Tagesarchive: 2. November 2026
Die Seelen
Fähre beim Kloster Fahr
Der Fährmann lag in seinem Schiff
Beim Schein des Mondenlichts,
Als etwas kam und rief und pfiff,
Doch sehen tat er nichts.
Ihm war, als stiegen hundert ein.
Das Schifflein wurde schwer.
Flink, Fährmann, fahr uns übern Rhein,
Die Zahlung folgt nachher.
Und als er seine Pflicht getan,
Da ging es klinglingling,
Da warf ein Goldstück in den Kahn
Jedwedes Geisterding.
Husch, weg und weiter zog die Schar.
Verwundert steht der Mann:
So Seelen sind zwar unsichtbar
Und doch ist etwas dran.
Wilhelm Busch (1832-1908) deutscher Zeichner, Maler und Dichter
Aus der Sammlung „Zu guter Letzt“
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
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