Foto Brigitte Fuchs: Sempach
Nach den ersten weniger heissen Tagen des endenden Sommers erschienen im Zufall der Abende sanftere Farbwirkungen am weiten Himmel, Ansätze einer frischen Brise, die den Herbst ankündigten. Noch vergilbt das Laub nicht, noch lösen sich nicht die Blätter ab, noch herrscht nicht jene unbestimmte Angst, die unsere Wahrnehmung der sterbenden Natur begleitet, weil wir von ihr auf unser eigenes Ende schliessen. (…) Ach, es sind Abende von einer so schmerzlichen Gleichgültigkeit, dass der Herbst, bevor er noch in den Dingen anhebt, in uns anhebt.
Fernando Pessoa (1888-1935) portugiesischer Dichter
Aus „Das Buch der Unruhe“

Foto Brigitte Fuchs: Sempachersee

Pessoas Zeilen wissen zu berühren: Der bevorstehende Herbst ist hier kein äußeres Wetterphänomen, sondern die stille Melancholie der eigenen Vergänglichkeit.
Ein Text, den ich gleich ein paar Mal gelesen habe.
Vorherbstgrüße
Petros
Ja, Pessoa war eigentlich ein Philosoph. Ich lese seine stillen Betrachtungen immer wieder mit Gewinn und Genuss.
Danke, Petros und lieben Gruss zu dir auf die Insel.
das ist ein schöner textausschnitt. nicht nur die vergänglichkeit, auch an die bedeutungslosigkeit unserer vergänglichkeit erinnert dieser beginnende herbst. wobei darin auch ein trost liegt, wie ich finde. nämlich wenn man sich eingebettet in das große ganze der natur sieht. dann ist man – auch und gerade in der bedeutungslosigkeit eines einzelteilchens – teil davon.
(was für ein philosophischer tagesbeginn! 😉 – es grüßt, andrea
Genau so las ich das auch, Andrea. Und diese Textstelle empfinde ich in ihrer Naturnähe und Selbstverständlichkeit ebenfalls als wohltuend und tief beruhigend.
Auch dir ein Dankeschön und liebe Morgengrüsse.
Der Sommer hat noch nicht Schluss und auch der Wasserdost fängt hie und da nochmal an. Aber die ihm zugehörige „Spanische Flagge“ zieht nicht mit, was schon ein Zeichen ist. Und so neigen sich dann doch alle dem Herbst zu.
Im Herbst wird es nochmal lebendig, jetzt kommen die Kulturtage, „Kulturherbst“ bei uns genannt. Da wird es erdig, was auch eine Qualität hat.
Aber es ist schon so: Was man liebgewonnen hat, soll man auch ziehen lassen können?! Das ist schon eine besondere Übung!
Liebe Grüsse
Gerhard
Ja, das ist eine besondere Übung, die uns unterschiedlich gut gelingt.
Danke für deine schönen Überlegungen, Gerhard.
Und lieben Gruss in den sommerlich anmutenden Tag.
Sich mit treiben lassen, eingebettet sein in den großen Zyklus – wie spürbar das besonders im beginnenden Herbst ist, in kleinsten Nuancen.
Liebe Grüße
Petra
Du sagst es, Petra.
Man spürt sie momentan besonders gut, diese Nuancen und subtilen Veränderungen im Jahreswechsel.
Merci und ebenfalls liebe Grüsse zu dir.
Gedanken,
liebe Frau Quersatzein,
die mich berühren und auch nachdenklich stimmen:
Ich halte sie fest in meinem Gedichte- und Gedankenbuch.
Als Begleitung in den sich ankündigenden Herbst…
Mit einem Danke für Pessoas Worte und lieben Grüssen
Hausfrau Hanna
Das freut mich, liebe Hausfrau Hanna.
Ja, die Texte von Pessoa wirken und hallen nach.
Einen lieben Gruss zu Ihnen nach Basel.
Es geht mir doch mit jeder Jahreszeit so, dass ich inzwischen manchmal bei mir denke, wie oft ich diesen Kreislauf des Lebens wohl noch erleben werde.
Dennoch ist der Herbst, der die Blätter färbt und alles Leben stiller und sanfter werden lässt, absoluter Genuss für mich.
Liebe Abendgrüße, C Stern
Diese Frage stellen wir uns mit zunehmendem Alter häufiger, das stimmt.
Und irgendwie werden die Jahreszeiten damit auch wertvoller und wir erleben sie intensiver.
Dir viel Herbstgenuss und einen lieben Abendgruss.
Eine sanfte Art von Melancholie kommt auf …,ja, mehr davon, auch von Morgennebel und später klaren Lüften!
Gruß von Sonja
Damit wird der Herbst uns sicher beglücken. :–)
Einen lieben abendlichen Gruss zu dir, Sonja.