Frühling

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

Die Rebe blüht, ihr linder Hauch
Durchzieht das thauige Revier,
Und nah‘ und ferne wiegt die Luft
Vielfarb’ger Blumen bunte Zier.

Wie’s um mich gaukelt, wie es summt
Von Vogel, Bien‘ und Schmetterling,
Wie seine seidnen Wimpel regt
Der Zweig, so jüngst voll Reifen hing.

Noch sucht man gern den Sonnenschein
Und nimmt die trocknen Plätzchen ein;
Denn Nachts schleicht an die Gränze doch
Der landesflücht’ge Winter noch.

O du mein ernst gewalt’ger Greis,
Mein Säntis mit der Locke weiss!
In Felsenblöcke eingemauert,
Von Schneegestöber überschauert,
In Eisespanzer eingeschnürt:
Hu! wie dich schaudert, wie dich friert!

 

 

Annette von Droste Hülshoff (1797-1848) deutsche Dichterin und Komponistin

 

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16 Antworten auf Frühling

  1. C Stern sagt:

    Ein wahrer Frühlingsteppich tut sich hier auf 🙂
    Und wie herrlich beschrieben die Revierfehde zwischen Frühling und Winter.
    Der Tag gehört dem Frühling, die Nacht noch dem flüchtigen Winter.
    Heute suchen wir gerne den milden Sonnenschein und widmen uns den ersten Frühlingsboten in unserem geliebten Botanischen Garten. Danach genießen wir ganz sicher unseren Teehausbesuch.
    Herzliche Morgengrüße in die Schweiz, C Stern

  2. merlin sagt:

    es ist schon viel farbe in der natur 🙂
    ob der winter noch einmal alles übermalt?
    wenn, dann dürfte es sich um ein kurzzeitiges kunstwerk handeln…
    einen frohen sonntag dir / euch und herzliche morgengrüsse.

  3. quersatzein sagt:

    Lust auf Winter habe ich keine mehr, aber ausgeschlossen ist das natürlich nicht.
    Heute wird uns der Saharastaub noch ein wenig „benebeln“.
    Aber es scheint ein feiner Frühlingssonntag zu werden.
    Viel Freude und einen ansprechenden Tag auch dir und euch mit ebenfalls herzlichen Grüssen.

  4. mano sagt:

    hier saharat es auch…
    aber auf die letzten zwei wochen trifft das gedicht wirklich zu. nachts fast noch minustemperaturen, das tags aber herrliche sonnenstunden voller bunter blüten und bestens zum draußen-sitzen geeignet. nein, schneegestöber möchte ich nicht mehr haben, der winter möge doch bitte hoch in den bergen bleiben!
    liebe sonntagsgrüße
    mano

  5. quersatzein sagt:

    Dieser Ansicht bin ich auch, Mano.
    Den Skigebieten gönne ich den Schnee, aber hier darf der Frühling gerne definitiv übernehmen. :–)
    Sei lieb gegrüsst!

  6. Edith sagt:

    Dem ist einfach nichts hinzuzufügen – Fotos und Worte sprechen eine sehr deutliche Sprache. Darum – ein Hoch auf dem Frühling und auf uns alle, die sich darauf freuen.
    Sonnensonntagsgrüße ganz herzlich,
    Edith

  7. quersatzein sagt:

    Genau, das ist auch meine Meinung, Edith. :–)
    Der Frühling, er lebe hoch!
    Schöne Sonntagsgrüsse zu dir.

  8. Gerhard sagt:

    Du hast auch den Schneeball fotografiert.
    Der ist bei uns gerade ein Insektenmagnet.
    Da muss ich nirgends sonst schauen.

    Liebe Grüsse aus dem Blogverzicht heraus

    Gerhard

  9. quersatzein sagt:

    Ja, der Strauch blüht momentan an sehr vielen Orten und lockt die Insekten magisch an. Das ist für dich als Insektenkenner und -fotograf sicher wunderbar.

    Dein Blogverzicht, so gut er auch begründet sein mag, ist für uns verbleibende Blogger/innen ein herber Verlust. Juckt es dich nicht manchmal in den Fingern? :–)
    Jedenfalls liebe Frühlingstagsgrüsse zu dir.

  10. Gerhard sagt:

    Es juckt schon.
    Dass ich DIR ein herber Verlust bin, das glaube ich. Deine Kommentare bei mir waren nie einsilbig oder gestanzt. Du hast auch keinen blossen Funkenregen in Form von Sternchen hinterlassen wie so manch andere.
    Bei zwei politischen Bloggern, die ich ab und an besuche, finde ich aber auch belanglose, kurze oder nicht zum Text passende Kommentare vor, wenn es dort überhaupt Kommentare gibt.
    Manchmal reizt es schon, gerade jetzt, in dieser Zeit, Befindlichkeiten sauber formuliert auszubreiten, nach Möglichkeit unmissverständlich.
    Meine Frau sagt, ich sei zu anspruchsvoll, was in solch einem Fall die Komnentare betrifft. Das stimmt wohl schon. Gerade wenn man lange an einem Essay feilt.

    Meine Insektenfotos stelle ich gelegentlich in Whatsapp ein. Das ist zumindest ein partieller Ersatz

    Liebe Grüße Gerhard

    • quersatzein sagt:

      Das stimmt alle, was du sagst, Gerhard. Meinerseits bin ich aber wohl weniger kritisch, was die Kommentare betrifft.
      Sie dürfen auch mal kurz und ohne besonderen Tiefgang sein, sogar ein Gruss allein kann manchmal durchaus erfreulich sein. Hauptsache, man schreibt fair und ohne Provokation oder gar Hass. (Letzteres kam hier in diesem Blog bisher nicht vor, aber ich politisiere ja auch bewusst nicht.)
      Alles im angenehmen, grünen Bereich also. :–)

      Bei Whatsapp bin ich nicht. Da halte ich mich gerne raus.

      Dir vielen Dank für die engagierten Zeilen.
      Sei lieb gegrüsst!

  11. mona lisa sagt:

    Dieses Nebeneinander ist auch hier zu beobachten,
    wenngleich tagsüber ein wenig schattiert durch den Sahara-Staub.
    Dennoch: die sonne setzt sich durch und unterstützt das Leben,
    nicht nur bei den Pflanzen. Mir hilft sie, wieder gesund zu werden.
    Die Droste war schon eine genaue Beobachterin und Dichterin.
    Herzliche Sonntagsgrüße

  12. quersatzein sagt:

    Ich bekam gar nicht mit, Mona Lisa, dass du krank warst oder noch bist.
    Das tut mir leid für dich und ich wünsche dir von Herzen baldige und vollständige Genesung.
    Wenn dich die Sonne dabei unterstützen kann, umso besser!
    Ja, die Droste war eine ernst zu nehmende Frau und Dichterin.

    Einen lieben Abendgruss zu dir.

  13. Syntaxia sagt:

    Ja, sehr fein hat sie das beschrieben. Wenn alles noch auf der Kippe steht.
    O“ du mein ernst gewalt’ger Greis,
    Mein Säntis mit der Locke weiss!“
    Das ist für mich so schön formuliert. Diese Verbundenheit mag ich!
    Und den Frühling mag ich, er dürfte nun gern richtig durchstarten.
    Ich mag nicht mehr frieren!

    Liebe Grüße,
    SyntaxiaSophie

  14. quersatzein sagt:

    Es geht mir wie dir, Syntaxia: Ich mag auch nicht mehr frieren und wäre froh, wenn der Winter sich definitiv fern halten würde. :–)
    Ja, die Zeilen mit dem Säntis liebe ich auch, zumal ich früher in seiner Nähe beheimatet war.

    Einen lieben Abendgruss zu dir.

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