Archiv der Kategorie: Zitate
Die einen blühen, die anderen welken…

Fotos Brigitte Fuchs: gesehen Anfang März
So lohnt die Welt für unsre Sorge: Sie saugt uns aus und findet uns dann welk, indes sie prangt mit unsern besten Kräften.
Franz Grillparzer (1791-1872) österreichischer Schriftsteller und Dramatiker
Wie schön, was uns im Frühling blüht…

Foto Brigitte Fuchs: Küchenschelle
Frühling, ja, du bists!
Dich hab’ ich vernommen!
Eduard Mörike (1804-1875) deutscher Dichter
Letzte Zeilen seines Gedichts „Er ists“
Wie schön, was uns im Frühling blüht
und ungeniert den Duft versprüht:
Ranunkeln, Tulpen und Narzissen,
zartblaue Veilchen, Moos in Kissen.
Gras, Birke, Hasel, Esche, Flieder
blüh’n Jahr um Jahr entschlossen wieder.
Huflattich, Geissfuss, Akelei
(Stiefmütterchen sind auch dabei)
Windröschen, Wegerich und Miere
betören uns und auch die Tiere.
Die Nessel, das Vergissmeinnicht,
sie suchen mit dem Klee das Licht.
Und selbst das Erdbeerfingerkraut
wird gern vom Frühling angebaut.
Ach, das ist längst nicht alles hier!
Bestimmt gibt es noch hundertvier…
Brigitte Fuchs
Frühling

Foto Brigitte Fuchs
(…)
Frühling. Die Bäume sind erst jetzt ganz kahl
und jeder Strauch ist wie ein weicher Schall
als erste Nachricht von dem neuen Glück.
Und morgen kehren Schwalben auch zurück.
Selma Meerbaum-Eisinger (1924-1942) deutschsprachige jüdische Dichterin
Letzte Strophe aus ihrem Gedicht „Frühling“
Aus „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“ Gedichte, Hrsg. Jürgen Serke, Hoffmann und Campe, Hamburg 1980
P.S. Für mich müsste es in der zweiten Zeile „Schal“ heissen. (Nicht nur des Reimes wegen…) Entweder ist das ein Druckfehler vom Verlag oder die Autorin schrieb im März 1940 tatsächlich „Schall“.
Säntis

Foto Brigitte Fuchs: Blick zum Säntis
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Foto Brigitte Fuchs
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Foto Brigitte Fuchs
Hinter meinem glatten Heimatsee
Hat mein Jugendberg sich ganz enthüllt,
Leuchtet weithin mit dem blanken Schnee,
Dass mich Lust ins Herz hinab erfüllt.
(…)
Emanuel von Bodman (1874-1946) Freiherr von und zu Bodman, Lyriker, Erzähler, Dramatiker
Erste Strophe seines Gedichtes „Der Säntis“
Aus „Säntis und Alpstein im Gedicht“, Hrsg. Rainer Stöckli, Edition Isele, Eggingen 2009
Um zu wissen…

Foto Brigitte Fuchs
Um zu wissen, ob das Wasser in einer Schale
warm oder kalt ist, muss man den Finger
hineinhalten. Darüber zu diskutieren nützt nichts.
Zen-Weisheit
Suchen und Finden

Foto Brigitte Fuchs
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Und zum Tag der Poesie noch dies:
„Die Poesie ist das Wirklichste,
sie ist das, was erst in einer
anderen Welt vollkommen wahr wird.“
Charles Baudelaire (1821-1867) französischer Schriftsteller und Lyriker
Nostalgie

Foto Brigitte Fuchs: nostalgische Schaufenstergestaltung in Brugg, Ausschnitt
Das Schöne an unserem Alter: Wir haben unsere Jugendsünden noch nicht auf Facebook geteilt.
Spruch von Unbekannt
Gelesen im Internet

Foto Brigitte Fuchs: Das ganze Schaufenster mit dem Titel „Hier ist keine Schuhmacherei mehr!“, gesehen in Brugg
Weil

Foto Brigitte Fuchs: Installation, gesehen beim KKLB (Kunst und Kultur im Landessender Beromünster)
Weil unser einziges Nest unsere Flügel sind.
Johan Erik Lindegren (1910-1968) schwedischer Lyriker, Literaturkritiker und Übersetzer
Buchtitel „Weil unser einziges Nest unsere Flügel sind“, zweisprachig, aus dem Schwedischen von Nelly Sachs, Luchterhand Verlag, Neuwied 1963
Lieblingsbuch

Fotos Brigitte Fuchs: Bodenmarkierungen bei einer Schulbibliothek
Es gibt vielleicht keine Tage unserer Kindheit, die wir so voll erlebt haben wie jene, die wir mit einem Lieblingsbuch verbracht haben.
Marcel Proust (1871-1922) französischer Schriftsteller
Aus „Warum lesen? Warum nicht?“ Gedanken und Sprüche. Mit Zeichnungen von Paul Flora, Diogenes Verlag AG, Zürich 2008
Graffiti
Der Mensch ist zu allem fähig,
warum nicht auch zum Frieden?
Spontispruch
Aus „Der Geist sprüht wo er will“ Graffiti, Neue Folge, Wilhelm Heyne Verlag, München 1984/1985

Fotos Brigitte Fuchs: Graffiti, gesehen in Aarburg
Anarchie ist waschbar,
Frau Nachbar
Spontispruch
Aus „Der Geist sprüht wo er will“ Graffiti, Neue Folge, Wilhelm Heyne Verlag, München 1984/1985
P.S. Die Botschaft, die auf der dunklen Eingangstüre in weissen Lettern steht,
zeige ich morgen…