
Fotos Brigitte Fuchs
Wenn die weisse Mondlichtseide
über die Magnolien fliesst,
beugt sich tief mein Herz im Leide,
weil so kurz das Leben ist.
Alle Sorgen, alle Mühen
segnet solcher Schönheit Schein.
Und von dieser Erde Blühen
muss so bald geschieden sein?
Ewig, ewig möchte ich schauen
dieser Schöpfung Lieblichkeit.
Lass, Herr, einen Trost mir tauen
vor der nahen Dunkelheit.
Dass ein Blütenkelch voll Freude
In das Trennungsleid sich giesst,
wenn die weisse Mondlichtseide
über die Magnolien fliesst.
Auguste Haarländer (1882-1919) Journalistin und Schriftstellerin, verstarb früh an Herzversagen.
Das Gedicht wurde von ihr verfasst im Frühling 1917
„Verweile doch, du bist so schön …“
Der Wunsch, das Schöne nicht nur zu genießen, sondern auch (vergeblich) festhalten zu wollen, das kommt in diesem Gedicht so klar zum Ausdruck. Aber auch der Schmerz, den das Festhalten zur Folge haben kann.
Nachdenkliche Grüße
Schön, wie du das darlegst, Mona Lisa.
Ja, mit dieser Ambivalenz müssen wir uns abfinden.
Dir einen guten Tag und herzlichen Gruss.
Das schöne Naturgedicht,
liebe Frau Quersatzein,
der so jungverstorbenen Dichterin (deren Name ich mir merke) stimmt nachdenklich und zugleich froh:
Ja, die Natur hat etwas Überwältigendes, dem wir uns nicht entziehen können…
Einen herzlichen Gruss in den sonnigen Morgen
Hausfrau Hanna
Das sehe ich genauso wie Sie, liebe Hausfrau Hanna.
Einen frohen Gruss zu Ihnen.
Weltschmerz in feine Mondlichtseide mit Magnolienblüte verpackt.
Seufz,
Petra
Ja, das ist zum Seufzen schön. :–)
Danke und lieben Retourgruss.
„Mondlichtseide“, was für ein Wort, und überhaupt…
Frühlingsgrüße von Sonja
Genau!
Frühlingsgrüsse zurück zu dir, Sonja.
Soweit sind die Magnolienbäume in meinem Umfeld noch nicht. Ihre Knospen sind nur sehr zart ausgeprägt.
Ich hoffe, dass diese herrlichen Blüten nicht gleich wieder von Wind und Wetter vom Baum geweht werden.
Das Wort „Mondlichtseide“ hat auch mich gleich angesprochen.
Liebe abendliche Grüße, C Stern
Ja, sie beginnen erst mit ihrer Entfaltung. Das waren die wenigen offenen Blüten am Strauch. (Der Header entstand früher mal im April.)
Mondlichtseide tönt wunderbar.
Dir einen mondlichtseidenen Abend und lieben Gruss.
Wer kennt solche Gedanken nicht?
Mein Onkel ist 96 – und er hat viel gesehen, sehr unterschiedliche Zeiten, von Kind auf.
Man kann kaum verlangen, dass sich heutige junge Menschen einfühlen können in ganz alte Zeiten.
Das geht nur sehr bedingt. Und wieder 20 Jahre weiter ist das erst recht der Fall.
Liebe Grüße Gerhard
Mit 96 Jahren hat man wirklich viel erlebt und durchgemacht.
Wer jung stirbt, hat diese Spannweite nicht erreichen können.
Aber auf die Lebensqualität und das Lebensgefühl an sich hat das Alter allein wohl nur wenig Einfluss, denke ich.
Merci, Gerhard, und lieben Abendgruss.
Lebensqualität und das Lebensgefühl an sich ist bei ihm gut.
Altersgemäß.
Er ist vollkommen klar, das ist das wichtigste
LIEBE Grüße
GERHARD
Das freut mich für dich und ihn!
Man darf es als Geschenk betrachten.
Sie sehen ja wirklich schön aus. Ich fahre täglich mit der Tram an einem sehr großen Baum vorbei. Er blüht seit letzter Woche strahlend weiß und daneben steht ein Baum mit rosafarbenen kleinen Blüten. Weiß nicht, was es ist. Ein toller Kontrast! Nur sind Magnolien leider für Insekten gar nicht tauglich. Daher ist es gut und schön, dass zu dieser Zeit auch schon andere Blüten ihr Angebot geöffnet haben.
Mondlichtseide – das ist, finde ich, ein tolles Wort. Da kann man sich wohl hineindenken und Verwendungen finden….
Liebe Grüße,
SyntaxiaSophie
Auch ich freue mich, dass ganz unterschiedliche Bäume und Pflanzen zeitgleich blühen und so für Mensch und Tier ein reiches Angebot zur Verfügung steht.
Lieben Dank und Abendgruss zu dir.
so tragisch! sie scheint es geahnt zu haben…?
wunderbar die magnolienblüte. hier sind gerade mal
knospen zu sehen. ist auch schöner – nicht alles auf einmal…
lieber gruß
Sylvia
Ja, man hat das Gefühl, die Dichterin spreche von ihrem baldigen Tod.
Vielleicht hat sie es tatsächlich geahnt.
Das geht einem noch heute unter die Haut.
Lieben Retourgruss zu dir, Sylvia.
Die Mondlichtseide klingt traurig und dabei ist die Magnolienblüte so wunderschön anzusehen. Es ist doch gar nicht so kurz, unser Menschenleben, und die Natur macht uns das Kommen und Gehen, das Vergehen und Wiederkommen so wundervoll vor. Und doch mag ich gar nicht an Sterben denken, wenn´s rings um mich grünt und blüht…, liebe Brigitte!
Das Leben ist halt für manche kürzer als für andere, das ist leider so.
Geniessen wir die Zeit dir uns noch bleibt intensiv!
Lieben Gruss zu dir.