Monatsarchive: Januar 2026
Dem Nebel entfliehen
Dass uns im Tal der Nebel dicht
und grau umhüllt, gefällt uns nicht.
Zumal die Menschen weiter oben
den klaren, blauen Himmel loben.

Drum fahren wir, anstatt zu klagen,
an diesen tristen, trüben Tagen
(die Fahrzeit nehmen wir in Kauf)
den nahen Hügelzug hinauf.

Bald lichten sich die Nebelschwaden.
Die Sonne lockt zum Sonnenbaden.
Wie schön das ist! Für kurze Zeit
wird alles hell und leicht und weit.
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs: Blick von den Jurahöhen ins Tal
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Drei Schwäne
Foto Brigitte Fuchs
Drei Schwäne zogen übern See,
so weiss wie frisch gefall’ner Schnee.
Sie zogen still zur Abendstund
gleich Engeln übers Erdenrund.
Text von Unbekannt
„Wer einen Engel sucht und nur auf die Flügel schaut, könnte eine Gans nach Hause bringen.“
Von Unbekannt
(Manchmal fälschlich Georg Christoph Lichtenberg zugeschrieben.)
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Schüttelreim 73
Foto Brigitte Fuchs
Aus Büchern stammt es sicher nicht, was
Bären wissen.
Sie glauben nämlich, Lesebücher
wären Bissen.
Brigitte Fuchs
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Wintertag

Fotos Brigitte Fuchs: Auf dem Heitern bei Zofingen
Über schneebedeckter Erde
Blaut der Himmel, haucht der Föhn –
Ewig jung ist nur die Sonne!
Sie allein ist ewig schön!
Heute steigt sie spät am Himmel,
Und am Himmel sinkt sie bald
– Wie das Glück und wie die Liebe –
Hinter dem entlaubten Wald.
Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) Schweizer Dichter
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Spatzen
Foto Brigitte Fuchs
Spatzen zu Besuch
Beim Futtern haben sie stets
die Katze im Blick
Brigitte Fuchs
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Zweimal zwei ist vier
Foto Brigitte Fuchs: Video in einer Ausstellung gesehen
Mit grossen Gebärden und grossen Worten
Treibens viele Leute allerorten.
Haben eine absonderliche Manier,
Zu sagen: zweimal zwei ist vier.
Orakeln im mystischen Tempelbass:
Liebe Brüder, wenn’s regnet, wird’s nass!
Je weniger sie zu sagen haben,
Je toller gebärden sich die Knaben.
Doch wie sie sich geben und wie sie beharren,
Man merkt gleich, es sind Narren.
Sind auch etliche »Dichter« darunter,
Die treiben’s erst munter!
Gustav Falke (1853-1916) deutscher Schriftsteller
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Kindliches Spiel
Fotos Brigitte Fuchs
Kinderlust
Fröhlich springen wir im Kreise,
Lachen laut und sorgenfrei,
Jeder Tag ist eine Reise,
Und das Spiel ist stets dabei.
Heute laufen, morgen singen,
Dann ein Traum aus Fantasie –
Ach, wie leicht die Stunden klingen
In der Kinderspiele-Melodie.
Hoffmann von Fallersleben (1798–1874) deutscher Dichter
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Auch Raben
Foto Brigitte Fuchs
Auch Raben sitzen gern zu zweit,
erzählen sich Geschichten.
Sie haben jedoch, weit und breit,
kaum Gutes zu berichten.
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
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Die Wintersonne an die Südländer
Foto Brigitte Fuchs
Hängt länger euch, o Kinder,
Nicht an mein goldnes Kleid!
Hab‘ ja noch andre Kinder
Im Norden, weit, weit, weit!
In ihrem grimmen Winter
Bin ich ihr einz’ger Trost:
Komm‘ ich nicht auf ein Stündchen,
Sie sterben mir vor Frost.
Auf dumpfer Hütten Schwelle,
Um die ein Eiswall ragt,
Erwarten ungeduldig
Sie mich, sobald es tagt.
Sie grüssen lautaufjauchzend
Mit Schmeichelnamen mich,
Und weinen fast, entfernet
Mein goldner Wagen sich.
Elisabeth Kulmann (1808-1825) deutsch russische Dichterin
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