Archiv der Kategorie: Texte

Lose Serie: Sagenweg I

In loser Folge zeige ich hier einige Bilder vom „Freiämter Sagenweg“ in Waltenschwil/Aargau.

„Am 2. Freiämter Bildhauer-Symposium 2010 schufen zwölf Künstler oder Künstlerinnen im Wald Skulpturen zu je einer Freiämter Sage. Als Materialien verwendeten sie Muschelsandstein, Stahl, Holz, Styropor und Beton.“

Auf Infotafeln kann man Näheres erfahren und auch die Sagen lesen.
Den untenstehenden, leicht gekürzten Sagentext entnahm ich der Website:

www.freiamt.ch/freizeit-erlebnis/freiaemter-sagenweg/

 

Fotos Brigitte Fuchs:

Künstler der Holzkegel: Nicolas Wittwer, Bildhauer, Merlischachen

 

Kegler im Uezwiler Wald

 

(…)

„Man erzählte, dass hier vor urdenklichen Zeiten die lange Kegelbahn der früheren Waldwirtschaft gelegen sei. Die von weither viel besuchte Gaststätte und die bekannte Kegelbahn seien aber schon lange verschwunden und nur die stets öde Wegstrecke erinnere an den ehemaligen begehrten Spielplatz der lustigen, aber oft auch streitenden Kegler. (…)
Um Mitternacht huschen dunkle Schatten von falschen, streitsüchtigen Spielern über den verödeten Platz; man hört die rollenden Kugeln und das dröhnende Fallen der Kegel, aber auch das Streiten und Lärmen uneiniger Spieler samt dem röchelnden Stöhnen wütender Raufbrüder. In diesen wilden Lärm klingt helle Tanzmusik, die so lange zu hören ist, wie der Lärm der Uezwiler Kegelbrüder. Nächtliche Wanderer wurden oftmals durch surrendes Rauschen im Buchenwald am Weiterwandern gehindert und konnten erst nach wilden Schlägen mit einem geschwollenen Kopf spät heimkommen. Buben, die am Hang des Greberenwald Ziegen hüteten, hörten bisweilen gegen die Abenddämmerung lustige Musik erklingen, die dann aber plötzlich mit lautem Prascheln in das nahe Gehölz fuhr.“

 

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Grosse Ruhe

Foto Brigitte Fuchs

 

Die Natur ist die grosse Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird. Sie gibt ihm die grossen Züge, die weiten Perspektiven und zugleich das Bild einer bei aller unermüdlichen Entwicklung erhabenen Gelassenheit.

 

 

Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Dichter, Übersetzer und Schriftsteller

 

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Stillhalten

Foto Brigitte Fuchs

 

Durch Bewegung überwindet man Kälte.
durch Stillhalten überwindet man Hitze.
Der Weise vermag es, durch seine Reinheit und Ruhe
alle Dinge der Welt ins Gleichmass zu bringen.

 

Laotse (lebte vermutlich im 6. Jh. v. Chr.) chinesischer Pilosoph, Begründer des Taoismus.

 

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Kleine Abkühlung gefällig?

Fotos Brigitte Fuchs: Zoo Zürich

 

 

Alles ist aus dem Wasser entsprungen!!
Alles wird durch Wasser erhalten!
Ozean, gönn uns dein ewiges Walten.
Wenn du nicht in Wolken sendetest,
Nicht reiche Bäche spendetest,
Hin und her nicht Flüsse wendetest,
Die Ströme nicht vollendetest,
Was wären Gebirge, was Ebnen und Welt?
Du bist’s, der das frischeste Leben erhält.

 

 

Johann Wolfgan von Goethe (1749-1832) deutscher Dichter und Universalgelehrter
Textpassage aus dem Faust.

 

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Fang-Baum

Foto Brigitte Fuchs

 

Überhaupt gleicht das Leben oft dem Fang-Baume
mit aufwärtsgerichteten Stacheln, an welchem der
Bär leicht hinauf zum Honig-Köder klettert, wovon
er aber unter lauter Stichen wieder zurückrutschet.

 

Jean Paul (1763-1825), eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, deutscher Dichter, Pädagoge und Publizist

 

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Von einer Büste

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Bist du die träumende Bacche? Der Sterblichen lieblichste bist du!
Still in den Winkeln des Munds lächelt ein grausamer Zug.

 

 

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) Schweizer Dichter

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An die freie Presse

Fotos Brigitte Fuchs

 

Halte nicht zurück deine Meinung!
Aus dem Herzen in die Welt
Lass getrost in die Erscheinung
Treten, was dir wohl gefällt.
Strafe kühn das Geistig-Hohle,

Mach dich zur Wahrheit Hort!
Alles dient dem Staat zum Wohle,
Und bei uns heisst die Parole:
Licht und Luft dem freien Wort.

 

Adolf Glassbrenner (1810-1876) deutscher Humorist und Satiriker
Text aus dem Internet

 

Dazu noch dies:

Im Gedicht von Adolf Glassbrenner, das sich zuerst liest wie ein Lob auf die Pressefreiheit, ist, versteckt in den Anfangsbuchstaben (im Akrostichon also), die konträre und damals wohl vorherrschende Parole zu lesen:

„HALTS MAUL“

 

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Gärtchen

Foto Brigitte Fuchs

 

Weit und schön ist die Welt,
doch o wie dank ich dem Himmel, dass ein Gärtchen beschränkt,
zierlich, mein eigen gehört.
Bringet mich wieder nach Hause! Was hat ein Gärtner zu reisen?
Ehre bringt’s ihm und Glück, wenn er sein Gärtchen versorgt.

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) deutscher Universalgelehrter

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Werte

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

Was das Leben für uns für einen Wert habe, wenn dieser bloss nach dem geschätzt wird, was man geniesst, ist leicht zu entscheiden. Er sinkt unter Null.
Es bleibt also wohl nichts übrig als der Wert, den wir unserem Leben selbst geben durch das, was wir tun.

 

Immanuel Kant (1724-1804) deutscher Philosoph der Aufklärung

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Hundeleben

Foto Brigitte Fuchs

 

 

(…)

Das war mein Vortrag, der kunterbunte.
Aus ist die Rundfunk-Hunde-Stunde.
So grüßt, ihr Hörer in weiter Runde,
Von mir recht herzlich all eure Hunde!
Behandelt sie stets, wie sie’s verdienen,
Auf deutsch: seid immer gut zu ihnen,
Seid gut zu Männe, zu Fox, zu Mörchen!
Und nun – einstweilen – »auf Wiederhörchen!«

 

 

Gustav Hochstetter (1873-1944) deutscher Schriftsteller, Dichter und Journalist jüdischer Herkunft
Schlusszeilen aus seinem Text fürs Radio: „Lustiges aus dem Hundeleben und andere heitere Rundfunk-Vorträge“, Kapitel 2, gelesen bei „Projekt Gutenberg“     

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