Archiv der Kategorie: Texte
Einmal

Foto Brigitte Fuchs
Einmal fand ich ein eigen blau Blümelein und dachte:
Wenn Du’s dem Elselein schenktest?
Dann aber musste ich lachen über die Torheit,
sah nach den Leimruten am Baum
und nach den Fischen im Bach.
(…)
Paul Klee (1879-1940) deutscher Maler und Grafiker
Erste Strophe seines Gedichtes „Drei Knaben“ aus dem Jahre 1900
aus „Paul Klee Gedichte“ Hrsg. von Felix Klee, Arche Verlag Zürich-Hamburg

Foto Brigitte Fuchs
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Windstösse

Foto Brigitte Fuchs
Die Bogenlampen, zu hoch über der Strasse, schwankten unsicher, wie
Windlichter. In verstaubten Anlagen wirbelten Papierknäuel. Ein zager Wind
erhob sich mit einzelnen Stössen. Es war, als wäre die Stadt gar nicht bewohnt.
Joseph Roth (1894-1939) österreichischer Schriftsteller und Journalist
Aus „Die Flucht ohne Ende“
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Die Ketten der Gedanken

Foto Brigitte Fuchs
Immer aber ist es so, dass das, was wir in einem Augenblick ungeteilt und ohne Fragen erleben, unverständlich und verwirrt wird, wenn wir es mit den Ketten der Gedanken zu unserem bleibenden Besitze fesseln wollen.
Robert Musil (1880-1942) österreichischer Schriftsteller und Theater-Kritiker
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Grau
Foto Brigitte Fuchs: Sitzgelegenheit in Sursee/LU
Dieser Norden! Da wacht man in der verheissendsten Stimmung auf. Griesgrämig, grau, teilnahmslos ruhen die grossen Augen der Fenster auf dir, als wollten sie sagen: wozu regst du dich so auf? was willst du mit deinen törichten Idealen? Alles ist eitel.
Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Dichter, Schriftsteller, Journalist und Übersetzer
Text aus seinen Tagebuchnotizen
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Gleichnis
Fotos Brigitte Fuchs
Ich nehme die unbeständige Welt der Erscheinung als Gleichnis.
Die irdischen Güter acht‘ ich dem Trugbild des Wassers gleich.
Mi-la Ras-pa (ca. 1040-1123) tibetischer Dichter und Philosoph
Text gefunden bei Aphorismen.de
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Scharf und sauer
Fotos Brigitte Fuchs
Dem einen Temperament ist es von Nutzen, seinen Verdruss in Worten auslassen zu können: im Reden versüsst es sich.
Ein anderes Temperament kommt erst durch Aussprechen zu seiner vollen Bitterkeit: ihm ist es rätlicher, etwas hinunterschlucken zu müssen: der Zwang, den Menschen solcher Art sich vor Feinden oder Vorgesetzten antun, verbessert ihren Charakter und verhütet, dass er allzu scharf und sauer wird.
Friedrich Nietzsche (1844-1900) deutscher Philosoph, Schriftsteller und Lyriker
Aus „Menschliches, Allzumenschliches“
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Alles ist gut

Foto Brigitte Fuchs: Wandmalerei, gesehen in Luzern
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiss, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) russischer Schriftsteller
Aus „Die Dämonen“
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Alte Weisheit

Foto Brigitte Fuchs
Ein bisschen Grütze unter der Mütze
war schon immer was nütze,
aber ein gutes Herz unter der Weste,
ist noch immer das Beste.
Unbekannter Verfasser
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Stimmt

Fotos Brigitte Fuchs
Sich hinter der Türe verstecken
gilt nicht aufs Glück einhämmern
bringt nichts und Lügen haben
keine Beine – stimmt!
Brigitte Fuchs
Aus „Es tanzt der Stein“ Gedichte, edition 8, Zürich 2014
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Weihnachten

Foto und Beschriftung Brigitte Fuchs
Am
Ende vom
Jahr wird einiges
klar: Der Winter zieht ein
und
Weihnacht
soll sein. Die Sterne,
das Licht, die hellere Sicht. –
Allen
friedvolle
Festtage und viel helle
Sicht im Jahr 2020 sowie alles
Liebe
und Gute wie
Gesundheit, Glück und
Lebensfreude wünscht herzlich
Brigitte Fuchs
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