Monatsarchive: August 2020
Anagramm-Zweizeiler 314 oder „Alles im Fluss“

Fotos Brigitte Fuchs: Aare bei Schönenwerd
ALLE SIND IN DER AARE.
ELIAS RANDALIEREND…
Brigitte Fuchs

Fotos Brigitte Fuchs: Aare bei Aarau
Veröffentlicht unter Anagramme, Bilder
28 Kommentare
Fischers Söhne

Foto Brigitte Fuchs
Fischers Fritz fischt frische Fische.
Und Fischers Paule?
Der Paule? Der fischt faule.
Und Hans-Jakob, der Kleine?
Der fischt noch keine.
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Kapriolen
26 Kommentare
Mittel zum Vergnügen

Foto Brigitte Fuchs
Schwestern! wollt ihr wissen,
Wie ich mich vergnüge,
Dass ich immer scherze,
Dass ich immer singe,
Dass ich auch im Winter,
Wenn auch schon die Rosen
Unser Haupt nicht krönen,
Doch noch immer scherze?
Machts wie ich, und liebet!
Doch liebet nicht nur Männer:
Liebet auch die Tugend;
Liebet schöne Bücher;
Stimmet auch die Saiten,
Dichtet schöne Lieder;
Singet von der Liebe!
Liebt ihr aber Männer;
O! so liebt nur einen,
Liebet ihn recht zärtlich,
Scherzt mit eurem Freunde:
So seyd ihr recht glücklich!
Johanna Charlotte Unzer (1725-1782) auch Johanne Charlotte Unzer-Ziegler, deutsche Dichterin und Philosophin
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
20 Kommentare
Haltung

Foto Brigitte Fuchs
Haltung lässt sich leichter bewahren als wiedergewinnen.
Thomas Paine (1737-1809) US-amerikanischer Lehrer, Politiker und Publizist
Dazu noch dies:
Leichte Korrektur:
Das Feigenblatt kann man
sich auch auf den Kopf legen.
Das begünstigt eine nahezu
aufrechte Haltung.
Brigitte Fuchs
Aus „Salto wortale“ Sprachliche Kapriolen (mit Wortbildern von Beat Hofer) edition 8, Zürich 2006/2011
Veröffentlicht unter Aphorismen, Bilder, Kapriolen
24 Kommentare
Ein heller Kopf

Foto Brigitte Fuchs
Ein heller Kopf hat viel voraus,
er überredet leicht den Dummen;
doch läufts auf einen Streit hinaus,
dann muss der Klügere verstummen.
Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862) österreichischer Schauspieler, Sänger, Dramatiker und Satiriker

Foto Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
26 Kommentare
Fast zärtlich…

Fotos Brigitte Fuchs
Von nahendem Regen fast zärtlich verdunkelter Garten,
Garten unter der zögernden Hand.
Als besännen sich, ernster, in den Beeten die Arten,
wie es geschah, dass sie ein Gärtner erfand.
Rainer Maria Rilke (1875-1926) deutschsprachiger Lyriker Schriftsteller und Übersetzer
Erste Strophe des zweistrophigen Gedichtes „Von nahendem Regen fast zärtlich verdunkelter Garten“
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
20 Kommentare
Die Wasser tragen alles
Foto Brigitte Fuchs
Die Wasser tragen alles:
Leg‘ nur dein Glück darauf!
Sie heben’s wie auf Händen
Zum Sternenlicht hinauf.
Die Wasser tragen alles:
Leg‘ nur dein Leid darauf!
Sie tragen’s nach dem Meere
In nimmermüdem Lauf.
Karl Ernst Knodt (1856-1917) deutscher Dichter
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
22 Kommentare
Dein Haar

Foto Brigitte Fuchs
Dein Haar hat Lieder, die ich liebe,
und sanfte Abende am Meer –
O glückte mir die Welt! O bliebe
mein Tag nicht stets unselig leer!
So kann ich nichts, als matt verlegen
vertrösten oder wehe tun,
und von den wundersamsten Wegen
bleibt mir der Staub nur auf den Schuhn.
Und meine Träume sind wie Diebe,
und meine Freuden frieren sehr –
dein Haar hat Lieder, die ich liebe,
und sanfte Abende am Meer.
Max Hermann-Neisse (1886-1941) deutscher Schriftsteller
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
16 Kommentare
Limerick 102

Foto Brigitte Fuchs
Lutz Neuwirth aus Freiberg in Sachsen
wirkt stattlich und ist gross gewachsen.
Sein Rad ist zu klein
und auch nicht mehr fein.
Drum lässt er nun Gras drüber wachsen.
Brigitte Fuchs
Und hier noch die Fortsetzung der Geschichte:
Dagegen Britt Berger aus Peine
war eher so ’ne Zierliche, Kleine.
Sie schnitt das Rad los,
es fuhr noch famos!
Lutz staunte und stand da alleine.
Stefanie Rabenschlag
Für Lutz und fürs Fahrrad im Garten
war das, wie vielleicht zu erwarten,
ein Glücksrauschgefühl
in Herz und Gestühl.
Dies alles dank Britt, dieser smarten.
Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Kapriolen
30 Kommentare
Du bist meine wilde Taube
Foto Brigitte Fuchs
Du bist meine wilde Taube:
Sei dein Ölzweig nun mein Wort;
Wie vom Jägersmann im Laube,
Flatterst du vom Dichter fort.
In der Künste freier Höhe
Singst du nun im kühnen Flug
All die Freude, all das Wehe,
Das er still im Herzen trug.
Fliege, kleine, wilde Taube,
Trag es in die Welt hinaus,
Dass der Sturm kein Blatt dir raube
Aus des Dichters Liederstrauss.
Rudolf Bunge (1836-1907) deutscher Dichter, Dramatiker und Librettist
Aus der Sammlung „Heimat“

Foto Brigitte Fuchs
Veröffentlicht unter Bilder, Gedichte
24 Kommentare

