Die gelben Blätter schaukeln

Foto Brigitte Fuchs
 

Die gelben Blätter schaukeln
Im Sonnenstrahl, dem fahlen,
Nicht Amoretten gaukeln
Wie Anno dazumalen.

In warmer Ofennähe,
Filzschuhe an den Füssen,
Erwart‘ ich still und spähe,
Was bald wird kommen müssen.

Doch will getrost ich wandern,
Und wird der Vorhang fallen,
So gönn‘ ich gerne andern,
Den Frühling neu zu malen.

 

Carl Spitzweg (1808 -1885) deutscher Maler und Zeichner

 

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18 Antworten auf Die gelben Blätter schaukeln

  1. Edith Hornauer sagt:

    Da sehe ich doch gleich auch die Bilder von ihm, die farbenfrohen.
    Dein Foto dazu zeigt, dass es Bäume gibt, die lange ihre Blätter halten – unsere kleine Buche sieht auch noch golden aus.
    Liebe Brigitte, genießen wir einfach alles, was uns von der Natur geboten wird, denn immer steckt ein Sinn dahinter.
    Dir einen ganz feinen Tag – gut sehend, hörend, fühlend…
    herzlichst Edith

  2. quersatzein sagt:

    Ja, das machen wir, Edith!
    Danke und hab auch einen Tag, der alle Sinne erfreut!
    Lieben Gruss.

  3. mona lisa sagt:

    Ob er in Filzschuhen wandert?
    In warmer Ofennähe und wandern …
    Mich lässt das Gedicht – in sprachlicher Hinsicht – ein wenig zwiespältig zurück.
    Liebe Grüße

  4. quersatzein sagt:

    Auch ich denke, liebe Mona Lisa, dass Carl Spitzweg ein besserer Maler und Zeichner als Dichter war.
    Die Verse holpern sehr und auch die Logik bleibt ein wenig auf der Strecke.
    Aber die Botschaft des alternden Menschen, der nur noch eine kurze Wegstrecke vor sich hat, kommt trotzdem an bei mir. :–)
    Einen lieben Gruss zu dir.

    • merlin sagt:

      da teile ich deine einschätzung.
      seine altersgelassenheit und den ausblick, dass dereinst andere den frühling malen werden, finde ich aber sehr schön.
      die goldenen blätter sind im wald weitgehend gefallen, aber einzelne trotzen noch dem november…
      einen frohen tag dir und herzliche grüsse nach westen 🙂

  5. PepeB sagt:

    Ein Maler, liebe Brigitte, der ein guter Beobachter war und einer der gönnen konnte, wie ich seinen Zeilen entnehme.
    Lässt sich auf dem Weg zum Markt von Regentropfen schaukeln
    Petra

  6. quersatzein sagt:

    So sehe ich das auch, Petra.
    Ja, nimm den Regen mit Gelassenheit und Spiellaune!
    Frohen Gruss.

  7. Hausfrau Hanna sagt:

    Altersgelassenheit,
    liebe Frau Quersatzein,
    tönt aus C. Spitzweghs letzter Strophe. Was mich berührt.
    Einen lieben Gruss in den trüben Tag, der einlädt, ihn in aller Ruhe und Gelassenheit zuhause zu verbringen
    Hausfrau Hanna

  8. quersatzein sagt:

    Das stimmt, liebe Hausfrau Hanna.
    Auch ich mag es, heute drinnen, möglichst gelassen und an der wohligen Wärme, zu verbringen.
    Seien Sie herzlich gegrüsst!

  9. Sonja sagt:

    Sagen wir mal, in der Nähe eines Heizkörpers…und seine betulichen Gemälde sehe ich grad vor mir…
    Liebe Grüße von Sonja

  10. quersatzein sagt:

    Genau. Ein Ofen ist bei mir auch nicht in der Nähe.
    Dir einen gemütlichen Tag, Sonja, und lieben Gruss.

  11. bruni8wortbehagen sagt:

    Ich wußte gar nicht, daß er auch gedichtet hat,
    der Maler, der leisen Bilder

  12. quersatzein sagt:

    Auch ich bin mehr zufällig auf dieses Gedicht von ihm gestossen.
    Als Lyriker war er kaum bekannt, dennoch gibt es von ihm Gedichte, wie z.B. das folgende, in dem er seine Liebe zum Dichten in heiteren Versen erklärt:

    „Ich als Dichter

    Wenn ich den Tag schon opfre doch
    Rein nur Vergnügens Sachen,
    So will ich wenigst’ abends noch
    Ein klein Plaisir mir machen.

    Ich bitt’, du musst nur hier von all’n
    Auf jeden Schmerz verzichten;
    Am Täge nämlich tu ich mal’n,
    Und abends tu ich dichten.“

    Carl Spitzweg

  13. C Stern sagt:

    Warme Ofennähe – ein schönes Bild. Erinnert mich an meine Kindheit, diese Nähe habe ich immer gesucht. Schön, wenn es dazu auch warmen Tee oder Kakao gibt, so wurde ich als Kind nach dem Schneemannbauen immer von der Oma willkommen geheißen.
    Bald haben wohl auch die letzten Blätter ausgeschaukelt, dann wird es ganz still in der Natur – und darauf freue ich mich.
    Herzliche Abendgrüße, C Stern

  14. quersatzein sagt:

    Ja, solche Erfahrungen habe ich auch gemacht, liebe C Stern.
    Danke für deinen Kommentar.
    Geniessen wir noch die letzten herbstgoldenen Blätter, bevor der Winter definitiv die Hauptrolle spielt!
    Einen lieben Abendgruss zu dir.

  15. roswitha sagt:

    bald haben die blätter ausgeschaukelt, dürfen sich zur ruhe legen. der baum sammelt dann kraft für die jungen blätter, die in den knospen lauern. es ist alles gut geregelt, sogar ohne PC. liebe grüsse für dich, brigitte, von roswitha

  16. quersatzein sagt:

    Ja, das hat alles seine natürliche Ordnung und wir müssen uns um die Bäume, Sträucher und Gärten keine Sorgen machen. :–)
    Danke, Roswitha, und einen lieben Abendgruss zu dir.

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