Anagramm-Bild 11

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Foto und Anagramm-Bearbeitung Brigitte Fuchs
Tafel “Via Dante Alighieri” in Lugano

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Hervortun soll der Mensch sich

Hervortun soll der Mensch sich, dass auf Erden
sein erstes Leben hinterlass ein zweites.

Dante Alighieri (1265-1321) italienischer Dichter
Zitat aus “Die göttliche Komödie”

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Der Feuersalamander

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Foto Brigitte Fuchs

 

Es borgte  sich der Salamander
erst kürzlich einen Sport-Expander.
Man soll im Alter fit sein, fand er.

 

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Foto Brigitte Fuchs

 

Und über Brust und Rücken band er
ein Glanzdress, schwarz-gelb bis zum Rand. Er
bemühte sich, der Salamander.
“Oft brennt’s wie Feuer, ach!”, gestand er,
doch Anfangsschwächen überwand er.

 

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Foto Brigitte Fuchs

 

“Seht her, ihr alle miteinander,
wie fit wir sind, wir Salamander!”
So sprach er stolz. Darauf verschwand er.

 

Brigitte Fuchs

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Schüttelreim 41

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Es werden im Frühling am Weg die

Ränder bunter.

Vielleicht fallen vom Himmel diese blauen

Bänder runter.

 

Foto und Text Brigitte Fuchs

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Wer glücklich ist…

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Foto Brigitte Fuchs

 

Wer glücklich ist…
gleicht einem Baum, der
am Wasser steht.

 

Aus der Bibel, Psalm 1

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Rede-Wendungen 3

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Foto Brigitte Fuchs

 

Jemandem einen Korb geben.

Wer jemandem einen Korb gibt, erteilt ihm in der Regel eine Abfuhr, nicht nur in Liebesdingen, sondern ganz allgemein.

Im Mittelalter hatte diese Redewendung dagegen eine sehr viel konkretere Bedeutung. Da wurden Liebhaber manchmal in einem Korb zum Fenster des angebeteten Fräuleins hinaufgezogen.  War die Holde dem Liebhaber jedoch nicht zugetan, soll es schon einmal vorgekommen sein, dass sie einen Korb mit einem brüchigen Boden hinunterliess und der um sie werbende Freier die Abweisung überaus schmerzhaft zu spüren bekam.
Vor diesem Hintergrund lässt sich auch das Verb “durchfallen” verstehen.

Eine Variante der Abweisung bestand darin, den Korb mit dem Freier auf halber Höhe des Hauses “hängen zu lassen”.

Diese mittelalterlichen Bräuche waren im 17. Jh. bereits nicht mehr bekannt. Darum gingen die Frauen dazu über, unerwünschten Freiern nur noch symbolisch einen Korb ohne Boden zu überreichen.

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Protokoll

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Foto Brigitte Fuchs

 

Ist gewarnt worden ist gerade noch
rechtzeitig ist schon mit einem Fuss
hat ohne es zu ahnen hat unaufhörlich
in eine Richtung hat nichts anderes
ist einfach drauflos ist ausgerechnet
hat die Luft in kurzen Stössen hat kaum
Luft ist wie von Sinnen ist eben noch
ist in letzter Sekunde

 

Brigitte Fuchs

Aus “Suchbild mit Garten” Gedichte, Kukuruz Verlag, Kulturbüro Altstätten (Kuba), Lüchingen 1998

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Frau Reineke

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Foto Brigitte Fuchs

 

Mein Mann ist auf der Vogeljagd,
Er schiesst Hühner und Hähne;
Er hat eine Büchs, die nie versagt,
Er hat auch lange, scharfe Zähne.

Wo ist er? Auf der Heide draus,
Wo die schwarzen Säue pferchen.
Enten bringt er gewiss nach Haus,
Vielleicht auch honigsüsse Lerchen.

 

Hermann von Lingg (1820-1905) deutscher Dichter
Aus der Sammlung “Vermischte Gedichte”

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Der kluge Vogel

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Foto Brigitte Fuchs
Eichenholzskulptur “Vogel” aus dem Jahre 2006, Höhe 190 cm, von Alex Schaufelbühl, Bildhauer, Niederwil

 

Läuft ein Bach durch die Au,
durch die grüne, grüne Au,
steht ein Holderbusch dran,
singt ein Vogel dann und wann:
Kuckuck, kuckuck.

Wollt wissen, ob mein Schatz,
o mein lieber, lieber Schatz,
einen andern geküsst;
rief er schnell, als ob er’s wüsst:
Kuckuck, kuckuck, kuckuck, kuckuck;
und ich lief und lief und lief,
bis der Vogel nicht mehr rief.

 

Gustav Falke (1853-1916) deutscher Schriftsteller
Text gefunden bei gedichte.xbib.de

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Ode an die Biene

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Foto Brigitte Fuchs

 

Grosser Bienenschwarm! / Ein und aus fliegt er, /
aus dem Kaminrot, dem Blau, / dem Gelb, /
der zartesten / Zartheit der Welt: / einzieht er in /
eine Blumenkrone / voll Hast, / Geschäfte zu treiben, /
und kommt hervor / mit goldenem Kleid /
und einer Unzahl / gelblicher Stiefel.

(…)

 

Pablo Neruda (1904-1973) chilenischer Dichter
Erste Strophe des gleichnamigen Gedichtes, übersetzt von Erich Arendt
Aus “Das Lied vom Honig” Eine Kulturgeschichte der Biene, Ralph Dutli, Wallstein Verlag Göttingen 2012

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