Monatsarchive: Januar 2026
Endspiel

Foto Brigitte Fuchs
So ist er. Spielt weiter noch immer versteckt
unter dem Strohhut wo ihn keiner mehr sucht.
Und während Rauch einhellig aufsteigt aus
unseren Kaminen nimmt seiner die andere
Richtung. Streicht unentwegt hinwärts über die
Dächer der Glücklosen. Da endlich erhebt er
sich. Schiebt den verwandelten Hut aus der
Stirn. Ich muss es zu Ende bringen sagt er und
setzt Wolken auf in seiner Pfanne aus Nichts.
Brigitte Fuchs
Aus „Solange ihr Knie wippt“, Gedichte, edition 8, Zürich 2002
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
8 Kommentare
Es wächst
Fotos Brigitte Fuchs
Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.
Friedrich Wilhelm Weber (1813-1894) deutscher Arzt, Politiker und Dichter

Fotos Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
24 Kommentare
Landläufigkeiten
Fotos Brigitte Fuchs
Die Klappstühle vor dem Gasthof sind
allesamt vom Neuschnee besetzt die
frisch hingewehten Tischtücher noch
unangetastet keine Spur von Flecken
Vogeltritten oder Handgreiflichkeiten
Den Strassenrand markieren orange
Stangen eine der Laubsäge enteilte
Schneeprinzessin im kirschroten Kleid
warnt die Autofahrer vor den Kindern
des Orts Tempo dreissig ist erlaubt
Jeder hält sich heute daran auf eine
Rutschpartie sind höchstens die paar
Schulkinder aus oder der Junglehrer
der hinter der neuen Kollegin über
den vereisten Schulhausplatz tänzelt
Brigitte Fuchs
Aus „Es tanzt der Stein“ Gedichte, edition 8, Zürich 2014

Fotos Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
22 Kommentare
Kälte
Fotos Brigitte Fuchs
Kälte ist, wenn dein Atem in der Luft tanzt und du trotzdem das Gefühl hast, du hättest deinen Mantel zu Hause vergessen.
Spruch von unbekannt
Veröffentlicht unter Bilder, Sätze
18 Kommentare
Festtagsschmaus

Fotos Brigitte Fuchs
Zu Weihnacht und zum Jahresstart
ist meist der Vogelwinter hart.
Das tut den Menschen oftmals leid,
drum sammeln sie mit Lust und Schneid
diverse Leckereien.
Die legen sie im Garten aus
(mag es auch heftig schneien)
den Vögelchen als Festtagsschmaus.
Kann sein, dass diese in Gedanken
den Spendern höflich danken.
Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Kapriolen
14 Kommentare
Es gab der Könige drei
Foto Brigitte Fuchs:
Darstellung an einer Hausfassade in Rapperswil/SG (der Künstler Augustin M. Bächtiger malte es 1934)
Auf meine Feststellung im Internet „Es gab der Könige drei“ generierte die KI folgende Erklärung, mit der ich soweit ganz zufrieden bin.
„Es gab der Könige drei“ bezieht sich auf die Heiligen drei Könige (Caspar, Melchior, Balthasar), die von einem Stern geführt nach Bethlehem kamen, um dem Jesuskind zu huldigen und Geschenke (Gold, Weihrauch, Myrrhe) zu bringen, obwohl die Bibel sie als „Weise aus dem Morgenland“ (Magier/Sterndeuter) beschreibt und ihre Namen erst im Mittelalter feststanden. Sie repräsentieren oft die drei damals bekannten Erdteile Europa, Asien und Afrika und sind heute mit dem Dreikönigsfest am 6. Januar verbunden, bei dem Sternsinger Spenden sammeln.
KI-generierter Text
Veröffentlicht unter Bilder, Texte
20 Kommentare
DICKE NEUJAHRSPOST (ein Anagramm)
Fotos Brigitte Fuchs
SO UNPRAKTISCH JEDE
DICKE NEUJAHRSPOST.
JA, SCHRIE POSTKUNDE.
Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Anagramme, Bilder
16 Kommentare
Winterlust
Fotos Brigitte Fuchs
Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiss;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift,
Doch meint er´s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker, schämet euch,
Kommt nur heraus, tut es uns gleich.
Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an!
Robert Reinick (1805-1852) deutscher Maler und Dichter

Fotos Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
18 Kommentare
Das neue Jahr
Foto Brigitte Fuchs
Das neue Jahr fängt mit alten Gewohnheiten an.
Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Sätze
20 Kommentare
Zwischen zweier Jahre Sarg und Windel
Foto Brigitte Fuchs
Zwischen zweier Jahre Sarg und Windel
Wiederholt sich immer solch historischer Schwindel,
Der zumal Kalenderfabrikanten
Und viele alte antitot gesinnte Tanten
Hochbeglückt.
Und auch mich.
Prosit Neujahr, Brüder!
Ich bin heute lüderlich.
Ja, ich brülle und betrinke mich.
Mich schlägt keine Uhr.
Und ich wünsche jedem Menschen nur:
Dass von dem, was er mit losem Munde
Heute erfleht, möglichst wenig in Erfüllung geht.
Weil die Welt mir doch zu jeder Stunde
So am richtigsten erscheint, wie sie besteht.
Joachim Ringelnatz (1883-1934) deutscher Dichter, Kabarettist und Seefahrer
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
17 Kommentare







