Archiv der Kategorie: Gedichte

24 Advents-Sofortbilder

1:  Eingangs-Bild

 

Foto Brigitte Fuchs

 

 

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Du trüber Tag

Foto Brigitte Fuchs: am Vierwaldstättersee

 

 

Du trüber Tag
mit deinen stillen, grauen Farben,
mit deinem Duft von Wehmut und von Wissen –
in einem leisen Frieden ohne Namen
möcht meine Seele weit in dich verwehen,
meine Seele voll Wehmut und Wissen
und der stillen, traurigen Farben
entbehrter Sonne.

 

Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Dichter und Schriftsteller
Text aus dem Internet

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Abschied

Foto Brigitte Fuchs

 

Abschied vom Sommer
Das Echo vergangener Tage
Liegt wie Nebel über dem See

Auf dem Hof die Kinder
Ihr Lachen, ihre Schreie

Erst gestern war ich einer
Von ihnen, überzeugt davon
Das Leben sei endlos

 

Gerhard Rombach, *1931 in Coburg, Architekt und Lyriker, lebt in Schweden
Text-Veröffentlichung mit seiner Erlaubnis

Siehe auch:

http://gerhardsblog.blogspot.com/

 

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Der furchtsame Riese

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Sonne stand am Himmel schief,
lange Schatten warfen Zwerge,
Riese sass auf seinem Berge,
sah die Schatten und entlief.

 

 

Friedrich Rückert (1788-1866) deutscher Dichter
Vierzeiler gefunden bei „Projekt Gutenberg“

 

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Der Herbststurm

Foto Brigitte Fuchs: altes Tor bei der Stiftskirche Schönenwerd/SO

 

Der Herbststurm braust durch Wald und Feld,
die Blätter fallen nieder
und von dem dunklen Himmelszelt
sehn schwarz die Wolken nieder.

Sankt Martin reitet dann sein Pferd
so schnell die Wolken eilen;
in seiner Rechten blitzt das Schwert,
die Nebel zu zerteilen.

Das Schwert, womit als Reitersmann
den Mantel er zerschnitten,
den er geschenkt dem armen Mann
und weiter ist geritten.

 

Ludwig Uhland (1787-1862) deutscher Dichter
Gedicht aus dem Internet

 

Foto Brigitte Fuchs:
Innenhof der Stiftskirche Schönenwerd/SO, der zum Kloster des ehemaligen Stiftes Sankt Leodegar gehörte

 

 

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Ein paar Träume weiter

Foto Brigitte Fuchs: Niesenberg, Kallern

 

Nahezu endlos müsste der Raum sein
zwischen uns und dem Horizont jedes
Armschwenken über dem Kopf sollte darin

Platz finden als Hilferuf vom Wasser her
oder besser als soeben erdachtes Winken
über die Ränder der Poesie hinweg

 

Foto Brigitte Fuchs: Kapelle Niesenberg, Kallern

 

So vielleicht: Wir redeten schwiegen legten
uns als Schnee auf die Dächer hüpften als
Kiesel über die krause Stirne der Zeit

Wir liefen mit der Kehrseite des Windes
zur Kapelle und über Anhöhen und Senken
immer weiter mit Gruss und Gebet

 

Brigitte Fuchs
Aus «Handbuch des Fliegens», edition 8, Zürich 2008

 

Fotos Brigitte Fuchs

„Die Muttergotteskapelle auf dem Oberniesenberg, Kallern, gehört zu den wenigen, noch im fortgeschrittenen 20. Jahrhundert erfolgten Kapellenstiftungen. Die Formensprache des Baus orientiert sich an den Grundsätzen des 2. Vatikanischen Konzils. Sie versinnbildlicht die Gemeinschaft von Priester und Volk sowie den Mut zum Aufbruch. Entsprechend hat Architekt Hanns A. Brütsch wie bei all seinen Sakralbauten Kirchenraum und Chor zusammengefasst. Die Glasfenster hat Ferdinand Gehr beigesteuert. Als Referenz an die Patronin erstand der Kapellenverein 1962 eine beinahe lebensgrosse Muttergottesplastik aus dem Kunsthandel. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert, vermutlich aus dem Bodenseeraum.“ (acm)

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Die Unbesungenen

 

Fotos Brigitte Fuchs: Friedhof in Hochdorf

 

 

‚S gibt Gräber, wo die Klage schweigt
Und nur das Herz von innen blutet,
Kein Tropfen in die Wimper steigt
Und doch die Lava drinnen flutet;
‚S gibt Gräber, die wie Wetternacht
An unserm Horizonte stehn
Und alles Leben niederhalten,
Und doch, wenn Abendrot erwacht,
Mit ihren goldnen Flügeln wehn
Wie milde Seraphimgestalten.

(…)

 

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) deutsche Dichterin
Erste von zwei Strophen ihres Gedichtes „Die Unbesungenen“
Text aus dem Internet

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Halloween

 

Foto Brigitte Fuchs

 

 

Keiner soll es mir verwehren,
Spukgeschichten, Geisterstunden
Schauderfreudig anzuhören,
Wie als Kind in Dämmerstunden.

Ja, dass Geister wiederkehren
Und rumoren und erscheinen,
Möcht‘ ich selbst beinah beschwören,
Denn ich habe selber einen.

 

Wilhelm Busch (1832-1908) deutscher Zeichner, Maler und Dichter
Text gefunden im Internet

 

Foto Brigitte Fuchs

 

P. S. In eigener Sache: Eigentlich kann ich rein gar nichts anfangen mit dem blödsinnig-makaberen Halloween-Spleen, der vor Jahren von Amerika zu uns überschwappte.
Allerdings bin ich vor ein paar Tagen, beim Anblick dieser auffälligen Auto-Rückseite, dann doch für einen kurzen Moment schwach geworden und habe die Kamera gezückt…

 

 

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Der Sumpf

Fotos Brigitte Fuchs: Bilder vom nahen Waldweiher

 

Umsonst ist dein Bemühen,
O Sumpf, mich anzulocken!
Wie sehr mir auch dein samtnes,
Nur zart begrastes Ufer,
Wie sehr mir auch dein Schilfrohr,
Das Winde sanft bewegen,
Und die goldfarbnen Blumen
Gefallen, die dich zieren
Und sich, wie dein Gewässer,
Erheben oder senken,
Werd‘ ich dir doch nicht nahen.

 

Fotos Brigitte Fuchs

 

Zu viel hat mir die Mutter
Erzählt von den Gefahren,
Die auf den Unerfahrnen,
Der dir zu nah kommt, lauern.
In deinem Schlamme wohnen
Die gelbgefleckte Kröte,
Und gier’ge Wasserschlangen,
Die, wenn sie Kinder sehen,
Schnell auf das Ufer kommen
Und um den Fuss sich winden,
Der tief und immer tiefer
in die vermeinte Wiese
Versinkt, bis endlich Rettung
Unmöglich ist. Das steht uns
Bevor am hellen Tage.

 

 

Fotos Brigitte Fuchs

 

Hat sich die Nacht gesenket,
So lockest du den Wandrer
Von weitem an mit deinen
Unsteten, leichten Flammen,
Die in der Geisterstunde
(Vielleicht, wer kann das wissen,
Sind selbst sie Geister) seltsam
Sich hin und her bewegen
In schauerlichen Tänzen.
Nein, Sumpf! vergebens harrst du
Auf mich; mir schaudert, wenn ich
Auch nur so an dich denke.

 

Elisabeth Kulmann (1808-1825) deutsch-russische Dichterin, die mit elf Jahren zu dichten begann und bis zu ihrem frühen Tod mit 17 mehr als 100’000 Verse verfasste und Sprachgenie, das fast ein Dutzend Sprachen (darunter auch Griechisch und Latein) beherrschte.

 

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Herbstgold

Fotos Brigitte Fuchs

 

Wie wars im Walde
Heut wunderhold –
Die Wipfel alle
Von rotem Gold!

Golden der Boden,
Golden der Duft,
Fallende Blätter
Von Gold aus der Luft!

Und es leuchtet
Aus Tod und Vergehn
Golden die Hoffnung
Aufs Auferstehn.

 

 

Ferdinand Ernst Albert Avenarius (1856-1923) deutscher Dichter und Gründer der Zeitschrift „Der Kunstwart“
Text aus dem Internet

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