Foto Brigitte Fuchs
Der Winter ist ein rechter Mann,
Kernfest und auf die Dauer;
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an
Und scheut nicht Süss noch Sauer.
Er zieht sein Hemd im Freien an
Und lässt′s vorher nicht wärmen,
Und spottet über Fluss im Zahn
Und Kolik in Gedärmen.
Aus Blumen und aus Vogelsang
Weiss er sich nichts zu machen,
Hasst warmen Drang und warmen Klang
Und alle warmen Sachen.
Doch wenn die Füchse bellen sehr,
Wenn′s Holz im Ofen knittert,
Und an dem Ofen Knecht und Herr
Die Hände reibt und zittert;
Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht
Und Teich und Seen krachen,
Das klingt ihm gut, das hasst er nicht,
Dann will er sich totlachen. –
Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus
Beim Nordpol an dem Strande;
Doch hat er auch ein Sommerhaus
Im lieben Schweizerlande.
Da ist er denn bald dort, bald hier
Gut Regiment zu führen.
Und wenn er durchzieht, stehen wir
Und sehn ihn an und frieren.
Matthias Claudius (1740-1815) deutscher Dichter

Diese herrlichen Spaziergänge in schneefrischer Luft, die schätze ich so sehr, weil sie mich klären und nach innen lenken und die Landschaft eine ganz eigene Ausstrahlung hat.
Auf meinen Wegen entdecke ich auch das eine oder andere winterliche Fundstück.
Liebe Brigitte, ich wünsche Dir ein behagliches Wochenende,
herzliche Morgengrüße, C Stern
Wie recht du hast, C Stern!
Vielen Dank und auch dir ein schönes, erfreuliches Wochenende.
Lieben Gruss.
eine herrliche trouvaille diese zeilen von m.claudius 🙂
jetzt ist er also da mit macht dieser jahreszeitliche gast.
ich heisse ihn gerne willkommen u. werde heute erstmals meine gefiederten freunde füttern 🙂
einen frohen wintertag dir/euch und glg.
Danke, Merlin.
Ja, es wird zunehmend winterlich, auch im „lieben Schweizerlande“.
Und ich finde es prima, dass du den gefiederten Freunden Wegzehrung anbietest. Sie werden es zu schätzen wissen.
Einen fröhlichen Samstag auch dir und euch!
Lieben Gruss.
Liebe Brigitte, dieses Gedicht erinnert mich an unser Seniorenheim, in dem ich monatlich gelesen haben, so auch in der Adventszeit.
Und immer, wenn ich dieses Gedicht begann zu sagen, dann hörte ich von Menschen, die einfach immer nur da saßen und vor sich hinschauten, die Stimme. Sie konnten alle Strophen mitsprechen. Das Langzeitgedächtnis war intakt. Glaubs, ich bekam jedesmal Gänsehaut. So einfach waren Menschen aus ihrer Tiefe herauszuholen …
Herzliche Grüße,
Edith
Das ist eine schöne wahre Geschichte, Edith!
Ja, das einst Gewesene bleibt als Schatz noch am längsten im Gedächtnis. Das ist in der Tat anrührend.
Merci und einen lieben Gruss zu dir.
Der Winter,
liebe Frau Quersatzein,
ist nicht nur ein rechter Mann, er ist auch ein reicher Mann:
Ein Sommerhaus im Schweizerland vermag nämlich nicht jeder… 😉
Ich freue mich über die humorvollen, herrlichen Zeilen und nehme sie mit auf den heutigen Spaziergang bei kaltem Wetter und vielleicht ein paar Sonnenstrahlen!
Liebe Grüsse in das winterliche Wochenende
Hausfrau Hanna
Ja, hier ist es auch sonnig, liebe Hausfrau Hanna, und wer die Kälte nicht scheut, kann fein spazieren oder marschieren.
Das mit dem fast unbezahlbaren Sommerhaus in der Schweiz und in der heutigen Zeit stimmt natürlich! :–)
Ebenfalls liebe winterliche Grüsse zu Ihnen nach Basel.
Ja, jetzt wird‘s Zeit, die Winterutensilien aus dem Sommerschlaf zu holen: Mütze, Schal, Handschuhe für klärende Spaziergänge und Tee, Kerzen, Streichhölzer für drinnen und ab und an Gespräche mit lieben Menschen und ein Feuer im Ofen.
Herzliche Grüße
Es ist jedenfalls empfindlich kalt geworden, da passen deine Vorschläge perfekt und helfen, sich für Wind, Nässe, Kälte und Dunkelheit zu wappnen.
Danke, Mona Lisa. Dir gemütliche Stunden und frohe Grüsse.
oh jaaaa! Ein so eisig kalter Tag war heute, daß man sich fragte, wieso man überhaupt raus wollte…, abert da sind doch ringum die Adventsmärkte, die Weihnachtsmärkte, die Ausstellungen in den Blumengeschäften und und und
da muß man doch hin und staunen, was es da Schönes und Seltsames gibt… :star:
Ganz herzlich, Bruni
Wir waren nicht lange draussen heute, liebe Bruni.
Es war wirklich sehr kalt und windig.
Einen Weihnachtsmarkt haben wir noch nicht besucht. Vielleicht kommt es ja später noch dazu, wer weiss.
Einen lieben Abendgruss zu dir.
Wie fein, der Wintersmann hat sich ein schönes Land ausgesucht für den Sommersitz.
Gut, dass er nur ganz oben im Sommer haust und im Winter auch die Berge herabschlendert. Nicht auszudenken, er käme auch im Sommer unten an…
Bei uns hat er den Feldberg und unseren Hausberg ebenso besucht. Die Wintersportler freut es.
Liebe Grüße,
SyntaxiaSophie
Ja, Herr Winter weiss grundsätzlich schon, was sich gehört.
Den Feldberg kenne ich, allerdings nur in Sommermontur. :–)
Einen lieben Sonntagsgruss zu dir.