Stundenspiel

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

(…)

Hohes Wort,
Gebirgsverwandtschaft!
Klarer Ort,
durch alle Landschaft
tiefer fort —

Sprich ins Weite,
hol aus Fernen
fremd Geleite —
ach, mit Sternen
nie zur Seite!

Zauberkreis,
erstarrte Steppen,
früher Eis,
geheime Treppen:
— kein Beweis.

(…)

 

Alexander Xaver Gwerder (1923-1952) Schweizer Dichter und Schriftsteller
Drei von sieben Strophen seines Gedichtes „Stundenspiel (für Erwin Jaeckle)
aus „Blauer Eisenhut“, Gedichte

 

Dieser Beitrag wurde unter Bilder, Gedichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Antworten auf Stundenspiel

  1. merlin sagt:

    für mich etwas kryptische zeilen.
    lautmalerisch schön, die intention des dichters erschliesst sich mir allerdings nicht. muss auch nicht immer sein 😉
    die bilder vermitteln mir einen hauch frühling…
    einen frohen tag dir und herzliche morgengrüsse.

  2. quersatzein sagt:

    Mich weht es liedartig an, dieses Poem, aber wie dir, Merlin, ist es mir ebenfalls zu hermetisch. Man bekommt höchstens eine leise Ahnung von seinem Stundenspiel. Und es scheint ein eher düsteres, leicht trauriges zu sein.
    Einen dagegen frohen Gruss zu dir.
    Hab einen gefreuten Tag!

  3. quersatzein sagt:

    P.S
    Ich habe das Gedicht als Ganzes nochmals gelesen und finde, dass in der zweiten Strophe ein wenig Licht ins Ganze kommt im Sinne von „Träume sind Schäume“:

    „Segeltraum
    mit weissen Schiffen
    Perlenbaum
    verlockt zu Riffen
    später: Schaum –“

    Nochmals liebe Grüsse.

  4. merlin sagt:

    danke für die interessante anmerkung, die ich teile.
    wahrscheinlich ist es wirklich das hermetische, wie du geschrieben hast, das mir mühe bereitet. die von dir angefügte strophe bringt die leichtigkeit, wie sie der titel ja evoziert.
    glg. zurück 🙂

  5. quersatzein sagt:

    Ja, vielleicht war es problematisch, nicht das ganze Gedicht vorzustellen. :–)
    Nehmen wir diesen Anflug von Leichtigkeit mit ins Heute!

  6. PepeB sagt:

    Für mich haben diese Zeilen etwas von Zaubersprüchen:
    Eine Stimmung und einen Rhythmus erzeugen und gleichzeitig im Geheimnis bleiben.
    Schön irgendwie, findet
    Petra und grüßt herzlich

  7. andrea sagt:

    das gefällt mir! hat was von einem zauberspruch (erinnert mich an die merseburger zaubersprüche)

    🙂

  8. quersatzein sagt:

    Ja, das hat etwas, Andrea.
    Das kommt mir auch entgegen.
    Sei lieb gegrüsst!

  9. Hausfrau Hanna sagt:

    Vielleicht,
    liebe Frau Quersatzein,
    ein nächtlicher Traum, der den so jungverstorbenen Schweizer Dichter (von dem ich zum ersten Mal lese) in andere Welten geführt hat.
    Und den er festgehalten hat, um ihn nicht zu vergessen…
    Mit einem lieben Gruss ins Wochenende
    Hausfrau Hanna

    • quersatzein sagt:

      Das könnte gut sein, liebe Hausfrau Hanna.
      Und irgendwie passt das Poem auch zur problematischen und zwiespältigen Person Gwerders sowie zu seinem tragischen Ende.
      Auch Ihnen einen lieben Gruss ins Wochenende.

  10. Edith Hornauer sagt:

    In mir setzt er Bilder frei, die schnell wechseln und ja, einem Beweis schuldig bleiben.
    Deine Fotos dazu lässt alles aufblühen.
    Liebe Grüße
    Edith

  11. quersatzein sagt:

    Das ist gut auf den Punkt gebracht, Edith.
    Lieben Dank und Gruss zu dir.

  12. Gerhard sagt:

    „Geleite“ wünscht man sich herbei
    Alles andere wäre einerlei
    Sinn muss alles machen
    Sonst sind es Würfel-Sachen.

    Liebe Grüße Gerhard

  13. quersatzein sagt:

    Geleite wäre schön und gut
    für ein wallend-wildes Blut.
    Macht es dann – zusammen – Sinn,
    kommt man ohne Würfeln hin.
    :–)

    Ein liebes Dankeschön, Gerhard.
    Und frohen Gruss, ausnahmsweise sogar vor sonniger Kulisse.

  14. Sonja sagt:

    Die Pflanze links oben heißt Stinkende Nieswurz und ich weiß hier an einer Wiese schattig stehend auch so eine! Blattfarbe ganz ähnlich der Blütenfarbe. Wundersam wie auch die Worte des Dichters, der wohl in dieser Welt nie ganz heimisch wurde!
    Abendgruß von Sonja

  15. quersatzein sagt:

    Jetzt erinnere ich mich auch an den Pflanzennamen: danke!
    Und was du über den Dichter schreibst, Sonja, trifft wohl genau so zu.
    Einen lieben Heutegruss.

  16. bruni8wortbehagen sagt:

    Ach, würd ich doch nur einen kleinen Teil aller Gedichte kennen…
    Dem ist leider nicht so, obwohl ich immer wieder lese, aber sie viel zu oft dann auch wieder vergesse *g*

  17. quersatzein sagt:

    Es sind ihrer ja auch so unendlich viele, liebe Bruni.
    Da ich ganz viele Gedichtbände im Regal habe, kann ich immer wieder darin stöbern. (Leider sind aber die meisten Texte der Autoren und Autorinnen noch nicht gemeinfrei und dürfen deshalb nicht präsentiert werden.)
    Einen frohen Gruss zu dir.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert