Glückserinnerung

Foto Brigitte Fuchs

 

Leg du auf meine Lebensgeige
die Hände an des Schicksals Statt, –
dass ich vergesse, was für feige
Töne jede Saite hat.

Lehr mich ein Lied. Ein Lied das zage
wie Glückserinnerung beginnt.
Ein Lied für meine Feiertage,
die ohne alle Hymne sind.

 

 

Rainer Maria Rilke (1875-1926) österreichischer Erzähler und Lyriker deutscher und französischer Sprache

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8 Antworten auf Glückserinnerung

  1. merlin sagt:

    glückserinnerung passt für mich zum gestrigen tag…mit lieben menschen zusammen zu sein und dankbar geniessen zu dürfen, was will man mehr…
    die zeilen von rilke sind dagegen melancholisch und drücken aus, dass im moment einiges zum glücklichsein fehlt.
    ich mag rilkes zeilen immer wieder, verstehe längst nicht alle, manche sind mir auch zu üppig, an der grenze zum kitsch, aber sein werk ist schon ausserordentlich.
    ich wünsche dir/euch einen frohen stephanstag und sende stubengrüsse nach westen.

  2. quersatzein sagt:

    Genau so empfinde ich die Lyrik von Rilke auch: manchmal etwas gekünstelt, manchmal etwas verschleiert, aber immer authentisch und ausdrucksstark.
    Schön, dass ihr auch feine Erinnerung habt an den gestrigen Weihnachtstag.
    Auch wir genossen die Zeit mit den Enkeljungs und deren Eltern sehr und nehmen dieses harmonische Beisammensein als Geschenk.
    Frohe Stephanstagsgrüsse auch zu dir und euch.

  3. Sonja sagt:

    Was für ein hübsches Leuchtsternchen.
    Nicht wahr, es lebt sich schön mit Kindern und Enkeln, besonders in diesen Tagen und zum Glück fehlen „feige Töne“, was immer Rilke damit meinte!
    Herzlich
    Sonja

  4. quersatzein sagt:

    Ganz genau, Sonja, so ist es!
    Ein Hoch auf diese schönen Stunden!
    Und einen lieben Gruss zu dir und deinen Liebsten.

  5. C Stern sagt:

    Es fällt mir zwar schwer, Rilkes Worte zu deuten –
    aber zum Thema Glückserinnerung fällt mir einiges ein: Allein der heutige Tag wird tatsächlich zu so einer Erinnerung – und ich beschließe ihn mit sehr viel Freude im Herzen.
    Ganz liebe abendliche Grüße, C Stern

  6. Syntaxia sagt:

    Auch wenn ich längst nicht so verstehe, wie er es meinte, hat dieses Gedicht etwas Traurigschönes. Allein das Wort Lebensgeige und die Glückserinnerungen machen, dass man es gern liest und auch mehrmals.
    Dann reihe ich mich ein und habe heute fleißig Glückserinnerungen im Beisammensein mit meiner Tochter gesammelt. 🙂

    Liebe Grüße,
    SyntaxiaSophie

  7. quersatzein sagt:

    Das kann ich nur bestätigen, SyntaxiaSophie.

    Lieben Dank und Abendgruss zu dir.

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