Fotos Brigitte Fuchs
Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.
Ich ahne die Winde, die kommen, und muss sie leben,
während die Dinge unten sich noch nicht rühren:
die Türen schliessen noch sanft, und in den Kaminen ist Stille;
die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.
Da weiss ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.
Und breite mich aus und falle in mich hinein
und werfe mich ab und bin ganz allein
in dem grossen Sturm.
Rainer Maria Rilke (1875-1926) österreichischer Lyriker deutscher und französischer Sprache
Gedicht aus „Das Buch der Bilder“

Noch keine Rauchfahne, sondern ein Baumwimpel…
Und Rilkes Verse beschreiben für mich nicht nur den nahenden Herbst, sie geben die existenzielle Ahnung von Veränderung wieder.
Septembergrüße
Petros
Das sehe ich auch so, Petros.
Danke für deinen schönen Kommentar und lieben Gruss zurück.
beim lesen habe ich mir gedacht, dass es rilke sein könnte. sein melodiöses schreiben ist unvergleichlich.
wir tauchen heute noch einmal ab in den südlichen sommer.
einen herzlichen morgengruss zu dir 🙂
Das stimmt. Er hat einen ganz eigenen und gut erkennbaren Sound. :–)
Schön, dass ihr die südlichen und sommerlichen Gefilde geniessen könnt.
Beneidenswert! 🙂
Einen etwas verschlafenen, aber herzlichen Gruss aus dem heute auch wieder sonnigen Mittelland.
ich habe zu deinem motiv andere assoziationen, einerseits heitere (ich finde es einen ausgesprochen lustigen anblick, wie da ein bäumchen aus einem kamin wächst), anders betrachtet aber auch serh, sehr hoffnungsvoll: dass genau dort ein baum wächst, wo früher der rauch vom verbrennen ausgeleitet wurde: wenn sowas keine hoffnung gibt! 🙂
liebe grüße, andta
Diese Art der Deutung ist genauso zulässig und passend wie die „schwerere“ Variante von Rilke, die ich zu den Fotos gewählt habe.
Beim Ablichten war ich übrigens auch freudig überrascht über dieses Bäumchen auf dem Kamin.
Dir ein schönes Wochenende und lieben Gruss.
Ja, noch ist Stille – auch in meinem Kamin,
während es draußen schon ordentlich windet …
vielleicht wirklich eine Einladung, Aufforderung, in sich hineinzufallen.
Danke für diesen Impuls.
Liebe Grüße
Gern geschehen, Mona Lisa.
Ja, in sich gehen oder fallen könnte sich positiv auswirken.
Versuchen wir es zumindest! :–)
Lieben Retourgruss zu dir.
In mir hineinfallen ist schön
denn da dünkt mir Reichtum.
Liebe Grüsse
Gerhard
Das ist doch prima.
Dann nur zu, Gerhard!
Ebenfalls liebe Grüsse zu dir.
…manchmal auch Wirniss
aber die passt ja auch zur allgemeinen Lage 🙂
Lieben Gruß Zurück
Gerhard
Exakt! 🙂
Bedeutungsschwanger, wie Rilke so ist!
Frühherbstgrüße von Sonja
Das trifft es genau, Sonja: bedeutungsschwanger.
Rilke halt.
Einen lieben Abendgruss zu dir.