Der ist der Herr der Erde

Foto Brigitte Fuchs

„Künstlerische Intervention“ von Beat Breitenstein vor dem Kunsthaus Zofingen. Dort wurden auf dem Vorplatz fünf Kopfsteinpflastersteine mit je einem in Harz gegossenen goldenen Eichenblatt ersetzt. Diese Eichenblätter stammen von der dreissigjährigen Eiche, im Jahr 2020 im Rosengarten neben dem Kunsthaus gepflanzt wurde.

 

Der ist der Herr der Erde,
der ihre Tiefen misst,
und jedlicher Beschwerde
in ihrem Schoss vergisst.

Der ihrer Felsenglieder
geheimen Bau versteht
und unverdrossen nieder
zu ihrer Werkstatt geht …

Er führt des Goldes Ströme
in seines Königs Haus
Und schmückt die Diademe
mit edlen Steinen aus…

Zwar reicht er treu dem König
den glückbegabten Arm
doch fragt er nach ihm wenig
und bleibt mit Freuden arm …

 

Novalis (1772-1801) deutscher Schriftsteller, Philosoph und Bergbauingenieur
Aus seinem 1798 bis 1801 niedergeschriebenen und postum erschienenen Werk »Heinrich von Ofterdingen«

 

Foto Brigitte Fuchs

 

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18 Antworten auf Der ist der Herr der Erde

  1. merlin sagt:

    eine interessante idee.
    in anlehnung an die blaue blume bei novalis also ein goldenes eichenblatt.
    sehr schöne kombination auch mit dem headerbild.
    in den tiefen der erde schlummern wirklich schätze 🙂
    heute der ersehnte regen. die natur atmet etwas auf.
    einen herzlichen morgengruss zu dir.

  2. quersatzein sagt:

    Die Blätter in Harz waren so unauffällig im Kopfsteinpflaster eingelassen und bereits sehr zerkratzt, dass ich rein zufällig, als mein Blick über den Boden streifte, darauf aufmerksam wurde.
    Aber vielleicht ist das ja die Idee dahinter, dass man das Schöne und Überraschende suchen muss. Oder noch besser, man stösst zufällig darauf.
    Und ja, der Dichter schreibt von Geologie und Bodenschätzen.
    Dir einen gehaltvollen Tag, Merlin, und herzlichen Gruss.

  3. mona lisa sagt:

    Diese Schönheit muss tatsächliche entdeckt und dann auch noch erkannt werden 😉
    Auf Langeoog hat’s mal eine Lichtinstallation in den zum Strand führenden Bohlen gegeben. Leider hat die dann irgendwann aufgehört zu leuchten.
    Ich mag so etwas sehr.
    Herzliche Morgengrüße aus dem immer noch sonnigen Speckhorn.

  4. quersatzein sagt:

    Mir bereiten solche Zufallsfunde auch Freude.
    Mit Licht lässt sich natürlich auch Schönes zaubern.
    Herzlichen Retourgruss, hier ohne Sonne, aber leider auch ohne Regen.

  5. PepeB sagt:

    Bodenschätze finden, aber sie nicht behalten wollen, das scheint die Kunst zu sein …
    Ich liebe Zufallsfunde, sie machen auf andere Art reich.
    Liebe Grüße
    Petra

  6. quersatzein sagt:

    Genau das ist wohl der Knackpunkt. :–)
    Aber wie du auch sagst, Petra: Zufallsfunde bereichern auch und das nachhaltig.
    Sei lieb gegrüsst!

  7. Hausfrau Hanna sagt:

    Sich reich zu fühlen,
    liebe Frau Quersatzein,
    auch ohne materiellen Reichtum und Besitz:
    Novalis hat Worte gefunden, die mich tief ansprechen.
    Und die beiden ausgewählten Bilder sind in ihrer Unauffälligkeit einfach nur schön!
    Mit einem lieben Gruss zu Ihnen
    Hausfrau Hanna

  8. quersatzein sagt:

    Das freut mich, liebe Hausfrau Hanna, dass wir ganz ähnlich empfinden.
    Ja, Reichtum sind nicht nur Geld, Schmuck und Besitztümer.
    Lieben Dank und Gruss zu Ihnen in Ihre blaue Pause.

  9. Sonja sagt:

    Solcherart Unterfangen mag ich, und es erinnert mich an Bernstein!
    Gruß von Sonja

  10. quersatzein sagt:

    Oh ja, da sehe ich auch Parallelen.
    Lieben Gruss zu dir, Sonja.

  11. andrea sagt:

    mir ist so, als ob das glück in letzter zeit öfter thema war. in diesem bild (und dem zugrunde liegenden kunst-stück) scheint mir ein aspekt die unscheinbarkeit von glück zu sein: das glück hat der, der es entdeckt. der, in diesem fall: zu boden sieht, der genau schaut (wovon auch novalis spricht), was sich dort findet. Was sich dort finden lässt … und so findet er auch.

    🙂

    In diesem Sinn kann ja auch ein Blog wie deiner so eine kleine „Glücksintervention“ sein, verlässlich, schön, zugewandt und positiv, wie er ist, eingefügt in eine unüberschaubare Menge anderer Blogs!

    Herzliche Grüße, Andrea

  12. quersatzein sagt:

    Stimmt schon, liebe Andrea. Das Glück ist hier auf dem Blog relativ häufig ein Thema. Vielleicht, weil es sich gut anfühlt, dem Glück in Texten und Fotos nachzuspüren und ihm gegebenenfalls einen Platz anzubieten. :–)

    Herzlichen Dank für deine diesbezügliche Einschätzung. Ich denke, sie trifft ziemlich genau ins Schwarze – oder ins Goldige!
    Lieben Gruss.

  13. Gerhard sagt:

    Mich dauert das Eichenblatt, aber es wird andauern im Gegensatz zu den Pflastersteinen, die ja von Menschen verlegt worden sind. Und deren Tun ist ja alles andere als auf Dauer aus.

  14. quersatzein sagt:

    So ist das wohl.:–)
    Lieben Abendgruss zu dir.

  15. Petros sagt:

    Ich mag den Kommentar zu deinem Beitrag hier von Hausfrau Hanna und schließe mich ihm an.

    Gruß
    Petros

  16. quersatzein sagt:

    Das freut mich, Petros.
    Danke und lieben Gruss.

  17. bruni8wortbehagen sagt:

    Erst auf der Vergrößerung konnte ich das Eichenblatt erkennen, liebe Brigitte 🙂
    Vorher grübelte ich über das Aussehen des Herrn der Erde und kam zu keinem rechten Ergebnis *lach*
    Feine Idee, die aber mit Füßen getreten wird…

  18. quersatzein sagt:

    Stimmt, dieses kleine Kunstwerk wird tatsächlich mit Füssen getreten. 🙂
    Dir ein Dankeschön und lieben Abendgruss.

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