Archiv der Kategorie: Bilder
Zinnien in Rot

Fotos Brigitte Fuchs
Zinnien in Rot
Nicht mal der Morgennebel
kommt dagegen an
Brigitte Fuchs
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Spaziergang
Foto Brigitte Fuchs: Aarburg/AG
(…)
Noch einmal bricht
Aus schweren Wolken
Die Sonne hervor mit stillem Leuchten,
Im Abendlicht
Aufblüht der See
Und Stämme und Gräser, die regenfeuchten.
Dein Antlitz glüht
In Jugendröte,
In Jugendglück wie in alten Tagen.
Mir ists, als müsste
Wie damals wieder
Ich heisse, tiefe Worte dir sagen.
(..)
Gustav Renner (1866-1945) deutscher Erzähler, Dramatiker und Lyriker
Zwei von fünf Strophen seines Gedichtes Spaziergang

Fotos Brigitte Fuchs
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Die Kuh stand heut am Zaun
Foto Brigitte Fuchs
Die Kuh stand heut am Zaun,
wollt mir ins Auge schaun.
Hat sich dann aber nicht getraut
und schielend seitlich weggeschaut.
Ich weiss nicht, lags an mir.
Was sah das arme Tier?
Da kam der Bauer Fritze.
«Mach dir mal keine Sorgen»,
sprach er: «Wie jeden Morgen
macht sie ganz einfach Witze.»
Brigitte Fuchs
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Anagramm-Zweizeiler 588
Fotos Brigitte Fuchs
HERZ STREBT FARBE AN:
ZARTE HERBST-FARBEN
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs
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Sechs Gänse-Parolen zum Martinstag
1
Weiche Daunen, Federbetten?
Davor muss uns jemand retten!

2
Federschmuck und Federkiel?
Das ist auch kein faires Spiel!

3
Gänseschmalz und Gänseleber?
Dann doch lieber Klimakleber!

4
Fehlt nur noch der Gänsebraten:
Davon wird strikt abgeraten!!!

5
SCHNATTERN UND AM LEBEN BLEIBEN
woll’n wir fett ins Notebook schreiben.

6
Polonaise, Gänsemarsch!
Los, wir retten unsern «Ach, ihr wisst schon…!»

Alle Fotos Brigitte Fuchs: Gänse im Murimoos
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Totholz und Leben

Fotos Brigitte Fuchs: Hallwilersee
Als „Totholz“ werden sowohl einzelne tote Äste an einem alten Baum als auch abgestorbene, stehende oder umgefallene Bäume oder Teile davon (z. B. Wurzeln, Strünke) bezeichnet.
Totholz und abgestorbene Bäume (auch Habitatbäume genannt) sind bedeutende Bestandteile des Ökosystems und bilden die Lebensgrundlage für unzählige Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen, Moosen und Flechten. Sie tragen als Keimgrund zur Waldverjüngung bei, bieten Schutz vor Steinschlägen und Lawinen, speichern Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff, die im Laufe des Totholzabbaus teilweise in den Boden überführt werden.

Fotos Brigitte Fuchs
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Herbstfluss
Foto Brigitte Fuchs
Der Strom trug das ins Wasser gestreute
Laub der Bäume fort. –
Ich dachte an alte Leute,
Die auswandern ohne ein Klagewort.
Die Blätter treiben und trudeln,
Gewendet von Winden und Strudeln
Gefügig, und sinken dann still. –
Wie jeder, der Grosses erlebte,
Als er an Grösserem bebte,
Schliesslich tief ausruhen will.
Joachim Ringelnatz (1883-1934) deutscher Dichter, Kabarettist und Seefahrer

Foto Brigitte Fuchs: alte Brücke über die Töss bei Rorbas/ZH
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Wald-Office
Foto Brigitte Fuchs
Mittag
Rings alles still – wohin man horcht und späht,
Im schatt’gen Walde, wie auf lichter Flur;
Nicht einmal eines einz’gen Vogels Laut,
Kein Blattgesäusel, keines Hauches Wehn,
Denn die Natur hält ihren Odem an.
(…)
Du aber, Mensch, befolge noch das Wort;
Sei still in wunderbarer Mittagszeit,
Daß du den Traum des Waldes nimmer störst
Durch wüsten Lärm, und laß die Arbeit ruhen
Und ruhe selbst und träume. Es ist süß,
Ganz aufzugehen in das große Schweigen
Und eins zu werden mit der Natur.
Hermann Allmers (1821-1902) deutscher Schriftsteller und Dichter
Erste und letzte Strophe seines vierstrophigen Gedichtes „Mittag“

Foto Brigitte Fuchs
P.S. Dieses Gedicht könnte sehr gut auch von Goethes Versen (im gestrigen Beitrag besprochen) inspiriert worden sein: Die Ruh, der fehlende Hauch, die verstummten Vögel, das Schwigen im Walde, – alles erinnert an das kleine, feine Goethegedicht, kommt aber, wie ich finde, nicht an das grosse Vorbild heran.
B. Fuchs
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Über allen Gipfeln…
Foto Brigitte Fuchs: Am gestrigen Föhntag von Aarburg aus aufgenommen
Ueber allen Gipfeln
Ist Ruh‘,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.
Johann Wolfgang von Goethe

Foto Brigitte Fuchs
Zur Geschichte dieses kleinen, weltberühmten Poems:
Zwei Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe tragen den Namen „Wanderers Nachtlied“: Der du von dem Himmel bist (aus dem Jahre 1776) und Über allen Gipfeln ist Ruh (von 1780).
Das erste richtete er in einem Brief an Frau von Stein.
Letzteres, das er im Band I seiner Werke unter das ältere stellte, betitelte er mit Ein Gleiches, was wohl bedeuten sollte, dass es ebenfalls mit diesem Titel zu lesen sei. Berichten zufolge entstand es am 6. September 1780 auf dem Berg Kickelhahn bei Ilmenau (Thüringen). Er soll es mit Bleistift an die hölzerne Innenwand einer Jagdhütte geschrieben haben. (Es wurde oft analysiert, vertont, parodiert und in viele Sprachen übersetzt.)
Im August 1831 (ein halbes Jahr vor seinem Tod), habe der Dichter die Blockhütte ein letztes Mal, zusammen mit einem Begleiter, besucht. Er habe beim Lesen Tränen in den Augen gehabt und gesagt: „Ja, warte nur, balde ruhest du auch.“
Die damalige Jagdhütte existiert nicht mehr, weil sie 1870 völlig niederbrannte. Allerdings wurde das so genannte „Goethehäuschen“ ein paar Jahre später von Restauratoren originalgetreu wieder aufgebaut und hergerichtet.

Foto Brigitte Fuchs
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Der Rabe
Foto Brigitte Fuchs
Der Rabe auf dem Uferstein
will – nur ganz kurz – alleine sein.
Das Krächzen mit den Artgenossen
macht ihn bisweilen arg verdrossen.
Am See kann er sich neu sortieren
und seinen Ärger minimieren.
Und bald, mit glanzgeschwellter Brust,
hat er aufs Krächzen wieder Lust.
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
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