Glaube an die Welt

Foto Brigitte Fuchs: Skulptur von Rolf Brem in Sursee

 

 

Lass ab von diesem Zweifeln, Klauben,
Vor dem das Beste selbst zerfällt,
Und wahre dir den vollen Glauben
An diese Welt trotz dieser Welt.

Schau hin auf eines Weibes Züge,
Das lächelnd auf den Säugling blickt,
Und fühl’s, es ist nicht alles Lüge,
Was uns das Leben bringt und schickt.

Und, Herze, willst du ganz genesen,
Sei selber wahr, sei selber rein!
Was wir in Welt und Menschen lesen,
Ist nur der eigne Widerschein.

(…)

 

Theodor Fontane (1819-1898) deutscher Schriftsteller und Dichter
Erste drei von sechs Strophen des gleichnamigen Gedichtes

 

Foto Brigitte Fuchs: „Mutter mit Kind“, Bronze von Rolf Brem in Sursee

 

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16 Antworten auf Glaube an die Welt

  1. andrea sagt:

    „Und wahre dir den vollen Glauben
    An diese Welt trotz dieser Welt.“

    Ein wohl nach wie vor sehr aktueller Rat … Ob man ihn befolgen soll, kann? In dieser Ausschließlichkeit?

    Zweifel ist wohl schon zu jeder Zeit angebracht, denke ich, aber der Glauben an die Welt auch. 🙂

    Liebe Grüße, Andrea

  2. merlin sagt:

    die zeilen passen wunderbar zur skulptur von rolf brem 🙂
    verzweifeln ist tatsächlich keine option…
    einen frohen sonntag dir/euch und glg.

  3. mona lisa sagt:

    Auch für mich sind Zweifel an der Welt nicht wegzudenken,
    sie sollten aber nicht in Verzweiflung und Selbstzweifeln münden.
    Herzliche Grüße

  4. quersatzein sagt:

    Genau so sehe ich das auch, Mona Lisa.
    Zweifel und vor allem das Hinterfragen des Vorhandenen sind grundsätzlich nicht schlecht. Sie können auch zu Veränderungen oder Verbesserungen führen.
    Dir einen schönen Sonntag und zuversichtliche Grüsse.

  5. Leif Erikson sagt:

    Ja, “ Good 0ld F0NTY “ hat’s mit seinen Versen
    gar wunderbar auf den Punkt gebracht:
    ZUVERSICHT tut Not — “ malgré tout “

    Ergo grüßt hoffnungsfroh auf bessre Zeiten: Leif ERIKS0N

  6. Gerhard sagt:

    Man muss mit gütigem Auge schauen, sonst ist alles zu spät.
    Verzweifeln an der Politik nützt ja niemanden etwas. Und bewegen kann man nur im allerengsten Kreise.
    Wenn überhaupt.
    Liebe Grüsse
    Gerhard

    • quersatzein sagt:

      Das ist wohl wahr, Gerhard.
      Wohl dem, der oder die mit gütigem Auge auf die Welt blicken kann!
      Bewegen wir zumindest im kleinen Kreis das, was geht, zum Guten oder zumindest zum Besseren!
      Einen lieben Dank und Gruss zu dir.

  7. Syntaxia sagt:

    Leider ist offensichtlich die Mutterliebe eine andere als die Menschenliebe.
    Eine Mutter kann gar nicht anders als ihr Kind lieben. Sobald es nicht mehr das eigene ist, kann sich das Blatt schon wenden. Wie dauerhafte Mitmenschlichkeit geschieht, frage ich mich seit der Geschichtsunterrichtsstunden in der Schule. Eine Antwort habe ich bis heute nicht. Auch nicht für mich selbst, da ich mich nicht freispreche und auch manchen Menschen gar nicht mag…
    Allerdings begehe ich keine kriegerischen Handlungen etc..

    Liebe Grüße,
    SyntaxiaSophie

  8. quersatzein sagt:

    Es soll ja in Ausnahmefällen auch Mütter geben, die ihre Kinder nicht lieben.
    Mitmenschlichkeit ist nicht einfach da, sie muss wohl immer wieder geprobt und versucht werden.
    Und ja, auch ich will und kann nicht alle Zeitgenossen mögen.
    Es gibt da ein paar (vornehmlich männliche), die ich sogar verabscheue, weil sie sich „unmenschlich“ verhalten.
    Seufz! Aber es sind da glücklicherweise auch die vielen guten, ehrlichen und liebenswerten Menschen.
    Lieben Sonntagsgruss zu dir.

  9. C Stern sagt:

    Das wollte ich ebenso zu denken begeben: Es gibt auch Mütter, die ihre Kinder nicht lieben. Unter anderem gibt es zu viele davon, die fanatisch Kriege befeuern, indem sie ihre Söhne (und auch Töchter) in den Krieg ziehen lassen. Solche Bilder aus unterschiedlichen Regionen dieser Welt schmerzen mich ganz besonders.
    Es stimmt schon, was wir in Mensch und Welt lesen, ist das, was wir alle tun bzw. nicht tun, im Guten, wie im Bösen.
    Nachdenklich zum Sonntagabend, C Stern

  10. quersatzein sagt:

    Danke für deine Gedankenanstösse, C Stern.
    Ja, es ist so eine Sache mit der Mitmenschlichkeit, da stimme ich dir voll zu: Es gibt immer beide Extreme und alle Abstufungen dazwischen.
    Dir einen guten Tagesausklang und lieben Abendgruss.

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