Monatsarchive: November 2020
Gang durch das Tal

Foto Brigitte Fuchs: Bachlauf bei Beromünster
Hand in Hand mit dem Wind
der in den Abend weht,
Aug in Aug mit der Sonn
die fern zur Ruhe geht,
lauschend mit halbem Ohr
auf dich, du heller Bach,
schreit ich mein Tal hinab
einer Entfernten nach.
Rudolf G. Binding (1867-1938) deutscher Schriftsteller
Aus „Die Geliebten“ Gedichte, Insel-Bücherei Nr. 475, Leipzig 1940
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Das Glück…

Foto Brigitte Fuchs
Das Glück besteht aus vielen Träumen
und ein wenig Wirklichkeit.
René de Masny
Zitat aus einem Geschenkbüchlein. Keine Angaben zum Autor.
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Herbst-Blues
Fotos Brigitte Fuchs
Was will der Herbst uns sagen
an leuchtend-hellen Tagen?
«Was habt ihr denn zu klagen?
Geniesst! Und lasst das Fragen!»
Der Tod dort hinter Zweigen
will sein Gesicht nicht zeigen.
«Wann endet dieser Reigen?
Wer geht und wer darf bleiben?
Was wird zu Buche schlagen?
Kann man die Angst verjagen?»
«Was habt ihr denn zu klagen?
Geniesst! Und lasst das Fragen!»
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs
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Das Pferd

Foto Brigitte Fuchs
Das Pferd ist Dein Spiegel. Es schmeichelt Dir nie, es spiegelt Dein Temperament, es spiegelt auch Deine Schwankungen. Ärgere Dich nie über Dein Pferd; sonst könntest Du Dich ebenso über Deinen Spiegel ärgern.
Rudolf G. Binding (1867-1938) deutscher Schriftsteller
In „Reitervorschrift für eine Geliebte“ 1937
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Anagramm-Zweizeiler 319
Foto Brigitte Fuchs
DAS IST NUN GERITZT.
NATUR-DESIGN SITZT.
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
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Sie müssen wissen…

Fotos Brigitte Fuchs
Sie müssen wissen, mein Herr, dass ich das Vergnügen,
das wir in einem Garten geniessen, als eine der unschuldigsten
Freuden des Lebens erachte.
Ein Garten war die Wohnung unseres ersten Elternpaares vor
dem Sündenfall. Daher ist er von Natur aus dazu geeignet,
das Gemüt mit Stille und Frieden zu erfüllen und alle seine
stürmischen Leidenschaften zur Ruhe zu bringen.
Joseph Addison (1672-1719) englischer Dichter, Politiker und Journalist
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…und ist doch Spiel

Foto Brigitte Fuchs: Hauenstein
Der Sturm setzt gewaltige Schenkel
ins Tal der Welle
und in den Nacken der Eiche.
Es sieht nach Kampf aus
zwischen Ast und Gischt
und ist doch Spiel.
Es wohnt die Gottheit bei
und wahrt die Grenzen.
1901
Paul Klee (1879-1940) deutscher Maler und Grafiker
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Hinterrücks (Ein Anagramm)

Foto Brigitte Fuchs
HERBST, RAUSCHEND.
ERHARDT SCHUBSEN?!
HERB DURCHNAESST. –
ER, BARSCH HUSTEND:
„UNBEHERRSCHT, DAS!“
Brigitte Fuchs
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Kohle, schwarze Kohle, graben wir

Foto Brigitte Fuchs
Kohle, schwarze Kohle, graben wir.
Höllendunkel decken das Revier.
Hinten hallt der Fäustel hart Gepoch.
Nur das schwache Lämpchen schimmert noch.
Und wir ringen stumm mit Stein und Erz,
brechen wir der Erde an das Herz.
Unten schliesst uns Qual und Grauen ein.
Droben glänzt die Stadt in hohem Schein.
Karrt der Korb uns wieder an den Tag,
sinken andre ab zu Plag und Schlag.
Doch wir wissen auch: Was oben flammt,
ist ein Glanz, der aus der Tiefe stammt.
Karl Bröger (1886-1944) deutscher Arbeiterdichter
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Gänsezug

Fotos Brigitte Fuchs
Die erste Gans im Gänsezug,
Sie schnattert: »Seht, ich führe!«
Die letzte Gans im Gänsezug,
Sie schnattert: Seht, ich leite!«
Und jede Gans im Gänsezug,
Sie denkt: »- Dass ich mich breite
So selbstbewusst, das kommt daher,
Weil ich, ein unumschränkter Herr,
Den Weg mir wähl nach eignem Sinn,
All meiner Schritte Schreiter bin
Und meine Freiheit spüre!«
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) österreichische Schriftstellerin

Foto Brigitte Fuchs
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