Monatsarchive: April 2020
Waldtrost

Fotos Brigitte Fuchs
Geh‘, wenn dein Herz voll Leid und Gram,
Dich tief im Walde auszuweinen,
Und ob die Welt dir alles nahm,
Der Wald lässt ungetröstet keinen.
Martin Hermann Kiehne (1855-1937) deutscher Dichter
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Anagramm-Zweizeiler 304

Foto Brigitte Fuchs
UEBERLEBENSWILLEN. –
NUN LEBE SELBER! WEIL?
Brigitte Fuchs
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Es ist ganz gleich…

Foto Brigitte Fuchs
Es ist ganz gleich, ob ein Garten klein oder gross ist. Was die Möglichkeiten seiner Schönheit betrifft, so ist seine Ausdeh-
nung so gleichgültig, wie es gleichgültig ist, ob ein Bild gross oder klein, ob ein Gedicht zehn oder hundert Zeilen lang ist. Die Möglichkeiten der Schönheit, die sich in einem Raum von fünfzehn Schritten im Geviert, umgeben von vier Mauern, entfalten können, sind einfach unmessbar.
Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) österreichischer Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker
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Narziss oder Goldschnabel?

Foto B rigitte Fuchs
Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.
Oscar Wilde (1854-1900) anglo-irischer Autor
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Frühmorgendlicher Besuch

Es trauen Vögel, gross wie der,
sich in die Siedlung sonst nicht her,

doch ist es momentan so still,
noch stiller als man es gern will.

Da liegt ein Zwischenhalt vom Weiher
zum Ackerbord für einen Reiher

Alle Fotos Brigitte Fuchs, leider nur eilige und wenig präzise Schnappschüsse
problemlos drin. Vom Nachbardach
flog er dann weiter ohne Krach.
Brigitte Fuchs
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Stille überall

Fotos Brigitte Fuchs
Stille überall.
Überm hellen Frühlingstag
steigen Lerchen auf.
Ach, wie wird mir weh ums Herz,
weil ich gar so einsam bin!
Otomo no Yakamochi, japanischer Haiku- und Tankadichter, lebte im 8. Jahrhundert

Fotos Brigitte Fuchs
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Vom Sommer träumen

Foto Brigitte Fuchs
Vom Sommer träumen
Dabei den See vor Augen –
den Stand auf dem Brett
Brigitte Fuchs
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Aus der Enge
Foto Brigitte Fuchs
Hinaus möcht ich ziehn in die blühende Weite,
ein Lied auf der Lippe, den Lenz als Geleite,
in rauschende Wälder an sonnigen Borden,
auf ragende Berge – nach Süden, nach Norden –
Hinaus nur, hinaus!
Hinaus möcht ich ziehn auf die lärmenden Gassen,
ein Tropfen, versinken im Meere der Massen,
der eigenen Pulse Anschwellen und Schwinden
erschauernd als Herzschlag der Menschheit empfinden;
Hinaus nur, hinaus!
Hinaus möcht ich ziehn in die schimmernde Ferne; –
schon glänzen zu Häupten mir tropische Sterne:
in glühenden Nächten, in pressenden Armen
möcht ich zu lachendem Leben erwarmen …
Hinaus nur, hinaus!
Clara Müller-Jahnke (1860-1905) deutsche Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin

Foto Brigitte Fuchs
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verstummt

Foto Brigitte Fuchs
verstummt
die schnellen Schritte von
gestern
sonderbar
diese fremde Stille
neue Wege suchen uns
Elsbeth Maag, Schweizer Lyrikerin
Originalbeitrag mit dem Einverständnis der Autorin
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Einmal

Foto Brigitte Fuchs
Einmal fand ich ein eigen blau Blümelein und dachte:
Wenn Du’s dem Elselein schenktest?
Dann aber musste ich lachen über die Torheit,
sah nach den Leimruten am Baum
und nach den Fischen im Bach.
(…)
Paul Klee (1879-1940) deutscher Maler und Grafiker
Erste Strophe seines Gedichtes „Drei Knaben“ aus dem Jahre 1900
aus „Paul Klee Gedichte“ Hrsg. von Felix Klee, Arche Verlag Zürich-Hamburg

Foto Brigitte Fuchs
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