Archiv der Kategorie: Gedichte
Formel

Foto Brigitte Fuchs
Spring noch
bring noch
dies ins Wanken
wirf mit blanken
Augen Mut
in die Glut
Lach doch
bring noch
das ins Rollen
wenn wir wollen
flieht die Zeit
nicht sehr weit
Brigitte Fuchs
Aus „An und für sich“ Gedichte, Glendyn Verlag Aarau 1986/1989/1993
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O bunte Welt

Fotos Brigitte Fuchs
O bunte Welt,
Was schillerst du mir her!
Auf mich gestellt,
Bedarf ich dein nicht mehr.
Nicht mehr? Und doch,
Wie bangt mich oft nach dir ..
Zu innig noch
Verschlingt sich Dort und Hier.
Christian Morgenstern (1871-1914) deutscher Dichter und Schriftsteller
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Alljährlich

Foto Brigitte Fuchs
Alljährlich, wenn erblühet
Im Laubgang der Jasmin
Und seine schweren Düfte
Den ganzen Park durchzieh’n,
Dann wandle ich wie träumend,
Seltsam ist mir zu Mut,
Ich glaub’, der alte Taumel
Tollt wieder durch mein Blut.
Das ist die Zeit der Sehnsucht,
Die, ewig ungestillt,
Mit brennendem Verlangen
Auf’s neue mich erfüllt;
Erwacht ist alles wieder,
Was längst erstorben schien,
Und meine ganze Seele
Drängt stürmisch zu dir hin.
Josef Huggenberger (1865-1945) deutscher Staatsarchivar und Dichter
Gedicht mit dem Titel „Alljährlich“
Und dann noch ein Anagramm zum Winter-Jasmin:
ER, SO INNIG VERBUNDEN,
EIN SONNIGER VERBUND!
Brigitte Fuchs

Foto Brigitte Fuchs
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Gang zum Briefkasten

Fotos Brigitte Fuchs
Aus der nebligen Tagesmitte ein zarter
Klingelton die Schneeglöckchen rufen
zur Siesta jetzt müssten sinnlich duftende
Briefe eintreffen in Weiss-Grün stattdessen
liegen Gratiszeitungen und Kataloge im
Kasten nichts als Altpapier und noch
nichts geschrieben heute rein gar nichts
Brigitte Fuchs
Aus „Musik von weit her“ Gedichte, edition 8, Zürich 2020
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März
Fotos Brigitte Fuchs
Nun winken auf Flur und Gartenbeeten
Die weissen Glöckchen als Lenzpropheten.
Sie künden ein Glück, das andern frommt,
Und sinken dahin, bevor es kommt.
.
Innige Bäume
Wollen gepflegt sein,
Zarte Keime
Wollen gehegt sein.
.
Wer Garten und Feld
Nicht beizeiten bestellt,
Ist durch eigene Schuld
Um die Ernte geprellt.
.
Will im Herzen uns kränken
Trüber Tage Gedenken,
Leuchtender Frühlingsstrahl
Scheucht es mit einem Mal.
Otto Baisch (1840-1892) deutscher Maler, Dichter und Schriftsteller
Text aus dem Internet
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Die Psyche muntert sich mit dem Frühling zu einem neuen Leben auf

Foto Brigitte Fuchs
Der Frühling kommt heran,
Der holde Blumenmann,
Es geht schon Feld und Anger
Mit seiner Schönheit schwanger.
Der Blütenfeind, der Nord,
Steht auf und macht sich fort.
Das Turteltäubelein
Lässt hörn die Seufzerlein.
(…)
Angelus Silesius (1624-1677) polnisch-deutscher Dichter, Theologe und Arzt
Erste Strophe des gleichnamigen Langgedichtes

Foto Brigitte Fuchs
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Der Himmel

Foto Brigitte Fuchs
Der Himmel ist das, was wir auf Erden so gerne hochhalten.
Brigitte Fuchs
Aus „Himmel. Nochmal.“ Sätze zur Welt und darüber hinaus. Aphorismen und Fotos
epubli GmbH, Berlin 2011
Vorfrühling
Spürst du das leise Grün? Fühlst du die Knospen am Strauch:
ahnst du den weiten Wind? –
Liebste, o still! Liebe ist nur ein Hauch.
Hörst du die Stille? Tief, einzig und gross,
wie unsre Träume sind –
Sprich nicht! Jetzt nicht! Liebe ist Lauschen bloss.
Siehst du die Wolke inmitten unendlichen Blau’s
wehen und wandern, Kind? –
Kehren wir um! Liebe ist Sehnsucht nach Haus.
Josef Weinheber, 1892-1945, österreichischer Lyriker
Text aus dem Internet
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Kann Liebe nicht Winters auch blühen?
Fotos Brigitte Fuchs
Dass der Lenz bricht an, was kümmert’s mich?
Kann Lieb‘ nicht Winters auch blühen?
Aus dem Herzen mir der Lenz nicht wich,
Ob es frieren mochte, ob glühen.
Schienst DU ja ins Herz mir allezeit!
Da ist drin Frühling geblieben,
Der Frühling, der auch im Winter mait,
Der blüht im Herzen voll – Lieben.
Sidonie Grünwald-Zerkowitz (1852-1907) österreichische Schriftstellerin, Dichterin, Übersetzerin und Modeschöpferin
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Sogar die kleinen Vögel in der Stadt…

Foto Brigitte Fuchs
Sogar die kleinen Vögel in der Stadt
Sind Städter auch: blasiert und arrogant
Und stets dem eignen Vorteil zugewandt:
Kein Spatz, der noch Respekt vor Menschen hat!
Dort kommt dir bettelnd in den Weg gerannt
Ein Amselweibchen und von jenem Blatt
Ein Fink, als wär‘ er längst mit dir bekannt.
Frägt dich mit frechem Blick: Na! Gibst de wat?
Und gibst du etwas, sieht er sich gemach
Den Brocken an, den du gegeben hast.
Ob’s auch was Gutes ist, eh er es speist –
Und gibst du nichts, singt dir die Bande nach
Und schimpft herunter dich, von Ast zu Ast,
Dass du ein schofler Hungerleider seist.
Anton Alfred Noder (1864-1936) Pseudonym: A. De Nora, deutscher Arzt, Dichter und Novellist
Aus der Sammlung „Zwanzig Sonette“
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Der Bussard

Foto Brigitte Fuchs: Milan
Sieh den Bussard.
Wie kann es gelingen,
ohne Halt
im Wind – Halt zu fassen?
Schwebend
ausgesöhnt mit allen Dingen
und sich so, mit aufgespannten
Schwingen,
stürzend, stürzend, stürzend
tragen zu lassen.
Angeblich von Friedrich Hofmann (1813-1888) deutscher Schriftsteller
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