Monatsarchive: Februar 2026
Von den hiesigen Bauern initiiert

Foto Brigitte Fuchs, gesehen vor etlichen Jahren im Aargauer Seetal
Unter dem Slogan „Gut, gibt’s die Schweizer Bauern“ standen folgende Erklärungen
auf den Hinweistafeln:
Milchschnitte
Nach Ackerfrüchten wie Getreide, Mais und Raps sät der Bauer eine Wiese an. Diese so genannte Kunstwiese steht bis vier Jahre und wird jährlich 4 – 6 Mal geschnitten. Jeder Schnitt liefert hochwertiges Futter. Und viel Milch.

Foto Brigitte Fuchs
Kurlaub
Unter der Kunstrasen-Decke erholt sich der Ackerboden: Unkräuter und Krankheitserreger gehen zurück. Würmer, Milben und Bakterien vermehren sich und durchlüften die Erde. Der Klee reichert Stickstoff an. Das wirkt, sichtbar.
Verantwortlich für die Kampagne zeichnete die Landwirtschaft Schweiz
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Nachtflug
Foto Brigitte Fuchs
(…)
Man verlud die Durchgangspost von Asunción auf das Europaflugzeug, während der Pilot noch immer unbeweglich, den Kopf im Nacken, gegen die Bordwand gelehnt stand und in die Sterne schaute. Er spürte ein grenzenloses Kraftgefühl in sich wachsen, und ein gewaltiges Behagen durchdrang ihn.
(…)
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) französischer Schriftsteller und Pilot
Textstelle aus dem Roman „Vol de Nuit“ (Nachtflug)
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An die Redaktion der „Lustigen Blätter“
Fotos Brigitte Fuchs
Auch uns, in ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,
Und gingen wir im Schnee zuhaus,
War grad die frühe Meße aus,
Dann konnten gleich die frömmsten Fraun
Sich negativ an uns erbaun.
Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durch’s umgekehrte Perspektiv.
Abgeschickt 30ten Jan. 1905.
Wilhelm Busch (1832-1908) deutscher Zeichner, Maler und Dichter
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Bauernständchen
Foto Brigitte Fuchs: Hallwilersee
(…)
Ei zum Teufel! guck heraus!
Höre mein Gesuche!
Beten, Singen geht mir aus,
Willst du, dass ich fluche?
Muss ich doch ein Hans Dampf sein,
Frör ich nicht zu Stein und Bein,
Wenn ich länger bliebe?
Liebe, das verdank ich dir,
Winterbeulen machst du mir,
Du vertrackte Liebe!
Draussen, draussen Kalt und Graus!
Ei, zum Teufel, guck heraus.
(…)
Friedrich Schiller (1759-1805) deutscher Dichter, Dramatiker, Philosoph und Historiker
Auszug aus dem Langgedicht „Bauernständchen“
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Valentinstag
Foto Brigitte Fuchs
Der Tag gilt heut‘ der Liebe.
Es liebt, wer immer kann.
Wenn das doch stets so bliebe!
Die Welt wär besser dran.
Brigitte Fuchs
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Stundenspiel
Fotos Brigitte Fuchs
(…)
Hohes Wort,
Gebirgsverwandtschaft!
Klarer Ort,
durch alle Landschaft
tiefer fort —
Sprich ins Weite,
hol aus Fernen
fremd Geleite —
ach, mit Sternen
nie zur Seite!
Zauberkreis,
erstarrte Steppen,
früher Eis,
geheime Treppen:
— kein Beweis.
(…)
Alexander Xaver Gwerder (1923-1952) Schweizer Dichter und Schriftsteller
Drei von sieben Strophen seines Gedichtes „Stundenspiel (für Erwin Jaeckle)
aus „Blauer Eisenhut“, Gedichte
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Vorfrühling
Foto Brigitte Fuchs
Stürme brausten über Nacht,
und die kahlen Wipfel troffen.
Frühe war mein Herz erwacht,
schüchtern zwischen Furcht und Hoffen.
Horch, ein trautgeschwätz’ger Ton
dringt zu mir vom Wald hernieder.
Nisten in den Zweigen schon
die geliebten Amseln wieder?
Dort am Weg der weisse Streif –
Zweifelnd frag‘ ich mein Gemüte:
Ist’s ein später Winterreif
oder erste Schlehenblüte?
Paul Heyse (1830-1914) deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer
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Ein schräger Text
Foto Brigitte Fuchs: gesehen in einem Schaufenster in Sursee

Brigitte Fuchs
Aus „SALTO WORTALE“ Sprachliche Kapriolen mit Wortbildern von Beat Hofer, edition 8, Zürich 2006 und erweiterte Neuauflage 2011
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Mein Fluss
Fotos Brigitte Fuchs: Aare bei Rothrist
(…)
Du murmelst so, mein Fluss, warum?
Du trägst seit alten Tagen
Ein seltsam Märchen mit dir um
Und mühst dich, es zu sagen;
Du eilst so sehr und läufst so sehr,
Als müsstest du im Land umher,
Man weiss nicht wen, drum fragen.
Der Himmel, blau und kinderrein,
Worin die Wellen singen,
Der Himmel ist die Seele dein;
O lass mich ihn durchdringen!
Ich tauche mich mit Geist und Sinn
Durch die vertiefte Bläue hin
Und kann sie nicht erschwingen!
(…)
Eduard Mörike (1804-1875) deutscher Dichter
Zwei von sechs Strophen seines gleichnamigen Gedichtes
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Limerick 170
Foto Brigitte Fuchs: Wandbild, gesehen in Aarau, Schrift leicht abgeändert.
Es sprach Gabriela aus Herne
mit Gabor, dem Freund aus der Ferne.
Was sprachen die zwei?
Ich war ja dabei:
„O Gabi, ich hab dich so gerne!“
Brigitte Fuchs
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