Im Luftschiff

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Fotos Brigitte Fuchs: Zeppelin-Rundflüge mit Start beim Flugplatz Birrfeld/AG – nein, ich war nicht oben!

 

Wie wird es sein! wenn einst der Dichter
Hoch oben durch die Lüfte zieht,
Wenn er den Glanz der Himmelslichter
Von Schiffes Bord so nah sich sieht;
Wenn er nicht sehnend mehr darf singen:
„Du hocherhabne Wolke dort,
O könnt ich mich zu dir aufschwingen,
O nähmest du mich doch an Bord!”

 

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Ja, welche Lust und welche Wonne
Wird das für einen Dichter sein –
Gleichviel, ob er im Licht der Sonne,
Ob er in Nacht bei Mondenschein –
Wenn unter ihm die Erde dunkel
Im Schlummer friedlich schlafend liegt,
Und er, umglüht von Sterngefunkel,
Stolz durch die weiten Lüfte fliegt!

(…)

 

Karl Friedrich Mezger (1880-1911) deutscher Dichter
Die ersten beiden Strophen seines dreistrophigen Gedichtes “Im Luftschiff”
Gefunden bei “Feiertagsgedichte.de”

 

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Fotos Brigitte Fuchs

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September

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Foto Brigitte Fuchs

 

müsste wollust um vollkommen zu sein
nicht mit dem gaumen
des anderen schmecken können?
goldlichtreflexe spielen
pfiffig im laubgrün

 

Kurt Marti, *1921, Schweizer Theologe, Lyriker und Schriftsteller
Aus “da geht dasein” Gedichte, Luchterhand Literaturverlag GmbH, Hamburg 1993

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Diese Art von Lächeln…

Diese Art von Lächeln, wie es manchmal auch Blumen sind inmitten von ernstem Gras.

 

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Foto Brigitte Fuchs

 

Und auch diese Art von geöffneter Blume, weit geöffnet, vom Herzen her, wie ein Kind sein kann, unter dem gleichen Himmel, dessen Blau uns zerreisst.

 

Philippe Jaccottet, *1925, Schweizer, in Frankreich lebender Lyriker, Essayist und Übersetzer
Aus “Notizen aus der Tiefe” Deutsch von Friedhelm Kemp, Elisabeth Edl und Wolfgang Matz, Edition Akzente, Carl Hanser Verlag, München 2009

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Briefe aus meiner Mühle

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Foto Brigitte Fuchs: Mühle beim Schloss Hallwyl / Kanton Aargau

 

Wer auf der Suche ist
nach schrankenloser Zuneigung,
nach Zärtlichkeit, die sich
in Lachen und Weinen äussert,
nach dem Überschwang helläugiger Jugend,
deren Seele schattenlos ist
wie ein sonnenbestrahlter Wasserspiegel,
wen am Sonntagmorgen
nach solchen Kostbarkeiten gelüstet,
der folge mir in das kaum bewohnte Haus
in der längst nicht fertigen Strasse,
das wir alle kennen.

 

Alphonse Daudet (1840-1897) französischer Schriftsteller
Aus “Briefe aus meiner Mühle” Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1971

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Augustmond im Weinberg

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Foto Brigitte Fuchs

 

Augustmond durch den Weinberg streicht
Und hat den Reben die Brust gereicht.
Er, der hinter Verliebten schleicht,
Will Räusche Verliebter den Trauben geben;
Wo zwei ein volles Glas dann heben,
Wird ihnen ihre Erde leicht,
Dass sie als Mond darüber schweben.

 

Max Dauthendey (1867-1918) deutscher Dichter und Maler
Text aus dem Internet

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Das Auge sieht voller Einbildung…

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Foto Brigitte Fuchs: Scherbenmosaike an der Fassade einer Brockenstube (Brocki, Trödelladen, Gebrauchtwarenshop)

 

Das Auge sieht voller Einbildung, sieht voll Musik, Rhythmus und Trunkenheit.

 

Max Slevogt (1886-1932) deutscher Maler, Grafiker, Illustrator und Bühnenbildner
Aus “Farben hören” Das Musikalische in der Kunst, eine Zitatensammlung; ars momentum Kunstverlag GmbH, Witten 2006

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Die Verwandlung

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Es wundert dich, dass ein so garstig Ding,
Als eine Raupe ist, zum schönsten Schmetterling
In wenig Wochen wird: – mich wundert’s nicht;
Denn wiss’, auch manche Schöne kriecht
Als Raupe Morgens aus dem Bette,
Und kömmt als Schmetterling von der Toilette.

 

Johannes Aloys Blumauer (1755-1798) österreichischer Schriftsteller
Gedicht aus den Zyklus “Epigramme”, gefunden im Internet

 

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Fotos Brigitte Fuchs: Raupe und Schmetterling des Schwalbenschwanzes

 

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Die Konsequenz der Natur…

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Foto Brigitte Fuchs

 

Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen.

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) deutscher Dichter und Universalgelehrter

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Ehrlich, aber dumm…

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Foto Brigitte Fuchs

 

Ehrlich, aber dumm (…) ist ein falscher und höchst tadelhafter Spruch. Er ist falsch: denn Ehrlichkeit (Pflichtbeobachtung aus Grundsätzen) ist praktische Vernunft. Er ist höchst tadelhaft: weil er voraussetzt, dass jeder, wenn er sich nur dazu geschickt fühlte, betrügen würde, und, dass er nicht betrügt, bloss von seinem Unvermögen herrühre.

 

Immanuel Kant (1724-1804) deutscher Philosoph der Aufklärung
Aus “Man merkt leicht, dass auch kluge Leute bisweilen faseln” Kant zum Vergnügen, Philipp Reclam jun., Stuttgart 2003

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ABC-Geschichten 21

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Foto und Bearbeitung Brigitte Fuchs

 

Schreiben ist der einzige Beruf,

mit dem man, ohne lächerlich zu wirken,

kein Geld verdienen kann.

 

Jules Renard (1864-1910) französischer Schriftsteller und Aphoristiker
Aus “Warum lesen? Warum nicht?” Gedanken und Sprüche, Diogenes Verlag AG, Zürich 2008

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