Archiv der Kategorie: Texte
Was eine Hofdame glücklich macht
Foto Brigitte Fuchs: Blick in ein Schaufenster
Was glücklich macht
(…)
Ich habe einen schrecklichen Traum geträumt und frage mich bestürzt, was für ein Unglück nun hereinbrechen werde. Aber der Wahrsager erklärt mir, dass dieser Traum nichts zu bedeuten habe. Ich bin entzückt!
(…)
Ich freue mich besonders, wenn ich einen hochmütigen Menschen kurz abfertigen kann. Meine Freude ist riesengross, wenn es sich dabei um einen Mann handelt.
(…)
Ich bin glücklich, wenn ein Zierkamm, den ich extra machen liess, über Erwarten gut gelungen ist.
Besonders glücklich bin ich aber, wenn einer glücklich ist, den ich liebe.
(…)
Aus „Das Kopfkissenbuch der Hofdame Sei Shonagon“; sie war Hofdame am japanischen Kaiserhof zur Zeit der späteren Heian-Zeit (898-1186)

Foto Brigitte Fuchs
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Anagramm-Zweizeiler 563: Brautstrausswerfen
Bei einer Hochzeit existiert zu Ende der Feier der Brauch des Brautstrausswerfens. Es versammeln sich alle unverheirateten Frauen hinter der Braut. Diese wirft den Brautstrauss blind in die Menge. Wer den Strauss fängt, soll nach den Gesetzen dieses Brauchs die nächte Braut werden.
Foto Brigitte Fuchs
WER IST DIE NAECHSTE?
ETWA NEIDISCH, ESTER?

Foto Brigitte Fuchs
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Schneeweisschen und Rosenrot

Fotos Brigitte Fuchs
Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem Hüttchen, und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße, das andere rote Rosen; und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen, das andere Rosenrot. Sie waren aber so fromm und gut, so arbeitsam und unverdrossen, als je zwei Kinder auf der Welt gewesen sind: Schneeweißchen war nur stiller und sanfter als Rosenrot. Rosenrot sprang lieber in den Wiesen und Feldern umher, suchte Blumen und fing Sommervögel; Schneeweißchen aber saß daheim bei der Mutter, half ihr im Hauswesen oder las ihr vor, wenn nichts zu tun war. Die beiden Kinder hatten einander so lieb, daß sie sich immer an den Händen faßten, sooft sie zusammen ausgingen; und wenn Schneeweißchen sagte: „Wir wollen uns nicht verlassen,“ so antwortete Rosenrot: „Solange wir leben, nicht,“ und die Mutter setzte hinzu: „Was das eine hat, soll’s mit dem andern teilen.“
(…)
Der Anfang des Märchens „Schneeweisschen und Rosenrot“ der Gebrüder Grimm

Foto Brigitte Fuchs
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Ausdrucksmittel

Fotos Brigitte Fuchs
Es braucht ein neues durchgeistigtes, lebensvolles Ausdrucksmittel für meine neuen ungeahnten Gedanken – ob es Töne, Bilder oder der Teufel weiss was sind, das ist auch ganz wurst.
Moritz von Schwind (1804-1871) österreichischer Maler und Zeichner

Fotos Brigitte Fuchs
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Wellenritte

Foto Brigitte Fuchs: Kitesurfer auf dem Sempachersee
Kitesurfen, auch Kiteboarden, ist ein Wassersport, bei dem man auf einem Board steht, das Ähnlichkeit mit einem kleinen Surfbrett oder Wakeboard hat. Die Sportler und Sportlerinnen werden von einem Lenkdrachen (engl. „kite“) gezogen. Wellengang und der Zug des Drachens können dabei für Sprünge als Unterstützung genutzt werden.

Fotos Brigitte Fuchs: Flugvorbereitungen
Auf dem Rücken der Zeit,
auf den lichten Schultern der Wellen
reiten Zeitgesellen
– steigen und fallen –
ewiger Zukunft bereit.
Rudolf Georg Binding (1867-1938) deutscher Schriftsteller

Foto Brigitte Fuchs: Kitesurfer auf dem Sempachersee
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All das Zeugs
Fotos Brigitte Fuchs
Auch ich war immer daheim, grub, krautete, stocherte, handhabte die Giesskanne, besah alles, was wuchs, tatgtäglich genau und bin
daher mit jeder Rose, mit jedem Kohlkopf, mit jeder Gurke intim bekannt geworden. Eine etwas beschränkte Welt, so scheint’s. Und doch, wenn man’s recht erwägt, ist all das Zeugs, von dem jedes einzelne unendlich und unergründlich ist, nicht weniger bemerkenswert, als Alpen und Meer, als Japan und China.
Wilhelm Busch (1832-1908) deutscher Zeichner, Maler, Dichter und Schriftsteller
Der Text entstammt einem Brief aus dem Jahre 1896 an Johanna Keßler
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Blutsverwandte
Foto Brigitte Fuchs
Die Natur hat uns als Blutsverwandte geschaffen, indem sie uns aus denselben Stoffen für ein und dieselbe Bestimmung erzeugte. Sie hat uns die Liebe zueinander eingegeben und zu geselligen Wesen gemacht.
Seneca (ca. 4 v. Chr. – 65 n. Chr.) römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher und Politiker

Foto Brigitte Fuchs
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Zeitzeugnisse

Foto Brigitte Fuchs: Riegelhaus in Langenthal, im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern
An diesem alten Wohnhaus in Langenthal/BE kann man auf dem breiten Querbalken folgende Botschaft lesen.
„Hier fand vom Jahre 1871 an FERDINAND HODLER bei seinem Onkel Neukomm die zweite Heimat und den Weg zur Künstlerschaft.“

Foto Brigitte Fuchs
Tatsächlich finden sich im Werk Ferdinand Hodlers Bilddokumente, die den Onkel Neukomm bei der Arbeit als Schuhmacher zeigen.
Nach dem frühen Tod von Hodlers Mutter im Jahr 1867 nahm ihr einziger Bruder Friedrich Neukomm (1834-1895) die Kinder seiner Schwester bei sich auf und wurde zu einer Art Vaterfigur. „Onkel Neukomm“ war nach Aussage von Ferdinand Hodler ein gescheiter, lebhafter, fröhlicher und vor allen Dingen äusserst gutherziger Mann sowie ein vorzüglicher Jodler. Die Bildnisse zeugen von Hodlers Dankbarkeit und seinem Respekt gegenüber seinem Onkel.

Abbildungen einiger Werke von Ferdinand Hodler aus dem Internet, entstanden um 1875
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Zärtlichkeit
Fotos Brigitte Fuchs
Ärgernis und verbissene Wut hatten meine ganze Seele umnebelt; die Liebe selbst, in dem vollsten Glanze des Glücks, konnte sich darin nicht Tag schaffen. Aber sie sendet ihre Tochter, das Mitleid, die, mit dem finstern Schmerze vertrauter, die Nebel zerstreuet, und alle Zugänge meiner Seele den Eindrücken der Zärtlichkeit wiederum öffnet.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung
Aus „Minna von Barnhelm, oder das Soldatenglück“, 1767.

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Bücher
Foto Brigitte Fuchs
Von allen Schöpfungen des Menschen sind uns die Bücher am nächsten, denn sie enthalten unsere Gedanken, unsere Begierden, unsere Empörung, unsere Illusionen, unsere Treue zur Wahrheit und unseren hartnäckigen Hang zu Fehlern. Am meisten aber ähneln sie uns in ihrem unsicheren Halt im Leben.
Joseph Conrad (1857-1924) polnisch-britischer Schriftsteller
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