Monatsarchive: Mai 2019

Stiefmütterchen

Foto Brigitte Fuchs

 

Stiefmütterchen haben sie dich genannt,
O sag‘ mir doch, haben
Sie keinen schöneren Namen gekannt,
Die einst ihn dir gaben?

Als Kind schon war ich der Stiefmutter feind,
Ich konnt‘ sie nicht leiden;
Ich hab‘ manche bittre Thräne geweint,
Gesucht sie zu meiden.

Und doch war mein gutes Stiefmütterlein
Oft um mich in Sorgen,
Jetzt weiss ich’s, ich musste ihr Liebling sein,
Der bei ihr geborgen.

 

Foto Brigitte Fuchs

 

Als längst schon die gute Stiefmutter todt,
Da lernt‘ ich erkennen
Wie sehr dem verlassenen Kinde es Noth
Sie Mutter zu nennen.

Versöh’n du mich schönes Stiefmütterlein
Mit der, die im Grabe,
Dann sollst du das liebste Blümchen mir sein,
Das um mich ich habe.

 

Karl Stelter (1823-1912) deutscher Kaufmann und Dichter
Text aus dem Internet

 

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2093

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Das wird wohl nicht ganz reichen bis 2093.

 

 

Brigitte Fuchs

 

 

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Im Zoo IV

Foto Brigitte Fuchs: Zoo Zürich

 

 

Sprichwörter:

Hintenaus hat keine Ehre.

Stolz geht voran und Schande hintennach.

Vorne fix. Hinten nix.

 

 

Foto Brigitte Fuchs: Zoo Zürich

 

 

 

Und wär der Pfau

nicht so schlau –

er würde das glauben,

genau.

 

Brigitte Fuchs

 

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Im Zoo III und Anagramm-Zweizeiler 283

Fotos Brigitte Fuchs: Zoo Zürich

 

 

GRUENE WASSERWELTEN.

AUSWEG SELTEN, WERNER…

 

Brigitte Fuchs

 

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Im Zoo II

Fotos Brigitte Fuchs: Zoo Zürich

 

Von dem grossen Elefanten

Kennst du den grossen Elefanten,
du weisst, den Onkel von den Tanten,
den ganz ganz grossen, weisst du, der –
der immer so macht, hin und her.

Der lässt dich nämlich vielmals grüssen,
er hat mit seinen eignen Füssen
hineingeschrieben in den Sand:
Grüss mir Sophiechen Windelband!

Du darfst mir ja nicht drüber lachen.
Wenn Elefanten so was machen,
so ist dies selten, meiner Seel!
Weit seltner als bei dem Kamel.

 

Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Dichter und Schriftsteller

 

Fotos Brigitte Fuchs: Zoo Zürich

 

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Im Zoo

Fotos Brigitte Fuchs: Zoo Zürich

 

Im Zoo

 

Im Zoo, im Zoo, das ist halt so,
sind längst nicht alle Tiere froh.
Der Koala auf dem Koalabaum
träumt wohl den Eukalyptustraum.

Der Eisbär wünscht sich Schnee und Eis.
Er findet’s hier im Grund zu heiss.
Und das Kamel, das Wüstentier,
fragt sich bestimmt: Was mach ich hier?

Die Affen kreischen laut wie immer
durchs nachempfundene Urwaldzimmer.
Man ahnt bei Tigern, Löwen, Bären,
wo sie jetzt viel, viel lieber wären.

Die Kängurus sind im Moment
auch auf dem falschen Kontinent.
Doch ist es wie beim Mensch nun mal:
Das Leben ist suboptimal…

 

Brigitte Fuchs

 

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Wie die Biene

Foto Brigitte Fuchs

(…)

Wie die Biene
Labest du,
Süsser Miene
Gabest du
Honig nur den deinen,
Und wir dachten, keinen
Stachel habest du.

(…)

 

Friedrich Rückert (1788-1866) deutscher Dichter und Übersetzer
Zweite von fünf Strophen seines Gedichtes „Wie die Biene“
Aus Ralph Dutli „Das Lied vom Honig“, Eine Kulturgeschichte der Biene“, Wallstein Verlag, Göttingen 2012

 

Foto Brigitte Fuchs

 

P.S. Der Stachel sieht heute so aus:

 

Foto Brigitte Fuchs

 

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Anagramm-Zweizeiler 282

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

VOGELSCHEUCHEN AM WEG:

ACH, VOEGELMENGE WUCHS…

 

 

Brigitte Fuchs

 

Fotos Brigitte Fuchs

 

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Ausgleich

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Ein schöner, gerechter und vornehmer Ausgleich der Dinge

besteht darin, dass, wie Krankheit und Kummer übertragbar sind,

nichts in der Welt so sehr ansteckend wirkt, wie Gelächter

und gute Laune.

 

 

Charles Dickens (1812-1870) englischer Erzähler, Parlamentsberichterstatter und Advokatenschreiber

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An die freie Presse

Fotos Brigitte Fuchs

 

Halte nicht zurück deine Meinung!
Aus dem Herzen in die Welt
Lass getrost in die Erscheinung
Treten, was dir wohl gefällt.
Strafe kühn das Geistig-Hohle,

Mach dich zur Wahrheit Hort!
Alles dient dem Staat zum Wohle,
Und bei uns heisst die Parole:
Licht und Luft dem freien Wort.

 

Adolf Glassbrenner (1810-1876) deutscher Humorist und Satiriker
Text aus dem Internet

 

Dazu noch dies:

Im Gedicht von Adolf Glassbrenner, das sich zuerst liest wie ein Lob auf die Pressefreiheit, ist, versteckt in den Anfangsbuchstaben (im Akrostichon also), die konträre und damals wohl vorherrschende Parole zu lesen:

„HALTS MAUL“

 

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