-1875) deutscher Dichter
Eine von fünf Strophen seines Gedichtes „Karwoche“
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Jüngster Frühling
Fotos Brigitte Fuchs
Nun kommt der Frühling doch Jahr für Jahr,
Dasselbe Blühen, wie’s immer war,
Von Kindern sind Plätze und Strassen voll,
Man weiss nicht mehr, wo man treten soll.
Die Mädchen glühen vor lauter Glück,
Heller die Kleider und heller der Blick,
Und blitzt wo ein Zöpflein im Sonnenschein,
Da fängt es sich wohl einen Knaben ein.
Und hoch aus des Himmels seligem Feld
Geht ein Leuchten über die Welt…
Wohl seh ich das alles in jedem Jahr,
Doch schwör ich, dass es nie schöner war,
Als gerade in diesem, in diesem Jahr.
Ludwig Jacobowski (1868-1900) deutscher Lyriker, Schriftsteller und Publizist
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Eilt euch, eil‘ dich, die Bäume blühen !

Foto Brigitte Fuchs: Fricktal
Eilt euch, eil‘ dich, die Bäume blühen!
Voll Liebesblicke die Bäume stehen;
Eh‘ du hingesehen, will’s schon vergehen.
Komm zu den hellen verliebten Bäumen,
Die alle Wege jetzt hochzeitlich säumen!
Sollst dich ins Licht zu ihnen stellen,
Lächelnd wird spielend sich zu dir gesellen,
Dass auch dir die Blicke verliebt aufglühen. —
Eilt euch, eil‘ dich, die Bäume blühen!
Max Dauthendey (1867-1918) deutscher Dichter und Maler
Aus „Lusamgärtlein“

Foto Brigitte Fuchs
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Glück
Foto Brigitte Fuchs
Etwas geschieht
nimmt Gestalt an
ich strecke die Hand aus
und es singt
Brigitte Fuchs
Aus „Suchbild mit Garten“, Gedichte, kukuruz Verlag, Lüchingen 1998

Foto Brigitte Fuchs
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Ode von Herbst und Lenz

Foto Brigitte Fuchs
Manche altern getrost, denn ihr Verblühen ist
leises Wachstum, und still tritt sie der Abend an.
Spätem Himmel entsank rosige Dämmerung,
und kein Schatten droht aus der Nacht.
Aber andere sind unter gebleichtem Haar
irr, entwurzelt, verjagt, krank an der Kindheit. Oft
am verschlossenen Tor knospender Gärten stehn
sie erschauernd, den Bettlern gleich.
Alfred Grünewald (1884-1942) österreichischer Schriftsteller
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Blätter von dem grossen Baum
Foto Brigitte Fuchs: Magnolienbaum
Plötzlich hallt mein Schritt nicht mehr,
sondern rauschet leise, leise,
wie die tränenvolle Weise,
die ich sing‘, von Sehnsucht schwer.
Unter meinen müden Beinen,
die ich hebe wie im Traum,
liegen tot und voll von Weinen
Blätter von dem grossen Baum.
Selma Meerbaum-Eisinger (1924-1942) rumänische, deutschsprachige Dichterin, die als verfolgte Jüdin achtzehnjährig entkräftet am Fleckfieber verstarb.
Gedicht aus dem Jahre 1939 mit dem Titel „Welke Blätter“

Fotos Brigitte Fuchs
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