Archiv der Kategorie: Kapriolen

Vom Fuchs und den Entchen

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

Man mag es auf den ersten Blick nicht glauben:

Es sind nicht – wie beim Fuchs – die süssen Trauben,

die unerreichbar sind für Entenkinder.

Das frische Grün ist es für sie nicht minder.

 

 

Brigitte Fuchs

 

Fotos Brigitte Fuchs

 

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Anmache

Foto Brigitte Fuchs: Aufkleber an einem Abflussrohr

 

 

Es sagt der Pinguin zur Pinguine:

„Ich liebe deine eisig-kalte Miene.“

Es sagt die Pinguine zum Pinguin:

„Dû bist mîn, ih bin dîn.
des solt dû gewis sîn.
dû bist beslozzen
in mînem herzen,
verlorn ist das sluzzellîn:
dû muost ouch immêr darinne sîn.“

 

Brigitte Fuchs
In Anlehnung an das Minnelied von Walther von der Vogelweide (ca. 1170-1230) deutschsprachiger Minnesänger

 

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Vom Hörensagen

 

 

Marie sagt viel
bei Sport und Spiel.
Und auch Susanne
spricht volle Kanne.

Die Welt ist schlecht,
sagt Adelbrecht.
Von hier bis da,
sagt Sylvia.

Das ist nicht wahr,
sagt Waldemar.
Nach uns die Flut,
sagt Heinz zu Knut.

 

 

Das kümmert uns
doch nicht die Bohne,
sagt Marie-Anne
zu Simone.

Der Bauer Thiel,
der sagt nicht viel.
Und Franz verspricht’s:
Wir sagen nichts.

Zwei alte Damen
mit raren Namen,
die seufzen tief
und sagen: Amen.

 

Brigitte Fuchs

 

 

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Parallelen

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Anspruch:

 

SPRACHWERK STATT

SPRACH WERKSTATT

 

 

Brigitte Fuchs
Aus „Salto wortale“ Sprachliche Kapriolen, edition 8, Zürich 2006/2011

 

 

P.S. Zum Headerbild:

„Fabrikk“ ist eine Geschichte von „Karl’s kühne Gassenschau“ über Heimat, Identitätsverlust und Schokoladenträume. Das Stück wurde von 2011 bis 2015 gezeigt.

 

 

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Besucherandrang

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

Auf den Wiesen und im Garten
sind Insekten aller Arten
höchst willkomm’ne Gäste. Allen
will die Blumenwelt gefallen.

 

Fotos Brigitte Fuchs

 

Krone, Dolde, Kelch und Schote,
Farben, Düfte, Angebote
für ein Buffet erster Güte.
Alles steht in Saft und Blüte.

 

 

Fotos Brigitte Fuchs

 

Kostenlos und ungeniert
wird serviert und konsumiert.
Käfer, Falter, Hummeln, Bienen
sind zum Sommerfest erschienen.

 

 

Brigitte Fuchs

 

Fotos Brigitte Fuchs

 

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Anagramm-Zweizeiler 638

Fotos Brigitte Fuchs

 

 

PLAN UND LEBENSZIEL:

N. DEN BALL ZUSPIELEN.

 

Brigitte Fuchs

 

P.S.
N. steht für Neuankömmlinge, Nachbarn, Nichten, Neffen, Neider, Nebenbuhler, Neunmalkluge, Nachzügler, Nichtschwimmer, Nonnen, Nervensägen, Naive, Naseweise, Nachdenkliche, Novizen, Nörgler, Netzbetreiber, Narren, Nerds, Neuzuzügler, Notare, Nichtspieler, Nachrichtensprecherinnen, Nochverheiratete, Nichtschwimmer, Nachahmer, Notlügner, Nachtschwärmer …

 

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Miss-Behagen

Foto Brigitte Fuchs: Die Skulptur schuf die Keramikerin Bernarda Mattle in Werdenberg/SG

 

 

So viele positiv konnotierte Begriffe wie:

ACHTUNG – BRAUCH – BEHAGEN – BILDUNG – ERFOLG – GUNST – GESCHICK – KLANG – MUT – STIMMUNG – VERSTÄNDNIS …

Da behagt es der Miss selbstverständlich nicht, dass diese alle ins Negative kippen, wenn man ihren Namen davorstellt.
Miss-mutig nimmt sie die Verunglimpfungen zur Kenntnis und verwehrt sich gegen diesen unsäglichen Miss-Brauch.

 

Brigitte Fuchs

 

 

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Froschgeschichten

 

Kam ein Frosch zur Liebsten zart,
bat sie um ein Liebesspiel.
Seine ungestüme Art
wurde ihr dann bald zu viel.

 

 

 

Kam ein Frosch zur Blume fein,
fragte sie zum Vornherein:
„Willst du mir Gespielin sein?“
Doch die Schöne sagte: „Nein!“

 

Brigitte Fuchs

 

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Der kleine Geist

Foto Brigitte Fuchs

 

Der kleine Geist
schaut gar nicht dreist.
Er ist aus Holz
und auch nicht stolz,
hat keinen Mumm,
denn um ihn rum
hört man sie rufen.

Auf diesen Stufen
zum Turm tritt wer,
mal leicht, mal schwer,
auf sein Gesicht.
Schön ist das nicht!
(Erst in der Nacht
er heimlich lacht.)

 

Brigitte Fuchs

 


Foto Brigitte Fuchs: Schlaufensteg in Baar

 

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Bitte lächeln, Cheese oder …

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Was ich bei dieser Schulklasse in Erfahrung brachte, war ein für mich neuer Ausdruck, den die Knirpse auf ihrem Schulausflug reihum kichernd wiederholten, um für das spontane Klassenfoto zu posieren: „Ameisenscheisse“.

Tja, die Sprache ist lebendig und wandlungsfähig wie das aufgesetzte Lächeln für die Lehrerin.

 

Brigitte Fuchs

 

 

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